Das audiovisuelle Konzept sitzt perfekt: Der Bildschirm flackert wie ein alter Filmstreifen, die Farben wirken wie handgemalt, und selbst Zoes Gegner verwandeln sich beim Treffer in kleine Tintenkleckse. Das Ganze fühlt sich an wie eine Hommage an frühe Cartoons – irgendwo zwischen Cuphead, Bleistiftskizze und experimentellem Kurzfilm.
Feiner Mix aus Run’n’Gun und Bullet-Hell
Spielerisch pendelt Zoe Begone! elegant zwischen zwei Welten. In den seitlich scrollenden Abschnitten ballert und prügelt man sich durch drollige Kritzeleien, sammelt Äpfel ein, dashing durch Gegnerhorden und springt zwischen Plattformen. Die Rhythmik ist schnell, spielerisch und immer ein bisschen chaotisch – genau so, wie ein Arcade-Shooter sein soll. Dann folgen plötzlich kompakte Bullet-Hell-Arenen, die mit präzisen Musterattacken, engen Ausweichfenstern und einem Hauch Panik aufwarten. Hier gibt es statt Äpfeln Bananen, und sie sind genauso wichtig für die Highscore-Jagd wie die Früchte zuvor.Was das Spiel besonders macht: Die Kombination aus beiden Genres fühlt sich nicht experimentell an, sondern erstaunlich natürlich. Alles greift ineinander, nichts wirkt aufgesetzt. Die stetig steigende Intensität sorgt dafür, dass du nie in Routine verfällst.
Starke Idee, knifflige Steuerung
Während die Grundsteuerung schnell verstanden ist, braucht es etwas Zeit, um die Feinheiten sauber zu verinnerlichen. In der Luft kann Zoe nur horizontal schießen, am Boden aber in fünf Richtungen – und genau dieser Wechsel macht die Lernkurve so steil. Das Spiel verlangt dir ab, ständig zu entscheiden, ob du auf Flexibilität oder Feuerkraft setzt. Besonders das erneute Abheben ist anfangs ungewohnt, denn statt eines Doppelsprungs hältst du die Taste gedrückt, um zu schweben. Einige Spieler wünschen sich hier eine alternative Eingabeoption – und tatsächlich würde ein schnellerer Weg zurück in die Luft das Spielgefühl noch runder machen.Dafür belohnt das Spiel technische Finesse. Wenn du deine Dashs klug timst, den Ground-Pound einsetzt und deine Waffen intelligent nachlädst, geht das Gameplay fast in einen Flow über. Es ist hart, aber nie unfair – und genau das macht es so motivierend.
Einsteigerfreundlich und dennoch brutal, wenn man es will
Zoe Begone! überrascht vor allem damit, wie zugänglich es trotz Bullet-Hell-Elementen bleibt. Auf den niedrigeren Schwierigkeitsgraden ist es ein spaßiges, leicht chaotisches Wohlfühl-Spiel. Auf höheren Stufen mutiert es dagegen zu einer echten Herausforderung, die Veteranen anlockt und Leaderboards mit erbarmungsloser Präzision belohnt. Stirbst du, kannst du sofort weiterspielen – allerdings zum Preis der halben Punktzahl. Wer auf Highscores aus ist, hat also allen Grund, perfekt zu spielen.Besonders angenehm: Das Übungsmenü. Hier kannst du frei herumprobieren, Waffen testen, Fähigkeiten kombinieren und die Grundlagen lernen, ohne Druck. Gerade für Einsteiger ein riesiger Pluspunkt.





Noch keine Kommentare. Starte die Diskussion!