Eine Abrechnung mit dem modernen Alltag
Bereits vor dem offiziellen Release gewährt die Band mit der ersten Single „Well Made Play“ einen tiefen Einblick in die klangliche und inhaltliche Ausrichtung des Albums. Der Eröffnungstrack fungiert als düstere Reflexion einer Gesellschaft, in der Narzissmus allzu oft mit echtem Selbstbewusstsein verwechselt wird. Der Titel spielt dabei auf das historische Theaterformat des „well-made play“ aus dem 19. Jahrhundert an – eine dramatische Form, die auf saubere Erzählungen und klare moralische Strukturen setzt. Diese geordneten Welten haben jedoch nur noch sehr wenig mit unserer heutigen, komplexen Realität zu tun.Passend dazu hat Regisseur Christopher Gruse ein atmosphärisches und unkonventionelles Musikvideo umgesetzt. Darin liefern sich zwei Männer einen martialischen Kampf um einen Jetski, während im Hintergrund fast unbemerkt eine Band spielt. Diese Szenerie dient als unverblümte Metapher für die stillen und oft ermüdenden Demütigungen des modernen Alltags. Sänger Tony Wolski erläutert den Hintergrund des Songs mit klaren Worten:
Während wir Ablenkungen und kleinen Annehmlichkeiten hinterherjagen, werden wir in einen endlosen Wettbewerb miteinander gedrängt – oft, während diejenigen, die wirklich Macht haben, sich direkt vor unseren Augen die Freiheit nehmen.
Es ist Musik für eine statistisch wohlhabende Bevölkerung, die sich irgendwie kein Essen oder keine Medikamente leisten kann und endlos durch Urlaubsfotos, Selfies aus dem Fitnessstudio und Bilder von amputierten Kindern im selben Feed scrollt. Sie spiegelt die Distanzierung wider, die man braucht, um in dieser Realität zu existieren.
Tracklist
- Well Made Play
- Purity Drag
- Kingbreaker
- Grace Obscure
- Broken Mirror ft. Prostitute
- Sharp Teeth
- I Steal What I Want
- Local Millionaire
- Gave up
- Heathen
- A More Perfect Design


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