Zwischen den Einflüssen von No Wave und Techno
Musikalisch zeichnet sich das Schaffen von Sextile durch eine stetige Weiterentwicklung aus. Während manche Formationen über Jahre hinweg in einem einmal gefundenen Groove verharren, schätzt das Duo aus L.A. den kreativen Wandel. Auf ihrem 2023 veröffentlichten Album „Push“ lieferten sie bereits eine beeindruckende Kostprobe ihrer musikalischen Bandbreite ab, indem sie Einflüsse von No Wave bis hin zu hartem Techno miteinander verschmolzen. Der kommende Langspieler setzt diesen Pfad fort und verbindet rohe persönliche Erfahrungen mit einem fast anarchischen Elektro-Feuer. Dabei entstehen Kontraste, die sowohl verletzliche Momente zulassen als auch die Ekstase auf der Tanzfläche suchen. Das kommende Werk baut auf diesen Fundamenten auf und transportiert eine unerschütterliche Zuversicht. Bereits der Opener macht mit einer Rave-Sirene, die Erinnerungen an New Yorker Hauspartys der 2000er-Jahre weckt, unmissverständlich klar, wohin die Reise geht. Das Album präsentiert sich als actiongeladene Dance-Platte, die mit berauschenden Momenten gespickt ist und gleichzeitig als Beleg dafür dient, nach vorne zu blicken und sich von Konventionen zu befreien.Die erste Auskopplung „Freak Eyes“ gibt die Marschrichtung vor. Der Track startet mit einem markanten Bass-Growl, der unvermittelt in einen treibenden Techno-Beat mit klirrenden Drums übergeht. Im Song verarbeitet das Duo die intensiven Emotionen, die mit dem kreativen Prozess und dem alltäglichen Leben einhergehen. Brady Keehn erklärt dazu passend:
Freak Eyes handelt von dem Druck, Kunst zu machen, zu leben und nach Höherem zu streben. Der Sound wurde von Hauspartys inspiriert, die wir in New York besucht haben, wo bestimmte Tracks eine ganz besondere Wirkung entfalteten. Wenn man mitten in einem Gespräch mit einem Freund war und bestimmte Lieder hörte, spielte es keine Rolle mehr, worüber man sprach – man hielt inne und feierte gemeinsam die kollektive Entladung von Emotionen, Gesang, Tanz und umherfliegenden Drinks. Es fühlte sich an, als ob in diesem Moment nichts anderes zählte als diese Energie. Ich hatte das Gefühl, dass ich diese Dynamik schon lange nirgendwo mehr erlebt hatte, und wollte dieses Gefühl wieder in die Welt tragen.
Live-Termine im Frühsommer
Wer die Band in Aktion erleben möchte, bekommt im Juni die Gelegenheit dazu. Nach zahlreichen Festivalauftritten im vergangenen Jahr, zu denen unter anderem das Maifeld Derby und das About Pop Festival zählten, kehrt das Duo im Frühsommer für ausgewählte Konzerte nach Deutschland zurück. Die Tour führt Sextile in drei deutsche Städte: Am 23. Juni macht die Formation im Zirka in München Halt, tags darauf geht es am 24. Juni in das Kölner Bumann & Sohn, ehe die Konzertreise am 26. Juni im Modus in Berlin ihren Abschluss findet.Tracklist
- Intro
- Women Respond to Bass
- Freak Eyes
- Penny Rose
- Push Ups
- Kids
- 99 Bongos
- S is For
- Rearrange
- Resist
- Kiss
- Hospital
- Soggy Newports


Noch keine Kommentare. Starte die Diskussion!