Was ist PEGI?
PEGI steht für „Pan European Game Information“. Das System wurde 2003 eingeführt, um die unterschiedlichen Alterskennzeichnungen für Videospiele in Europa stärker zu vereinheitlichen. Mittlerweile werden PEGI-Einstufungen in 38 europäischen Ländern verwendet. Deutschland gehört allerdings nicht zu den Ländern, in denen PEGI die nationale und rechtlich maßgebliche Alterskennzeichnung darstellt.Wie bei der USK geht es auch bei PEGI darum, Eltern, Erziehungsberechtigten und Spielern eine schnelle Einschätzung der enthaltenen Risiken zu ermöglichen. Die Alterszahl sagt aus, ab welchem Alter ein Spiel aus Sicht des Jugendschutzes geeignet erscheint. Sie beschreibt weder den Schwierigkeitsgrad noch die pädagogische Qualität des Spiels. Ein mit PEGI 3 gekennzeichnetes Spiel kann für ein dreijähriges Kind spielerisch trotzdem viel zu kompliziert sein. PEGI
Die Alterskennzeichnungen von PEGI
PEGI verwendet fünf Altersstufen. Anders als bei der USK beginnt das System nicht mit einer Freigabe ab 0 Jahren, sondern mit PEGI 3.- PEGI 3: Das Spiel ist grundsätzlich für alle Altersgruppen geeignet. Erlaubt sind lediglich sehr milde und meist humorvoll oder kindlich dargestellte Formen von Gewalt. Bilder und Geräusche, die kleine Kinder erschrecken könnten, sowie vulgäre Sprache dürfen nicht vorkommen.
- PEGI 7: In diese Kategorie fallen Spiele, die einzelne Szenen oder Geräusche enthalten, die auf jüngere Kinder beängstigend wirken können. Auch sehr milde, nicht realistische oder nur angedeutete Gewalt ist möglich.
- PEGI 12: Spiele dieser Stufe dürfen deutlichere Fantasy-Gewalt oder nicht realistisch dargestellte Gewalt gegen menschenähnliche Figuren enthalten. Auch milde Schimpfwörter, sexuelle Anspielungen und bestimmte Darstellungen von Glücksspiel können vorkommen.
- PEGI 16: Diese Einstufung wird vergeben, wenn Gewalt oder Sexualität glaubwürdiger und wirklichkeitsnäher dargestellt werden. Stärkere vulgäre Sprache sowie Darstellungen von Alkohol, Tabak, illegalen Drogen oder Glücksspiel sind ebenfalls möglich.
- PEGI 18: Die höchste PEGI-Stufe kennzeichnet Spiele, die ausschließlich für Erwachsene vorgesehen sind. Gründe können besonders drastische Gewalt, scheinbar unmotiviertes Töten, Gewalt gegen wehrlose Personen, explizite sexuelle Handlungen oder eine Verherrlichung illegalen Drogenkonsums sein.
Inhaltssymbole erklären die Gründe
Besonders hilfreich sind die zusätzlichen PEGI-Inhaltssymbole. Während die Alterszahl lediglich eine grundsätzliche Einstufung liefert, zeigen diese Symbole, welche Inhalte dafür ausschlaggebend waren.PEGI verwendet Hinweise für Gewalt, Angst oder Horror, vulgäre Sprache, Sex, Drogen, Glücksspiel und Diskriminierung. Hinzu kommt ein Symbol für In-Game-Käufe. Dieses weist darauf hin, dass innerhalb des Spiels digitale Inhalte oder Dienstleistungen gegen echtes Geld angeboten werden. Dazu können Erweiterungen, virtuelle Währungen, kosmetische Gegenstände, Abonnements oder Überraschungsgegenstände gehören.
Gerade für Eltern sind diese ergänzenden Angaben oft aussagekräftiger als die Alterszahl allein. Ein Kind kann beispielsweise sehr empfindlich auf gruselige Szenen reagieren, während comicartige Kämpfe kaum ein Problem darstellen. Mithilfe der Inhaltssymbole lässt sich besser erkennen, weshalb ein Spiel seine Einstufung erhalten hat. PEGI
Welche Bedeutung hat PEGI in Deutschland?
Für den regulären deutschen Handel ist grundsätzlich die USK-Kennzeichnung entscheidend. Alterskennzeichen nach dem deutschen Jugendschutzgesetz werden in den Stufen ohne Altersbeschränkung sowie ab 6, 12, 16 und 18 Jahren vergeben. Bei entsprechend gekennzeichneten Spielen muss der Handel die Altersgrenzen bei der Abgabe beachten. Eine PEGI-Kennzeichnung ersetzt diese deutsche Einstufung nicht. § 14 JuSchGDas bedeutet jedoch nicht, dass PEGI für deutsche Verbraucher nutzlos wäre. Das System kann insbesondere in folgenden Fällen eine wertvolle Orientierung bieten:
- beim Kauf eines Importspiels aus einem anderen europäischen Land,
- bei Angeboten in ausländischen Onlineshops,
- bei internationalen Trailern, Presseinformationen und Produktseiten,
- bei Spielen, deren deutsche Altersfreigabe noch nicht feststeht,
- und als zusätzliche Vergleichsmöglichkeit zur USK-Einstufung.
Warum PEGI und USK voneinander abweichen können
Unterschiedliche Alterszahlen bedeuten nicht automatisch, dass eines der beiden Systeme falsch bewertet hat. PEGI und USK arbeiten mit unterschiedlichen Altersstufen, Prüfkriterien und kulturellen Maßstäben. Besonders sichtbar wird das bei PEGI 7, da zwischen USK 6 und USK 12 keine vergleichbare deutsche Zwischenstufe existiert.Darüber hinaus können bestimmte Inhalte unterschiedlich gewichtet werden. Gewalt, Angst, Sprache, Sexualität, Glücksspiel oder interaktive Funktionen müssen nicht in jedem System dieselbe Auswirkung auf das Alterskennzeichen haben. Verbraucher sollten daher nicht versuchen, eine PEGI-Zahl mechanisch in eine USK-Freigabe umzurechnen.
Altersfreigabe bedeutet nicht automatisch Empfehlung
Wie die USK gibt auch PEGI keine pädagogische Empfehlung ab. Die Kennzeichnung sagt nicht, ob ein Spiel lehrreich, qualitativ hochwertig oder für ein bestimmtes Kind persönlich geeignet ist. Sie bewertet in erster Linie, ob die enthaltenen Darstellungen und Funktionen für eine Altersgruppe problematisch sein könnten.Eltern sollten deshalb zusätzlich auf das Genre, die Atmosphäre, mögliche Onlinekontakte, In-Game-Käufe und den individuellen Entwicklungsstand ihres Kindes achten. Auch die gemeinsame Sichtung von Spielszenen oder ein Gespräch über die Inhalte kann hilfreicher sein als eine isolierte Alterszahl.
PEGI ist auch in Deutschland eine hilfreiche Ergänzung
Obwohl PEGI in Deutschland die USK nicht ersetzt, bietet das europäische System eine nützliche zusätzliche Informationsquelle. Das gilt besonders für Importspiele und internationale Onlineshops. Die Kombination aus Altersstufe und Inhaltssymbolen ermöglicht eine schnelle Einschätzung, welche problematischen oder sensiblen Inhalte in einem Spiel vorkommen können.Für deutsche Endverbraucher gilt deshalb eine einfache Grundregel: Die USK ist für den deutschen Markt die maßgebliche Orientierung, PEGI liefert bei europäischen Veröffentlichungen wertvolle Zusatzinformationen. Wer beide Kennzeichnungssysteme richtig einordnet und zusätzlich die jeweiligen Inhaltshinweise berücksichtigt, kann Spiele wesentlich bewusster auswählen.


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