Arcade-Racing wie frĂŒher - nur eben im Jahr 2026
4PGP ist im Kern eine LiebeserklĂ€rung an klassische Arcade-Rennspiele der 90er-Jahre. Entwickler Vision Reelle und Publisher 3goo schicken Dich in Formel-Rennwagen auf kompakte Kurse, bei denen weniger die perfekte Simulation als vielmehr Geschwindigkeit, Wiedererkennbarkeit und unkomplizierter SpielspaĂ im Mittelpunkt stehen. Zur Auswahl stehen unter anderem Meisterschaft, schnelles Rennen und Zeitrennen, auĂerdem lĂ€sst sich lokal mit bis zu vier Spielern im Splitscreen antreten. Insgesamt stehen 19 Fahrzeuge und 14 Strecken bereit, wobei die Kurse zusĂ€tzlich in umgekehrter Richtung gefahren werden können. Auf der PS5 lĂ€uft das Geschehen in 4K und mit einer auf schnelle Reaktionen ausgelegten PrĂ€sentation. Besonders angenehm ist dabei, dass 4PGP nicht versucht, aus seiner ĂŒberschaubaren Grundidee kĂŒnstlich ein riesiges Rennspiel zu machen. Das Konzept ist schnell verstanden: Auto wĂ€hlen, Strecke wĂ€hlen und losfahren. Genau diese Direktheit gehört letztlich zum Charme des Spiels.4PGP spielt seinen Retro-Charme nicht nur aus - das Spiel macht ihn zu seinem eigentlichen Markenzeichen.
Bekannte Kurven im Miniaturformat sorgen fĂŒr Aha-Momente
Spielerisch fĂŒhlt sich 4PGP tatsĂ€chlich sehr, sehr gut an. Das FahrgefĂŒhl verbindet modernes Controlling mit jenem unkomplizierten Retro-Charme, den viele Arcade-Racer vergangener Jahrzehnte ausgezeichnet hat. Besonders interessant sind dabei die Strecken. NatĂŒrlich handelt es sich nicht um originalgetreue Reproduktionen realer Formel-1-Kurse, dennoch lassen sich in der StreckenfĂŒhrung immer wieder unverkennbare Vorbilder entdecken. Bestimmte Kurvenkombinationen und Abschnitte sorgen sofort fĂŒr einen kleinen Wiedererkennungseffekt. Das ist umso bemerkenswerter, weil eine komplette Runde teilweise nur wenige Sekunden dauert und die Vorbilder entsprechend stark komprimiert werden mĂŒssen. Trotzdem funktioniert die Illusion erstaunlich gut und verleiht den Kursen eine eigene IdentitĂ€t.Der SpielspaĂ profitiert auĂerdem von vier Schwierigkeitsgraden. Dadurch kannst Du Dich zunĂ€chst entspannt in das Fahrverhalten hineinfuchsen und spĂ€ter deutlich anspruchsvollere Rennen angehen. Assistenzfunktionen und ein Tutorial senken zusĂ€tzlich die EinstiegshĂŒrde. Championship, Quick Race und Time Attack liefern genĂŒgend Möglichkeiten fĂŒr kurze Sessions, wĂ€hrend der lokale Splitscreen gerade mit mehreren Spielern wunderbar zum Arcade-Konzept passt.
Die Strecken sind keine Kopien ihrer realen Vorbilder, aber manchmal reichen wenige Kurven, damit Du sofort weiĂt, woran sie Dich erinnern sollen.
Retro-Grafik zwischen Vergangenheit und Gegenwart
Optisch macht 4PGP vieles richtig, findet allerdings nicht in jeder Situation eine vollkommen eindeutige Linie. Die Grafik transportiert den gewĂŒnschten Retro-Charakter ĂŒberzeugend und passt grundsĂ€tzlich hervorragend zur kurzen, schnellen Arcade-Action. Fahrzeuge und Strecken sind klar erkennbar, die Darstellung bleibt auch bei höherem Tempo ĂŒbersichtlich und die gesamte Inszenierung erinnert bewusst an Rennspiele einer vergangenen Epoche. Auf der PS5 unterstĂŒtzt das Spiel zudem 4K-Auflösung, wodurch der eigentlich nostalgische Stil mit einer sauberen modernen Ausgabe kombiniert wird.Trotzdem hĂ€tten wir uns an einigen Stellen noch etwas mehr Feinschliff gewĂŒnscht. 4PGP sitzt optisch gelegentlich zwischen zwei StĂŒhlen. Eine konsequentere Retro-Inszenierung hĂ€tte den nostalgischen Charakter noch stĂ€rker herausarbeiten können, wĂ€hrend alternativ etwas mehr moderner Glanz ebenfalls interessant gewesen wĂ€re. Gerade die MenĂŒs vermitteln diesen etwas unentschlossenen Eindruck. Auch bestimmte Perspektiven und Details wie die HeckflĂŒgel-Ansicht wirken nicht ganz so ausgearbeitet wie der Rest. Schlecht sieht 4PGP deshalb keineswegs aus, aber gerade weil das grundlegende Design funktioniert, fallen solche kleinen Unstimmigkeiten stĂ€rker auf.
EingĂ€ngige Steuerung macht jede Kurve zum VergnĂŒgen
Bei der Steuerung zeigt 4PGP hingegen sehr deutlich, wo seine StĂ€rken liegen. Bereits nach wenigen Runden hat man das notwendige GefĂŒhl fĂŒr den Wagen entwickelt. Die Fahrzeuge reagieren direkt, nachvollziehbar und schnell genug, damit das hohe Tempo nicht in hektisches Herumkorrigieren ausartet. Auf der PS5 unterstĂŒtzt das Spiel analoge Beschleunigungs- und Bremseingaben sowie die Vibrationsfunktion des DualSense-Controllers. ZusĂ€tzlich stehen unterschiedliche Steuerungsprofile, Bewegungssensor-Steuerung und Hilfen fĂŒr Einsteiger zur VerfĂŒgung.Entscheidend ist allerdings weniger die Liste der Optionen als das tatsĂ€chliche GefĂŒhl in den HĂ€nden. Und genau hier ĂŒberzeugt 4PGP. Die Steuerung macht richtig SpaĂ und ist angenehm eingĂ€ngig, ohne dass dadurch sĂ€mtliche Herausforderung verloren geht. Vor allem auf höheren Schwierigkeitsgraden kommt es durchaus darauf an, Kurven sauber zu erwischen und nicht unnötig Geschwindigkeit zu verschenken. Das Ergebnis erinnert an die besten Eigenschaften klassischer Arcade-Racer: Du verstehst innerhalb weniger Minuten, wie das Spiel funktioniert, kannst Dich anschlieĂend aber trotzdem verbessern.
Modernes Controlling trifft auf Retro-RenngefĂŒhl - genau in dieser Kombination fĂ€hrt 4PGP seine gröĂte StĂ€rke aus.
Beim Sound fÀhrt 4PGP nicht ganz vorne mit
Akustisch begleitet 4PGP das Renngeschehen grundsĂ€tzlich ordentlich. MotorengerĂ€usche, RĂŒckmeldungen wĂ€hrend der Rennen und die allgemeine Soundkulisse erfĂŒllen ihren Zweck und unterstĂŒtzen das schnelle Arcade-GefĂŒhl. Die Musik passt auf dem Papier ebenfalls zur bewusst nostalgischen Ausrichtung und versucht, die energiegeladene PrĂ€sentation entsprechend zu begleiten. Allerdings gehört gerade sie fĂŒr uns zu den schwĂ€cheren Bereichen des Spiels.Nach einiger Zeit können die StĂŒcke durchaus etwas nervig werden. Gerade weil man bei einem Arcade-Racer viele Rennen unmittelbar hintereinander absolviert und bestimmte AblĂ€ufe entsprechend hĂ€ufig erlebt, wĂ€re hier etwas mehr Abwechslung willkommen gewesen. Vielleicht hĂ€tte ein stĂ€rker ausgearbeiteter Soundtrack mit mehr stilistischer Variation oder noch konsequenterer 90er-Jahre-Ausrichtung besser funktioniert. Das ist kein Punkt, der den eigentlichen SpielspaĂ ernsthaft beschĂ€digt, denn wĂ€hrend eines engen Rennens konzentriert man sich ohnehin stĂ€rker auf die nĂ€chste Kurve. Im direkten Vergleich mit dem gelungenen FahrgefĂŒhl und dem charmanten Streckendesign bleibt die akustische Seite von 4PGP aber etwas zurĂŒck.





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