Wer Aloys ursprĂŒngliche Reise kennt, wird natĂŒrlich sofort merken, dass vieles vereinfacht wurde. Die Geschichte ist kĂŒrzer, der emotionale Tiefgang geringer und die dramatischen Momente wirken eher wie ein liebevoll gemeintes Augenzwinkern. Gleichzeitig bleibt der Kern von Horizon erhalten: Maschinen jagen, Bauteile abschieĂen, Charaktere treffen, durch ikonische Regionen reisen. Nur eben im Lego-Stil â leichter, bunter, familienfreundlicher.
Das Ergebnis ist ein Abenteuer, das sowohl Fans der Reihe als auch jĂŒngere Spieler abholt. Es fĂŒhlt sich ein bisschen an wie ein Filmabend, bei dem man eine Lego-Version seines Lieblingsfilms sieht: Nicht so intensiv wie das Original, aber dafĂŒr durchweg unterhaltsam.
Bekannte Regionen, neu inszeniert
Die Kampagne fĂŒhrt durch vertraute Orte wie die Sacred Lands, die Schneeregionen der Snowchant Mountains oder die glĂŒhend heiĂe Sunfall-WĂŒste. Die Lego-Optik verleiht diesen Gebieten einen ganz neuen Charme â detailliert, verspielt und voller kleiner Gags. Besonders schön: Die Level wirken wie Dioramen, in denen Lego-Steine und Horizon-Architektur kreativ miteinander verschmelzen.Beim Design geht das Spiel jedoch auf Nummer sicher. Viele Abschnitte folgen einem vorhersehbaren Muster:
- kurze Erkundung
- Arena-Kampf gegen Maschinen
- ein paar Sammelobjekte
- ein Mini-Event am Ende
Eine bunte Gruppe, die viel SpaĂ macht
Aloy wird von einer Reihe neuer und alter bekannter Figuren begleitet â darunter Rost, Teersa, Erend oder Varl. Sie alle dĂŒrfen dieses Mal freier, witziger und ein bisschen ĂŒberzeichneter sein, was wunderbar zum Lego-Konzept passt. Besonders gelungen ist die groĂe Wiederkehr der Originalsprecher, die hier mit hörbarer Freude ihre Rollen neu interpretieren.Ein Highlight: Sylens als DJ. Ja, richtig gelesen. Es wirkt gönnerisch schrĂ€g, aber erstaunlich passend fĂŒr den Lego-Humor.
KĂ€mpfe: Einfach, aber ĂŒberraschend spaĂig
Die Lego-Version des Horizon-Kampfsystems macht durch die Bank SpaĂ: Maschinen haben ihre markanten Schwachpunkte, die man gezielt abschieĂen kann, und Elementarwaffen sorgen fĂŒr taktische Abwechslung. Das Ganze wird begleitet von einem kleinen Skill-System â einfach, aber motivierend.Je nach Schwierigkeitsgrad kann es sogar herausfordernd werden. Auf hohen Stufen teilen einige Maschinen krĂ€ftig aus, was den KĂ€mpfen mehr Spannung gibt, ohne den Lego-typischen SpaĂ zu gefĂ€hrden.
Ein kleiner Knackpunkt ist die ZufĂ€lligkeit von Items und seltenen Waffen. Manche Herausforderungen verlangen bestimmte Elemente â und wenn diese gerade nicht droppen, wird es unnötig zĂ€h.
Viel zu sammeln, viel zu gestalten
Die Personalisierungsmöglichkeiten gehören zu den gröĂten StĂ€rken des Spiels:- â ĂŒber 100 Gold- und Rotsteine
- â neue Outfits
- â Tonics, die das SpielgefĂŒhl verĂ€ndern
- â ein anpassbares Motherâs Heart als Hub
Wunderschönes Lego-Horizon â mit toller Musik
Optisch ist das Spiel ein echtes Highlight. Die Maschinen wirken groĂartig in Lego-Form, die Landschaften sind detailreich und farbenfroh, und die Animationen sitzen. Besonders die Musik ĂŒberzeugt: Sie mischt klassische Horizon-StĂŒcke mit fröhlichen, modernen Beats â inklusive eines âPost-Apocalyptic Dance Partyâ-Tracks, der sofort im Ohr bleibt.Aber: Die Tiefe des Originals erreicht es nicht
Lego Horizon Adventures ist nicht dafĂŒr gemacht, ein vollwertiger Ersatz fĂŒr Horizon Zero Dawn zu sein. DafĂŒr fehlen die offenen Gebiete, die komplexen Systeme, die emotionale Wucht. Auch versteckte Geheimnisse, RĂ€tsel oder alternative Wege â typische Lego-Elemente â sind deutlich reduzierter als in anderen Lego-Ablegern.Es ist ein leichteres, zugĂ€nglicheres, humorvolles Erlebnis. Und das ist völlig in Ordnung â solange man genau das erwartet.






Noch keine Kommentare. Starte die Diskussion!