Was sofort auffällt: Hier steckt eine klare Liebe zum klassischen Power Metal drin. Große Gesten, epische Themen, viel Pathos – das alles ist nicht nur vorhanden, sondern wird regelrecht zelebriert.
Power Metal nach Lehrbuch
Musikalisch bewegt sich „Opus Barbaricum“ klar im klassischen Power-Metal-Kosmos. Treibende Doublebass, galoppierende Riffs, hymnische Strukturen – alles da, alles vertraut. Wer mit Bands wie Manowar, Hammerfall oder Stratovarius sozialisiert wurde, wird sich hier schnell zurechtfinden.Das Problem: Genau darin liegt auch die größte Schwäche. Vieles wirkt wie ein Baukasten aus bekannten Versatzstücken. Die Ideen sind nicht schlecht, aber eben selten wirklich neu. Es fehlt an Ecken und Kanten, an Momenten, die sich klar abheben.
Stimme als klare Stärke
Wenn es einen Bereich gibt, in dem „Opus Barbaricum“ wirklich punktet, dann ist es der Gesang. Sven The Axe liefert hier eine starke Performance ab, die das Album spürbar trägt. Kraftvoll, präsent und mit einem angenehmen Wiedererkennungswert sorgt er dafür, dass viele Songs zumindest auf dieser Ebene funktionieren.Gerade im Vergleich zur eher generischen Instrumentierung hebt sich die Stimme deutlich ab. Sie gibt dem Album Charakter – etwas, das an anderer Stelle oft fehlt.
Zwischen Epik und Überlänge
Mit 17 Songs und einer Laufzeit von über einer Stunde ist „Opus Barbaricum“ alles andere als ein kurzes Vergnügen. Doch genau diese Länge wird dem Album ein Stück weit zum Verhängnis. Viele Ideen wiederholen sich, und über die Zeit hinweg stellt sich eine gewisse Ermüdung ein.Ein kompakteres Album hätte hier vermutlich deutlich besser funktioniert. So bleibt der Eindruck, dass Quantität vor Qualität stand – oder zumindest nicht ausreichend gefiltert wurde.
Produktion mit kleinen Fragezeichen
Der Sound bewegt sich insgesamt auf einem soliden Niveau. Die Produktion ist klar, die Instrumente gut voneinander getrennt. Doch gerade beim Schlagzeug gibt es deutliche Abstriche. Es wirkt oft steril, fast schon künstlich, was dem ansonsten recht organischen Ansatz entgegensteht.Ob hier ein Drumcomputer im Einsatz war oder einfach die Umsetzung nicht ganz gelungen ist, bleibt offen. Fakt ist: Es fällt auf – und nicht unbedingt positiv.
Zwischen Ernst und unfreiwilligem Humor
Auch inhaltlich bewegt sich „Opus Barbaricum“ auf einem schmalen Grat. Klassische Metal-Themen wie Schlachten, Mythen und Heldentum sind erwartbar – doch nicht alles wirkt gleich stimmig. Manche Ideen erscheinen überzogen, andere fast schon unfreiwillig komisch.Das kann unterhalten, sorgt aber gleichzeitig dafür, dass das Album nicht immer ernst genommen werden kann. Hier hätte etwas mehr Fokus gutgetan.
Ein eigenwilliges Comeback
„Opus Barbaricum“ fühlt sich insgesamt wie ein sehr persönliches Projekt an. Man merkt, dass hier jemand seine Vision umsetzen wollte – unabhängig davon, ob sie dem Zeitgeist entspricht oder nicht. Das ist auf der einen Seite sympathisch, auf der anderen Seite aber auch der Grund, warum das Album nicht durchgehend überzeugt.Es gibt gute Ansätze, starke Momente und eine klare Leidenschaft für das Genre. Gleichzeitig fehlt es an Feinschliff, Struktur und einer klareren künstlerischen Linie.
- The Dragon
- Meat Evil
- Cheesecake Commando
- Storm of Steel
- Idiocracy
- Nightmares from the Neighborhood
- The Last Ghostrider
- Gladiator
- Freya
- The Sleeper
- Frozen in Time
- Bitch with the Bow
- We Will Shine
- Drums Of War (Resistance)
- Another Tale of Steel
- Barbarian Oath
- Echoes of Battle



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