4PGP Review

Arcade-Rennen zwischen 90er-Nostalgie und moderner Steuerung



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4PGP braucht keine komplizierte Karriere, keine stundenlangen Fahrzeug-Setups und erst recht keine realistische Reifenphysik, um uns auf der PS5 ziemlich schnell abzuholen. Stattdessen setzt das Arcade-Rennspiel auf kurze Rennen, Formel-Flitzer, bekannte Streckenmotive und jede Menge 90er-Jahre-Charme. Schon nach den ersten Kurven stellt sich dieses besondere GefĂŒhl ein, das Ă€ltere Spieler an eine Zeit erinnert, in der Rennspiele vor allem eines sein wollten: unmittelbar unterhaltsam. Gleichzeitig steuert sich 4PGP erstaunlich modern und angenehm prĂ€zise. Genau diese Mischung macht neugierig, denn hinter der bewusst reduzierten PrĂ€sentation steckt mehr spielerisches FeingefĂŒhl, als der erste Blick vermuten lĂ€sst. Wir haben uns die PS5 -Version angesehen und dabei nicht nur einige ĂŒberraschend vertraute Kurven entdeckt.

Arcade-Racing wie frĂŒher - nur eben im Jahr 2026

4PGP ist im Kern eine LiebeserklĂ€rung an klassische Arcade-Rennspiele der 90er-Jahre. Entwickler Vision Reelle und Publisher 3goo schicken Dich in Formel-Rennwagen auf kompakte Kurse, bei denen weniger die perfekte Simulation als vielmehr Geschwindigkeit, Wiedererkennbarkeit und unkomplizierter Spielspaß im Mittelpunkt stehen. Zur Auswahl stehen unter anderem Meisterschaft, schnelles Rennen und Zeitrennen, außerdem lĂ€sst sich lokal mit bis zu vier Spielern im Splitscreen antreten. Insgesamt stehen 19 Fahrzeuge und 14 Strecken bereit, wobei die Kurse zusĂ€tzlich in umgekehrter Richtung gefahren werden können. Auf der PS5 lĂ€uft das Geschehen in 4K und mit einer auf schnelle Reaktionen ausgelegten PrĂ€sentation. Besonders angenehm ist dabei, dass 4PGP nicht versucht, aus seiner ĂŒberschaubaren Grundidee kĂŒnstlich ein riesiges Rennspiel zu machen. Das Konzept ist schnell verstanden: Auto wĂ€hlen, Strecke wĂ€hlen und losfahren. Genau diese Direktheit gehört letztlich zum Charme des Spiels.
4PGP spielt seinen Retro-Charme nicht nur aus - das Spiel macht ihn zu seinem eigentlichen Markenzeichen.
4PGP Review Screenshot

Bekannte Kurven im Miniaturformat sorgen fĂŒr Aha-Momente

Spielerisch fĂŒhlt sich 4PGP tatsĂ€chlich sehr, sehr gut an. Das FahrgefĂŒhl verbindet modernes Controlling mit jenem unkomplizierten Retro-Charme, den viele Arcade-Racer vergangener Jahrzehnte ausgezeichnet hat. Besonders interessant sind dabei die Strecken. NatĂŒrlich handelt es sich nicht um originalgetreue Reproduktionen realer Formel-1-Kurse, dennoch lassen sich in der StreckenfĂŒhrung immer wieder unverkennbare Vorbilder entdecken. Bestimmte Kurvenkombinationen und Abschnitte sorgen sofort fĂŒr einen kleinen Wiedererkennungseffekt. Das ist umso bemerkenswerter, weil eine komplette Runde teilweise nur wenige Sekunden dauert und die Vorbilder entsprechend stark komprimiert werden mĂŒssen. Trotzdem funktioniert die Illusion erstaunlich gut und verleiht den Kursen eine eigene IdentitĂ€t.

Der Spielspaß profitiert außerdem von vier Schwierigkeitsgraden. Dadurch kannst Du Dich zunĂ€chst entspannt in das Fahrverhalten hineinfuchsen und spĂ€ter deutlich anspruchsvollere Rennen angehen. Assistenzfunktionen und ein Tutorial senken zusĂ€tzlich die EinstiegshĂŒrde. Championship, Quick Race und Time Attack liefern genĂŒgend Möglichkeiten fĂŒr kurze Sessions, wĂ€hrend der lokale Splitscreen gerade mit mehreren Spielern wunderbar zum Arcade-Konzept passt.
Die Strecken sind keine Kopien ihrer realen Vorbilder, aber manchmal reichen wenige Kurven, damit Du sofort weißt, woran sie Dich erinnern sollen.
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Retro-Grafik zwischen Vergangenheit und Gegenwart

Optisch macht 4PGP vieles richtig, findet allerdings nicht in jeder Situation eine vollkommen eindeutige Linie. Die Grafik transportiert den gewĂŒnschten Retro-Charakter ĂŒberzeugend und passt grundsĂ€tzlich hervorragend zur kurzen, schnellen Arcade-Action. Fahrzeuge und Strecken sind klar erkennbar, die Darstellung bleibt auch bei höherem Tempo ĂŒbersichtlich und die gesamte Inszenierung erinnert bewusst an Rennspiele einer vergangenen Epoche. Auf der PS5 unterstĂŒtzt das Spiel zudem 4K-Auflösung, wodurch der eigentlich nostalgische Stil mit einer sauberen modernen Ausgabe kombiniert wird.

Trotzdem hĂ€tten wir uns an einigen Stellen noch etwas mehr Feinschliff gewĂŒnscht. 4PGP sitzt optisch gelegentlich zwischen zwei StĂŒhlen. Eine konsequentere Retro-Inszenierung hĂ€tte den nostalgischen Charakter noch stĂ€rker herausarbeiten können, wĂ€hrend alternativ etwas mehr moderner Glanz ebenfalls interessant gewesen wĂ€re. Gerade die MenĂŒs vermitteln diesen etwas unentschlossenen Eindruck. Auch bestimmte Perspektiven und Details wie die HeckflĂŒgel-Ansicht wirken nicht ganz so ausgearbeitet wie der Rest. Schlecht sieht 4PGP deshalb keineswegs aus, aber gerade weil das grundlegende Design funktioniert, fallen solche kleinen Unstimmigkeiten stĂ€rker auf.
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EingĂ€ngige Steuerung macht jede Kurve zum VergnĂŒgen

Bei der Steuerung zeigt 4PGP hingegen sehr deutlich, wo seine StĂ€rken liegen. Bereits nach wenigen Runden hat man das notwendige GefĂŒhl fĂŒr den Wagen entwickelt. Die Fahrzeuge reagieren direkt, nachvollziehbar und schnell genug, damit das hohe Tempo nicht in hektisches Herumkorrigieren ausartet. Auf der PS5 unterstĂŒtzt das Spiel analoge Beschleunigungs- und Bremseingaben sowie die Vibrationsfunktion des DualSense-Controllers. ZusĂ€tzlich stehen unterschiedliche Steuerungsprofile, Bewegungssensor-Steuerung und Hilfen fĂŒr Einsteiger zur VerfĂŒgung.

Entscheidend ist allerdings weniger die Liste der Optionen als das tatsĂ€chliche GefĂŒhl in den HĂ€nden. Und genau hier ĂŒberzeugt 4PGP. Die Steuerung macht richtig Spaß und ist angenehm eingĂ€ngig, ohne dass dadurch sĂ€mtliche Herausforderung verloren geht. Vor allem auf höheren Schwierigkeitsgraden kommt es durchaus darauf an, Kurven sauber zu erwischen und nicht unnötig Geschwindigkeit zu verschenken. Das Ergebnis erinnert an die besten Eigenschaften klassischer Arcade-Racer: Du verstehst innerhalb weniger Minuten, wie das Spiel funktioniert, kannst Dich anschließend aber trotzdem verbessern.
Modernes Controlling trifft auf Retro-RenngefĂŒhl - genau in dieser Kombination fĂ€hrt 4PGP seine grĂ¶ĂŸte StĂ€rke aus.
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Beim Sound fÀhrt 4PGP nicht ganz vorne mit

Akustisch begleitet 4PGP das Renngeschehen grundsĂ€tzlich ordentlich. MotorengerĂ€usche, RĂŒckmeldungen wĂ€hrend der Rennen und die allgemeine Soundkulisse erfĂŒllen ihren Zweck und unterstĂŒtzen das schnelle Arcade-GefĂŒhl. Die Musik passt auf dem Papier ebenfalls zur bewusst nostalgischen Ausrichtung und versucht, die energiegeladene PrĂ€sentation entsprechend zu begleiten. Allerdings gehört gerade sie fĂŒr uns zu den schwĂ€cheren Bereichen des Spiels.

Nach einiger Zeit können die StĂŒcke durchaus etwas nervig werden. Gerade weil man bei einem Arcade-Racer viele Rennen unmittelbar hintereinander absolviert und bestimmte AblĂ€ufe entsprechend hĂ€ufig erlebt, wĂ€re hier etwas mehr Abwechslung willkommen gewesen. Vielleicht hĂ€tte ein stĂ€rker ausgearbeiteter Soundtrack mit mehr stilistischer Variation oder noch konsequenterer 90er-Jahre-Ausrichtung besser funktioniert. Das ist kein Punkt, der den eigentlichen Spielspaß ernsthaft beschĂ€digt, denn wĂ€hrend eines engen Rennens konzentriert man sich ohnehin stĂ€rker auf die nĂ€chste Kurve. Im direkten Vergleich mit dem gelungenen FahrgefĂŒhl und dem charmanten Streckendesign bleibt die akustische Seite von 4PGP aber etwas zurĂŒck.

FAZIT

4PGP ist eine kleine, aber ausgesprochen charmante Zeitreise, die vor allem deshalb funktioniert, weil sie sich nicht allein auf Nostalgie verlĂ€sst. Das FahrgefĂŒhl ist direkt, eingĂ€ngig und erstaunlich modern, wĂ€hrend PrĂ€sentation, Strecken und das gesamte Spielkonzept unverkennbar an klassische Arcade-Racer erinnern. Besonders die clever verkĂŒrzten Strecken haben uns gefallen: Obwohl die realen Vorbilder nicht eins zu eins nachgebildet werden, erkennt man viele charakteristische StreckenfĂŒhrungen erstaunlich schnell wieder. Zusammen mit den unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden entsteht dadurch ein Rennspiel, in das Du schnell hineinfindest und das trotzdem genĂŒgend Motivation bietet, Deine Rundenzeiten weiter zu verbessern.

Captain (Spielemagazin.de)

Wie wir bewerten. Mehr zum Thema Transparenz.

Spielemagazin-Wertung: 81%
Arcade-Rennen zwischen 90er-Nostalgie und moderner Steuerung
Einzelwertungen
Gameplay
84
Grafik
80
Sound
74
Steuerung
85

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Genre Arcade, Racing, Sport
Plattformen Switch, PC, PS5
Release 04.02.2026
Studio Vision Reelle
Publisher 3goo
Links
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