Statt sich auf einen einzigen Helden zu beschränken, bietet Astral Ascent vier spielbare Figuren mit deutlich unterschiedlichen Spielweisen. Jede davon bringt eigene Angriffe, Bewegungsoptionen und Zauber mit. Dadurch verändert sich nicht nur die Optik einzelner Fähigkeiten, sondern der gesamte Rhythmus eines Durchlaufs. Wer nach einem gescheiterten Versuch die Figur wechselt, beginnt nicht einfach dieselbe Reise noch einmal, sondern lernt das Spiel aus einer neuen Perspektive kennen.
Vier Helden auf dem Weg durch den Garten
Ayla, Kiran, Calie und Octave besitzen jeweils ein eigenes Profil. Während einige Figuren stärker auf direkte Nahkampfangriffe und schnelle Bewegungen setzen, arbeiten andere mit Abstand, Beschwörungen oder ungewöhnlicheren Zaubereffekten. Die Unterschiede sind groß genug, damit sich jeder Held wie ein vollwertiger Zugang zum Spiel anfühlt und nicht bloß wie eine alternative Animation.Der Garten dient als zentrale Drehscheibe zwischen den Durchläufen. Hier sprichst Du mit Figuren, schaltest dauerhafte Verbesserungen frei und erhältst nach und nach mehr Einblick in die Welt. Die Handlung bleibt angenehm im Hintergrund, besitzt aber mehr Persönlichkeit als bei vielen Genrevertretern. Beziehungen, Gespräche und kleine Ereignisse geben den Helden Charakter, ohne den Spielfluss mit langen Erzählpassagen auszubremsen.
Die Geschichte um die zwölf Zodiacs ist nicht besonders überraschend, funktioniert jedoch als motivierender Rahmen. Jeder dieser Gegner besitzt eigene Eigenheiten und nimmt im Verlauf eine deutlichere Rolle ein. Das hilft Astral Ascent dabei, dass sich die Bosskämpfe nicht wie austauschbare Endpunkte anfühlen.
Kämpfen in atemberaubendem Tempo
Das Kampfsystem ist die große Stärke von Astral Ascent. Du greifst mit Standardattacken an, baust Ressourcen auf, setzt Zauber ein, springst, schwebst und weichst mit schnellen Dash-Bewegungen aus. Besonders gelungen ist die Beweglichkeit: Nach Treffern kannst Du weiter in der Luft agieren, Ketten aufrechterhalten und selbst im dichten Projektilchaos noch eine Rettungslinie finden.Das Spiel verlangt Aufmerksamkeit, wirkt aber selten unfair. Gegner kündigen gefährliche Aktionen klar genug an, sodass Du mit guter Beobachtung reagieren kannst. In hektischen Räumen kann der Bildschirm dennoch sehr voll werden. Dann hilft es, dass die Animationen sauber lesbar bleiben und die Steuerung direkt auf Eingaben reagiert.
Astral Ascent belohnt nicht nur Reflexe, sondern auch das Verständnis für den eigenen Build. Ein einfacher Zauber wird durch passende Verstärkungen, sogenannte Gambits, zu einer völlig anderen Fähigkeit. Projektile können sich teilen, zusätzliche Treffer auslösen, Gegner verfolgen oder mit anderen Zaubern zusammenspielen. So entstehen Durchläufe, in denen eine zunächst unscheinbare Fähigkeit plötzlich das gesamte Kampfsystem trägt.
Zauber, Gambits und echte Build-Vielfalt
Während einer Reise durch den Garten sammelst Du neue Zauber, Verbesserungen und Ressourcen. Dabei ist nicht jede Belohnung automatisch stärker als die bisherige. Oft musst Du abwägen, ob ein neuer Effekt gut zu Deiner vorhandenen Kombination passt oder ob Du lieber auf eine sichere Lösung setzt. Das macht die Entscheidungen zwischen den Kämpfen relevant und verhindert, dass Du nur auf höhere Zahlen achtest.Die Gambits sind besonders wichtig, weil sie Fähigkeiten weiter formen. Ein Angriff kann beispielsweise mehr Schaden verursachen, dafür aber langsamer werden, oder nach einem kritischen Treffer zusätzliche Effekte auslösen. Die Kombinationen reichen von kontrollierten Fernkampf-Builds bis zu sehr aggressiven Nahkampfkonstruktionen. Wer gerne experimentiert, findet hier enorm viel Raum für eigene Ideen.
Manchmal ist die Menge an Zaubern und möglichen Modifikationen allerdings auch etwas überwältigend. Gerade in den ersten Stunden kann es dauern, bis Du verstehst, welche Synergien wirklich tragen. Astral Ascent erklärt seine Grundlagen ordentlich, überlässt die tieferen Zusammenhänge aber bewusst dem Ausprobieren. Für erfahrene Roguelite-Spieler ist das ein Pluspunkt, Einsteiger können sich anfangs etwas verloren fühlen.
Die Zodiacs als starke Bossgegner
Die zwölf Zodiacs sind mehr als bloße Lebensleisten am Ende einer Zone. Ihre Angriffe, Bewegungsmuster und Gespräche geben ihnen ein eigenes Gesicht. Im Kampf verlangen sie saubere Ausweichmanöver und den Mut, auch in kurzen Lücken Schaden anzubringen. Besonders die späteren Begegnungen werden zu anspruchsvollen Prüfungen dafür, wie gut Du Deine Figur und ihren Build inzwischen beherrschst.Das Spiel greift einen interessanten Kniff auf: Niederlagen gegen wichtige Gegner fühlen sich nicht wie verschenkte Zeit an, weil Du ihre Muster lernst und beim nächsten Versuch spürbar besser vorbereitet bist. Zusätzlich halten alternative Versionen und höhere Schwierigkeitsstufen die Herausforderung nach einem ersten erfolgreichen Durchgang aufrecht.
Nicht jede Bossphase ist gleichermaßen überzeugend. Manche Gegner besitzen Effekte, die bei viel Bewegung und mehreren Projektilen etwas unübersichtlich werden. Insgesamt gehören die Zodiacs aber zu den besseren Boss-Riegen des Genres, weil sie nicht nur länger aushalten, sondern wirklich einen eigenen Kampfstil verlangen.
Allein stark, gemeinsam chaotisch
Astral Ascent lässt sich allein spielen, unterstützt aber auch Koop für zwei Personen. Gemeinsam durch den Garten zu ziehen, Zauber zu kombinieren und sich in kritischen Momenten gegenseitig zu retten, verleiht den ohnehin dynamischen Kämpfen eine weitere Ebene. Gerade lokal oder über Steam Remote Play Together entstehen sehr unterhaltsame Runden.Im Koop leidet die Übersicht allerdings spürbar. Wenn zwei Figuren gleichzeitig Dashes, Zauber und Verstärkungen auslösen, wird das Geschehen naturgemäß hektischer. Das gehört durchaus zum Reiz, kann bei besonders vollen Bosskämpfen aber den Blick auf wichtige Gefahren erschweren. Der Modus ist ein echter Mehrwert, ersetzt jedoch keine präzise auf Koop abgestimmte Lesbarkeit.
Pixelkunst mit viel Bewegung
Optisch gehört Astral Ascent zu den auffälligen Roguelites seiner Zeit. Die detailreiche Pixelgrafik verbindet leuchtende Farben, flüssige Animationen und schöne Hintergrundkulissen. Figuren und Gegner besitzen klare Silhouetten, während Zauber in kräftigen Effekten aufblühen. Das Spiel wirkt dadurch lebendig, ohne seine Lesbarkeit in jedem Moment zu verlieren.Die handgezeichneten Porträts und Zwischenszenen ergänzen die Pixeloptik gut. Sie geben den Figuren mehr Ausdruck und helfen der Welt, sich von einer bloßen Abfolge zufälliger Räume abzuheben. Einige Abschnitte wiederholen allerdings ihre Bausteine, und nach vielen Runs kann sich die Struktur stärker abnutzen als bei den besten Vertretern des Genres.
Auch musikalisch überzeugt Astral Ascent. Der Soundtrack treibt Kämpfe energisch voran, ohne Gespräche und ruhigere Hub-Momente zu überladen. Treffer, Dashes und Zauber klingen klar und kraftvoll. Deutsche Bildschirmtexte sind vorhanden, die Sprachausgabe bleibt englisch.
Sehr gutes Roguelite mit kleinen Abzügen
Astral Ascent kennt die Zutaten seines Genres genau, setzt sie aber mit viel spielerischer Sicherheit um. Der Aufbau aus Durchlauf, Niederlage, dauerhaften Freischaltungen und steigender Schwierigkeit ist vertraut. Die Qualität liegt darin, wie gut Kampf, Bewegung und Zauberanpassungen ineinandergreifen. Selbst nach vielen Versuchen gibt es noch neue Kombinationen und andere Helden zu entdecken.Die hohe Informationsdichte, das rasante Tempo und die gelegentlich überladene Bildschirmanzeige verhindern aber, dass das Spiel ganz ohne Einschränkung zugänglich bleibt. Auch die Wiederholung der Grundstruktur und nicht jede gleich spannende Story-Passage sorgen für kleine Abzüge. Entwickelt wurde Astral Ascent von Hibernian Workshop, veröffentlicht von Maple Whispering. Die PC-Vollversion erschien am 14. November 2023.





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