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KI im praktischen Einsatz Review

Wolfram Gieseke zeigt, wie KI bei Texten, Bildern, Musik und Videos wirklich hilft



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Foto: Dieses Bild wurde mit einer KI generiert. Mehr zum Thema Transparenz.

Künstliche Intelligenz ist innerhalb erstaunlich kurzer Zeit vom Zukunftsthema zum alltäglichen Werkzeug geworden. Texte schreiben, Informationen recherchieren, Bilder erzeugen oder Musik komponieren - für all das gibt es inzwischen KI-Dienste. Das Problem ist eher, herauszufinden, welches Werkzeug wofür taugt und wie Du vernünftige Ergebnisse bekommst. Genau an diesem Punkt setzt Wolfram Gieseke mit „KI im praktischen Einsatz“ an. Statt lange über eine mögliche Zukunft mit künstlicher Intelligenz zu philosophieren, möchte er Dir zeigen, was Du mit der Technik ganz konkret anfangen kannst.

KI verstehen, ohne Informatik studieren zu müssen

Gieseke ist seit vielen Jahren als Autor von Computer- und Technikbüchern bekannt und hat sich unter anderem intensiv mit Windows, Netzwerken und IT-Sicherheit beschäftigt. Diese Erfahrung merkt man „KI im praktischen Einsatz“ an. Das Buch richtet sich nicht an Entwickler oder KI-Forscher, sondern an Menschen, die ChatGPT und Co. benutzen möchten, ohne sich zunächst durch wissenschaftliche Abhandlungen arbeiten zu müssen.

Dementsprechend beginnt Gieseke mit den Grundlagen. Was steckt eigentlich hinter dem Begriff künstliche Intelligenz? Was können moderne Systeme leisten und wo liegen ihre Grenzen? Dabei bleibt die Darstellung bewusst zugänglich. Du musst weder programmieren können noch mathematische Vorkenntnisse mitbringen.
Die wichtigste Botschaft des Buches ist erfreulich pragmatisch: KI versteht man am besten, indem man sie tatsächlich benutzt.

Gute Prompts sind mehr als eine nette Frage

Ein zentraler Bereich beschäftigt sich folgerichtig mit Prompts. Wer erstmals mit einem KI-Chatbot arbeitet, tippt häufig einfach eine Frage ein und wundert sich anschließend, warum die Antwort eher allgemein bleibt. Gieseke zeigt, wie stark sich Resultate verändern können, wenn Du einer KI präzise erklärst, welche Aufgabe sie erledigen, welchen Kontext sie berücksichtigen und in welcher Form sie antworten soll.

Dabei geht es nicht darum, Prompt Engineering zu einer Geheimwissenschaft aufzublasen. Vielmehr vermittelt das Buch grundlegende Methoden, mit denen sich die Kommunikation mit KI-Systemen verbessern lässt. Das ist gerade für Einsteiger hilfreich, weil schlechte Ergebnisse eben nicht zwangsläufig bedeuten, dass das verwendete System nichts taugt.

Anschließend wird es zunehmend praktisch. KI kann beim Recherchieren und Informieren eingesetzt werden, beim Formulieren eigener Texte helfen und teilweise Aufgaben übernehmen, für die bislang klassische Suchmaschinen verwendet wurden. Gieseke betrachtet dabei unter anderem ChatGPT, Microsoft Copilot und DeepL und zeigt anhand nachvollziehbarer Anwendungen, wo solche Dienste im Alltag nützlich werden können.

Von KI-Bildern bis zu Musik und Videoclips

Besonders interessant wird „KI im praktischen Einsatz“, sobald Gieseke die reine Textverarbeitung verlässt. Generative KI besteht schließlich längst nicht mehr nur aus Chatbots. Bilder lassen sich aus Beschreibungen erzeugen, Musik kann algorithmisch komponiert werden und auch Videoclips entstehen zunehmend auf Grundlage weniger Vorgaben.

Das Buch verschafft Dir einen Überblick über diese Möglichkeiten und konzentriert sich bewusst auf Werkzeuge, die kostenlos verwendet, nach einer Registrierung ausprobiert oder zumindest mit überschaubaren Einschränkungen getestet werden können. Dadurch bleibt die Einstiegshürde niedrig. Du sollst die beschriebenen Möglichkeiten eben möglichst selbst nachvollziehen können, anstatt lediglich darüber zu lesen.
„KI im praktischen Einsatz“ ist am stärksten, wenn aus einem abstrakten Schlagwort plötzlich ein Werkzeug wird, das Du fünf Minuten später selbst ausprobieren kannst.
Gerade bei generativer KI zeigt sich allerdings auch die grundsätzliche Schwierigkeit eines gedruckten Ratgebers. Dienste ändern ihre Benutzeroberflächen, Funktionen werden ergänzt, Bezahlmodelle umgebaut und manchmal verschwinden Anwendungen komplett. Ein Buch über Windows kann mehrere Jahre lang nahezu unverändert hilfreich bleiben. Ein konkreter KI-Ratgeber altert deutlich schneller.

Das ist weniger ein Fehler des Autors als eine Eigenschaft des Themas. Umso wichtiger ist es, die beschriebenen Beispiele nicht ausschließlich als Bedienungsanleitungen für bestimmte Dienste zu verstehen. Interessanter sind die dahinterliegenden Prinzipien: Wie formuliere ich eine Aufgabe? Wie bewerte ich ein KI-Ergebnis? Welche Arbeitsschritte kann ein System übernehmen und wann sollte ich skeptisch werden?

KI kann beeindrucken und überzeugend falschliegen

Gerade der letzte Punkt ist entscheidend. Generative KI produziert nicht automatisch Wahrheit. Texte können falsche Behauptungen enthalten, Bilder realistische Situationen zeigen, die niemals stattgefunden haben, und künstlich erzeugte Stimmen oder Videos machen die Grenze zwischen authentischem und synthetischem Material zunehmend schwer erkennbar.

Das Buch macht dadurch indirekt auch deutlich, warum Medienkompetenz im KI-Zeitalter wichtiger wird. Wer weiß, wie einfach sich überzeugend wirkende Inhalte generieren lassen, betrachtet spektakuläre Bilder, Aussagen oder vermeintliche Beweise hoffentlich mit etwas mehr Vorsicht. Gleichzeitig sollte diese Problematik nicht darüber hinwegtäuschen, wie nützlich dieselben Technologien für kreative und produktive Aufgaben sein können.
Wer KI sinnvoll nutzen möchte, braucht nicht nur gute Prompts, sondern auch genügend Skepsis gegenüber erstaunlich überzeugenden Ergebnissen.
Genau diese praktische Perspektive macht Wolfram Giesekes Ansatz sympathisch. „KI im praktischen Einsatz“ möchte weder die große KI-Revolution ausrufen noch vor einer unmittelbar bevorstehenden Maschinenherrschaft warnen. Stattdessen zeigt das Buch, welche Möglichkeiten bereits vorhanden sind und wie Du selbst damit experimentieren kannst.

Für Menschen, die ChatGPT, Copilot und ähnliche Angebote ohnehin täglich intensiv verwenden, bleibt der Erkenntnisgewinn naturgemäß begrenzt. Die Stärke liegt eindeutig beim Einstieg und beim strukturierten Überblick über verschiedene Einsatzgebiete. Wer bislang zwar ständig von künstlicher Intelligenz hört, aber nicht recht weiß, wo er anfangen soll, findet hier dagegen einen verständlichen und angenehm praxisorientierten Ausgangspunkt.

FAZIT

„KI im praktischen Einsatz“ macht genau das, was der Titel verspricht: Wolfram Gieseke erklärt künstliche Intelligenz nicht als abstraktes Zukunftskonzept, sondern anhand konkreter Anwendungen für Texte, Recherche, Bilder, Musik und Videos. Besonders Einsteiger profitieren von der verständlichen Sprache und den nachvollziehbaren Beispielen. Fortgeschrittene KI-Nutzer werden dagegen viele Grundlagen bereits kennen. Die größte Schwäche liegt zwangsläufig im rasanten Entwicklungstempo der behandelten Dienste, durch das einzelne Details vergleichsweise schnell altern können. Als verständlicher Einstieg und praktischer Überblick funktioniert das Buch dennoch sehr gut, zumal viele der vermittelten Grundprinzipien unabhängig von einzelnen KI-Werkzeugen nützlich bleiben.

Captain (Spielemagazin.de)

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Wolfram Gieseke zeigt, wie KI bei Texten, Bildern, Musik und Videos wirklich hilft

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