Okarun fordert das Böse Auge zum Duell
Nach seinem harten Training stellt sich Okarun endlich dem Bösen Auge, das Jijis Körper immer wieder übernimmt und kaum kontrolliert werden kann. Ein gewöhnlicher Kampf würde das eigentliche Problem allerdings nicht lösen. Selbst wenn Okarun den Yokai vorübergehend besiegt, würde er damit zugleich seinen Freund gefährden. Stattdessen sucht er nach einer Möglichkeit, die zerstörerische Spielfreude des Bösen Auges in feste Bahnen zu lenken.Das daraus entstehende Duell gehört zu den Höhepunkten der Staffel. Okarun nutzt seine neuen Fähigkeiten wesentlich überlegter als zuvor und verlässt sich nicht mehr ausschließlich auf Geschwindigkeit und rohe Kraft. Er erkennt, wie sein Gegner denkt, lenkt dessen Aufmerksamkeit auf sich und verwandelt einen unberechenbaren Konflikt in eine persönliche Herausforderung. Der Kampf zeigt damit nicht nur, dass Okarun stärker geworden ist, sondern auch, dass er inzwischen Verantwortung für seine Freunde übernimmt.
Trotz der enormen Geschwindigkeit bleibt die Choreografie gut nachvollziehbar. Bewegungen werden über klare Linien, starke Farbkontraste und gezielt eingesetzte Verformungen vermittelt. Science Saru muss dabei nicht jede Figur anatomisch korrekt zeichnen. Körper werden gedehnt, Gesichter verzerren sich und Hintergründe lösen sich beinahe vollständig auf. Gerade diese stilistische Freiheit verleiht den Angriffen ein Gewicht, das mit glatten Standardanimationen kaum zu erreichen wäre.
Aus einem Erzfeind wird eine seltsame Verabredung
Dan Da Dan wäre nicht Dan Da Dan, wenn auf die große Konfrontation eine gewöhnliche Lösung folgen würde. Okarun kann das Böse Auge nicht einfach vernichten, da dessen Geist mit Jiji verbunden bleibt. Also trifft er eine ausgesprochen ungewöhnliche Vereinbarung: Der Yokai darf regelmäßig gegen ihn kämpfen, solange er die anderen Menschen verschont.Diese Idee ist gleichermaßen absurd, gefährlich und erstaunlich menschlich. Das Böse Auge reagiert wie ein Kind, das seine überschüssige Energie nicht kontrollieren kann und im Kampf endlich eine Beschäftigung findet. Okarun begegnet ihm nicht nur als Feind, sondern erkennt die Einsamkeit und Wut hinter seinem Verhalten. Dadurch erhält die Geschichte eine zusätzliche emotionale Ebene, ohne den Yokai plötzlich von jeder Verantwortung freizusprechen.
Jiji bleibt währenddessen eine der sympathischsten Figuren der Serie. Seine laute, manchmal anstrengende Fröhlichkeit verbirgt ein starkes Mitgefühl. Er möchte selbst jenem Wesen helfen, das seinen Körper übernommen und seine Freunde angegriffen hat. Die Verbindung zwischen beiden ist damit weit mehr als ein typisches Besitzergreifungsmotiv. Jiji und das Böse Auge teilen sich einen Körper, vertreten aber vollkommen unterschiedliche Vorstellungen davon, was sie mit dieser zweiten Chance anfangen möchten.
Ein neues Zuhause aus außerirdischer Nanotechnik
Nach den Zerstörungen der vergangenen Kämpfe muss Seikos Haus wieder aufgebaut werden. Unterstützung erhalten Momo, Okarun und ihre Freunde von Peeny-Weeny und dessen außerirdischer Technologie. Das sogenannte Nanoskin-Material kann abhängig von der Vorstellungskraft seiner Benutzer nahezu jede Form annehmen. Was für andere Serien lediglich ein bequemes Mittel zur Reparatur wäre, wird hier selbstverständlich zur Grundlage des nächsten vollkommen wahnsinnigen Handlungsbogens.Die ruhigeren Szenen rund um den Wiederaufbau bieten eine willkommene Pause. Dan Da Dan lässt seine Figuren gemeinsam essen, streiten und improvisieren. Gerade diese alltäglichen Momente sind wichtig, weil die Gruppe nicht wie eine zufällige Ansammlung übernatürlicher Kämpfer wirkt. Zwischen Momo, Okarun, Jiji, Aira und Seiko ist längst eine chaotische Ersatzfamilie entstanden, in der sich alle gegenseitig aufziehen und im entscheidenden Moment trotzdem füreinander einstehen.
Natürlich bleibt die Ruhe nicht lange bestehen. Das seltsame Nanoskin-Haus und ein geheimnisvolles außerirdisches Objekt ziehen eine neue Bedrohung an. Ein gewaltiges Weltraum-Kaiju taucht auf und zwingt die Freunde dazu, ihre Fähigkeiten erneut miteinander zu kombinieren. Die Geschichte wechselt damit beinahe übergangslos vom Yokai-Duell zum Science-Fiction-Monsterfilm.
Kinta Sakata hält sich für den geborenen Helden
Mit Kinta Sakata rückt eine neue Figur ins Zentrum, die zunächst einiges an Geduld verlangt. Kinta besitzt ein enormes Selbstbewusstsein, obwohl seine tatsächliche gesellschaftliche Stellung diesem Bild kaum entspricht. Er hält sich für einen unwiderstehlichen Strategen und interpretiert harmlose Bemerkungen regelmäßig als Bestätigung seiner vermeintlichen Wirkung auf andere Menschen.Seine übertriebene Art kann anstrengend sein, passt aber hervorragend zum Humor der Serie. Kinta ist weder besonders sportlich noch mit übernatürlichen Kräften ausgestattet. Seine Begeisterung für Roboter, Kaiju und Science-Fiction macht ihn jedoch zum idealen Benutzer des Nanoskins. Während die anderen Jugendlichen mit dem formbaren Material nur begrenzt umgehen können, besitzt er genau jene grenzenlose Vorstellungskraft, die für seine Bedienung notwendig ist.
Damit nimmt Dan Da Dan einen klassischen Außenseiter und macht dessen vermeintlich nutzloses Spezialwissen plötzlich unverzichtbar. Kinta darf nicht nur große Reden halten, sondern tatsächlich zum entscheidenden Bestandteil des Kampfes werden. Gleichzeitig bleibt der Anime ehrlich genug, seine unangenehmen Eigenschaften nicht einfach verschwinden zu lassen. Ob Du ihn sofort ins Herz schließt oder zunächst nur widerwillig akzeptierst, dürfte stark von Deiner persönlichen Toleranz für großspurige Anime-Nerds abhängen.
Der Weltraum-Kaiju entfesselt Science Saru
Der finale Kampf gegen das Weltraum-Kaiju ist ein visuelles Fest. Momo, Okarun, Aira und ihre Verbündeten versuchen zunächst, dem riesigen Gegner mit ihren individuellen Fähigkeiten beizukommen. Geschwindigkeit, Telekinese und akrobatische Angriffe werden zu einem wilden Zusammenspiel verbunden, während das Monster immer neue Formen und Kräfte offenbart.Die Animation wechselt erneut zwischen detaillierten Nahaufnahmen und bewusst vereinfachten Bewegungsphasen. Farben verändern sich abhängig von Gegner und Stimmung, während Perspektiven beinahe ungehemmt durch den Raum rasen. Trotzdem verliert die Inszenierung ihre Figuren nicht aus dem Blick. Jeder Angriff folgt einer klaren Absicht, und selbst mitten im größten Chaos bleibt verständlich, wer gerade welchen Teil des Plans übernimmt.
Besonders spektakulär wird es, als das Nanoskin-Haus zum Material für einen riesigen Kampfroboter wird. Dessen Gestalt orientiert sich an einem Buddha und verbindet religiöse Symbolik mit den überdrehten Vorstellungen eines leidenschaftlichen Mecha-Fans. Das Ergebnis ist genauso lächerlich, wie es klingt, und wird zugleich mit vollkommenem Ernst inszeniert. Diese Balance beherrscht Dan Da Dan wie kaum eine andere Serie. Du kannst über die Idee lachen und wenige Sekunden später trotzdem aufrichtig mitfiebern.
Kensuke Ushios Musik verstärkt den Wechsel zwischen Komik, Bedrohung und triumphaler Action. Elektronische Rhythmen, ungewöhnliche Klangflächen und kraftvolle musikalische Ausbrüche verleihen den Kämpfen eine eigene Identität. Die Serie klingt ebenso unberechenbar, wie sie aussieht, und findet trotzdem immer wieder Raum für leisere emotionale Augenblicke.
Momo und Okarun kommen sich nur mühsam näher
Zwischen all den Monstern entwickelt sich weiterhin die Beziehung zwischen Momo und Okarun. Beide empfinden offensichtlich mehr füreinander, sind aber kaum in der Lage, ihre Gefühle offen auszusprechen. Missverständnisse, Eifersucht und ständig auftauchende Rivalen verhindern zuverlässig, dass ein ruhiges Gespräch zustande kommt.Diese Langsamkeit kann gelegentlich frustrieren, gehört aber zum besonderen Charme der Serie. Die Romanze wirkt nicht wie ein vorgeschriebener Nebenstrang, sondern wächst aus zahlreichen kleinen Gesten. Okarun sorgt sich um Momo, während sie seine Entwicklung mit Stolz und wachsender Zuneigung beobachtet. Beide sind füreinander längst wichtiger geworden, als sie sich selbst eingestehen möchten.
Volume 3 gibt dieser Beziehung trotz der vielen Action ausreichend Raum. Besonders Okaruns wachsendes Selbstvertrauen verändert die Dynamik. Er ist nicht mehr nur der unsichere Junge, den Momo ständig beschützen muss. Gleichzeitig verwandelt ihn seine neue Stärke nicht in einen überheblichen Helden. Seine zurückhaltende, manchmal unbeholfene Art bleibt erhalten und macht ihn weiterhin ausgesprochen sympathisch.
Vier Episoden ohne erzählerischen Leerlauf
Die Episoden 9 bis 12 besitzen ein bemerkenswert hohes Tempo. Das Duell mit dem Bösen Auge wird abgeschlossen, die Folgen der Zerstörung werden behandelt, Kinta tritt der Gruppe bei und eine neue außerirdische Bedrohung führt unmittelbar zum nächsten großen Finale. Trotzdem entsteht nur selten der Eindruck, dass die Geschichte ihre Stationen lediglich abhakt.Die Serie nutzt ihre Figuren als verbindendes Element. Selbst wenn die Handlung von einem dämonischen Yokai zu einem gigantischen Außerirdischen springt, bleiben Freundschaft, Verantwortung und die schwierige Annäherung zwischen Momo und Okarun im Mittelpunkt. Der Wechsel der Genres wirkt deshalb nicht beliebig, sondern wie ein natürlicher Bestandteil einer Welt, in der Geister und Aliens gleichermaßen zum Alltag gehören.
Ganz ohne Schwächen kommt die Volume allerdings nicht aus. Kintas Einführung nimmt viel Raum ein und dürfte Zuschauer spalten. Einige Gags werden länger ausgespielt, als es notwendig wäre. Zudem beendet das Staffelfinale nicht sämtliche Entwicklungen, sondern öffnet bereits deutlich die Tür für kommende Konflikte. Wer einen vollständig abgeschlossenen Handlungsbogen erwartet, muss sich deshalb weiterhin gedulden.
Die Limited Edition bringt ein umfangreiches Fan-Buch
Polyband veröffentlicht die dritte Volume der zweiten Staffel als limitiertes Digipack. Die Blu-ray enthält die Episoden 9 bis 12 mit einer Gesamtlaufzeit von rund 96 Minuten. Damit bildet sie den Abschluss der zwölfteiligen Staffel, setzt für das Verständnis aber zwingend die vorherigen Volumes voraus. Als Einstieg in Dan Da Dan eignet sich diese Veröffentlichung folglich nicht.Das zentrale Sammlerstück ist das beiliegende 80-seitige Fan-Buch. Es erweitert die Edition deutlich über eine gewöhnliche Amaray-Veröffentlichung hinaus und sorgt dafür, dass die physische Ausgabe auch neben den verfügbaren Streamingfassungen einen echten Mehrwert besitzt. Gerade Fans, die bereits die vorherigen limitierten Volumes gesammelt haben, erhalten damit einen optisch passenden Abschluss der zweiten Staffel.
Das farbenfrohe Bild liegt im Format 1,77:1 vor und profitiert sichtbar von der Blu-ray-Präsentation. Klare Linien, intensive Farbflächen und die schnellen Bewegungen bleiben auch während der großen Kämpfe gut erkennbar. Die deutsche und die japanische Sprachfassung ermöglichen Dir die Wahl zwischen der lokalisierten Version und dem Originalton mit Untertiteln. Die deutsche Synchronisation fängt den hektischen Humor und die emotionalen Wechsel insgesamt überzeugend ein, während das japanische Ensemble mit besonders temperamentvollen Darbietungen punktet.



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