Musik

The Armed veröffentlichen siebtes Album

Roher Hardcore, Noise und Weltschmerz auf dem neuen Werk



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Foto: Luke Nelson. Mehr zum Thema Transparenz.

The Armed melden sich mit einem kompromisslosen Werk zurück. Heute erscheint das siebte Studioalbum der Band aus Detroit. Unter dem Titel „The Future Is Here And Everything Needs To Be Destroyed“ veröffentlicht das Kollektiv über Sargent House eine Platte, die Beobachter als einen ihrer dringlichsten und rohesten Momente seit einem Jahrzehnt beschreiben. Nach einer intensiven Trilogie, die sich intensiv mit künstlerischer Authentizität im Zeitalter digitaler Informationen auseinandersetzte, schlug die Formation für die neuen Aufnahmen einen gänzlich unvorhersehbaren Kurs ein – vollkommen ohne starre Regeln oder vordefinierte Konzepte. Das Ergebnis ist ein wütendes, hochgradig konfrontatives Album, das musikalisch wie inhaltlich aneckt.

Kontrolliertes Chaos zwischen Weltschmerz und Realität

Genregrenzen verschwimmen auf dem neuen Longplayer völlig. Die Stücke schlagen Brücken zwischen extremen Metal-Spielarten wie Math- und Thrash-Anleihen, schroffen Hardcore-Ausbrüchen, Shoegaze-Texturen, Art Rock und überraschend eingängigen Punk-Rock-Momenten wie im Song „I Steal What I Want“. The Armed lassen ihrer Frustration über den Zustand der modernen Welt freien Lauf und greifen dabei den Begriff des Weltschmerzes auf. Es geht um die klaffende Lücke zwischen idealisierten Vorstellungen und der harten Realität, in der wir uns täglich bewegen. Die Band aus Detroit beweist damit einmal mehr, dass Metalcore, tiefgreifender Kunstanspruch und eine eigenwillige Ästhetik Hand in Hand gehen können. Schon in der Vergangenheit scheute das Kollektiv nicht davor zurück, Hörgewohnheiten gezielt auf die Probe zu stellen, und treibt diesen Ansatz nun auf die Spitze.

Dass diese Entfremdung auch im Alltag spürbar ist, unterstreicht eine drastische Einordnung direkt aus dem Umfeld der Band.
Es ist Musik für eine statistisch gesehen wohlhabende Bevölkerung, die sich irgendwie weder Essen noch Medikamente leisten kann – die endlos durch Urlaubsfotos, Selfies aus dem Fitnessstudio und Bilder von amputierten Kindern im selben Feed scrollt. Es spiegelt die Dissoziation wider, die notwendig ist, um in dieser Realität zu existieren.
Wolski
Musikkritiker zeigen sich angesichts dieser intensiven Mischung durchweg fasziniert. Fachportale loben den Mix aus Noise, Hardcore und teils prägnanten Saxofon-Einlagen als eine lärmende Packung, die sowohl Provokation als auch eine tiefere Botschaft transportiert. Das Werk fordert dich heraus, verlangt absolute Aufmerksamkeit und will nicht bloß nebenbei konsumiert werden. Es ist eine Platte, die man nicht nur hört, sondern körperlich spürt. Ohne jegliche Beschönigung bricht sich hier ein kontrolliertes Chaos Bahn. Dröhende Klangwände und markerschütterndes Gekreische zeichnen den Weg durch ein Album, das am Ende kaum versöhnlich wirkt, dich stattdessen aber zufrieden und herrlich ausgelaugt zurücklässt. Wer Musik sucht, die sich konventionellen Mustern verweigert und unbequeme Fragen stellt, findet hier genau das richtige Ventil.

Tracklist


  1. Well Made Play

  2. Purity Drag

  3. Kingbreaker

  4. Grace Obscure

  5. Broken Mirror ft. Prostitute

  6. Sharp Teeth

  7. I Steal What I Want

  8. Local Millionaire

  9. Gave up

  10. Heathen

  11. A More Perfect Design


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