Verdammt noch mal!
Nein, wir wollen nicht gleich zurückfallen in alte Muster, denn Ärger, so zeigen uns die beiden Autoren, ist zunächst mal ein Gefühl, welches es zu analysieren gilt. So lernen wir wie Ärger entsteht und wagen auch einen Blick hinter die Kulisse und versuchen zu erkennen, dass in jedem Ärgernis vielleicht auch etwas Gutes steckt. Ob das Geschehene Glück oder Unheil ist, kommt immer darauf an, was als nächstes passiert und so raten uns die Autoren erstmal keine Urteile zu fällen und zudem keine Erwartungen zu haben, da letztere wiederum Enttäuschungen und somit Ärger hervorrufen.
Über weite Strecken des Buches liest sich das Werk wie ein philosophischer Ratgeber, jedoch ohne konkrete Handlungsanweisungen. Kommen zwischendrin doch mal konkrete Tips muss man sich fragen, ob es wirklich realistisch ist mit seinen Freunden einen "meditativen Feuertanz" (brüllend um ein Lagerfeuer tanzend, Notizen über die letzten Ärgernisse im Feuer verbrennend) abzuhalten. Erst ganz zum Schluss des Buches wird auf einige dezentere Methoden eingegangen, die helfen sollen, darunter auch:
- Bhakti Meditation
- Ärger wegklopfen
- Außenreize filtern (weniger oder "anders" fernsehen, etc.)
- Gleichgesinnte suchen
Beispiel 45: Sie sind Student, kommen morgens in die Mensa, und ein Kommilitone begrüßt Sie vor versammelter Mannschaft mit den Worten "Da komm der Idiot ja schon wieder". Wenn Sie nichts sagen, kann es sein, dass sie sich ärgern. Mit der ERD-Technik reagieren Sie vielleicht so: "Du meinst ich bin ein Idiot". Der Kommilitone wird antworten "Ja, genau". Dann stellen Sie die Rückfrage: "Ist das alles was du mir sagen willst?".
In jedem guten Buch rund um Rhetorik und Schlagfertigkeit, wird der Autor empfehlen, aus dem Spiel auszusteigen aber tunlichst dafür zu sorgen, dass diese Aussage nicht stehen bleibt. Denn am Ende des obigen Beispiels soll man sich sogar noch für diese Mitteilung bedanken und weggehen. Sicherlich nicht jedermanns Geschmack. Das sorgt (bei entsprechender Einstellung) vielleicht für den inneren Frieden, dürfte aber langfristig ganz andere Probleme mit sich bringen.



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