Witchcraft - Legend Review

Schwedischer Doom Metal mit konstanter Besetzung und melancholischen Klängen



Seit nunmehr 12 Jahren klampfen, singen und trommeln sich die vier heiteren Schweden durch die Konzerthallen dieses Weltballs, um ihre weniger heitere Kunde zu verkünden. Die Vertreter des Doom Metal schlechthin geben erneut ihr Stelldichein und wollen die Mengen mit ihren melancholischen Texten, den schweren Riffs und dem stimmigen Gesang einmal mehr atmosphärisch begeistern. Das unserer Meinung nach Besondere daran ist unter anderem, dass sie dies in stetig gleicher Besetzung tun, und das in dieser ganzen Zeit. Wo es im gleichen Zeitraum bei anderen Bands schon längst 87,537 Umbesetzungen gegeben hätte, hält sich diese Band konstant. Was sich, wie wir finden, auch in der Qualität der Musik bemerkbar macht, respektive im vierten und neuesten Machwerk "Legend". Aber lest selbst.

"Deconstruction", schwerfällig und gleichzeitig der erste Track der Skandinaven. An Genialität und Ohrwurmgarantie lässt dieser Song nichts vermissen. Ebendo verhält es sich bei seinem Nachfolger. It's time, to raise, the flag of... Na? Fate, richtig. Gut, Kreator-Fans mögen uns nun steinigen, und mit dem Klassiker Flag of Hate der deutschen Thrash-Metal-Ikone Kreator hat "Flag of Fate" bis auf die auditive Verwechslungsgefahr nicht viel gemein. Ruhig, aber unter die Haut gehend kommt dieser Song daher. "It's not because of you" rotzt und rockt, das steht schonmal fest. Und unserer Meinung nach ist es auch der Song, der am meisten Potential hat, auch in 20 Jahren noch auf Metalpartys gespielt zu werden. Eine weitere Variante der Freiheit wollen und die Doom-Metaller in "An Alternative to freedom" präsentieren. "Ghosts House" vermag aufgrund seiner Spielweise Tote zum Leben zu erwecken, und dies im positivsten Sinne. Es wäre ein guter Song für irgend einen Horrorfilm und sollte man definitiv im Ohr behalten.

"White Light Suicide" ist eine basslastige Nummer, die uns allerdings am wenigsten gefiel. Dies ist allerdings eher "Jammern auf hohem Niveau", denn nichts desto trotz ist dieser Song hörbar. "Democracy" ist ein virtuoses Stück Musikgeschichte. Ein weiterer Hit auf dem Album, das gefühlt mindestens 24 Minuten so weiter gehen dürfte... "Dystopia" hält das, was der Titel verspricht. Düstere Aussichten, wenig bis gar keine Hoffnung, Verzweifelung. Uns kam nicht nur einmal die Gänsehaut, so genial ist dieses Lied, so packend die Atmosphäre. Das Schlusslicht bildet, passender Weise, "Dead End". Über 12 Minuten beglücken und die Schweden mit ihrer Kunst. Und wir wollen mehr, wir wollen sie live, wir wollen das ganze Programm. Doch vorerst hören wir uns nochmal dieses Album an. Vorerst!

FAZIT

Dystopisch, doomig, Daumen hoch!

DasStampa (Spielemagazin.de)

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Spielemagazin-Wertung: 85%
Schwedischer Doom Metal mit konstanter Besetzung und melancholischen Klängen

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