Ein Album wie ein Roadtrip durch die Seele
Schon der Einstieg macht klar, dass hier keine leichte Kost serviert wird. „Sick of This Shit“ wirkt roh und direkt, fast schon wie ein Ventil für angestaute Emotionen. Ricci verarbeitet auf „13 Hours“ persönliche Themen wie Erschöpfung, Sucht und Verlust – und das spürt man in jeder Note.Das Album fühlt sich tatsächlich wie ein Roadtrip an. Mal ruhig und reflektierend, dann wieder treibend und unruhig. Du sitzt quasi mit auf dem Beifahrersitz, während draußen die Nacht vorbeizieht und im Inneren Gedanken kreisen.
Virtuosität trifft auf rohe Ehrlichkeit
Jason Ricci gehört nicht ohne Grund zu den besten Mundharmonikaspielern seiner Generation. Was er hier abliefert, ist technisch beeindruckend, aber nie Selbstzweck. Seine Harmonica wird zur Stimme, zum Erzähler, manchmal sogar zum emotionalen Mittelpunkt eines Songs.Doch auch die Band trägt einen enormen Teil zum Gesamtbild bei. The Bad Kind liefern ein dichtes Fundament aus Groove und Dynamik, während Kaitlin Dibble mit ihrer Stimme zusätzliche Tiefe ins Spiel bringt. Gerade diese Kombination sorgt dafür, dass sich die Songs lebendig und organisch anfühlen.
Zwischen Blues, Funk und Jazz – ohne Grenzen
„13 Hours“ lebt von seiner Vielseitigkeit. Tracks wie „Long Twisted Night“ oder „Renegade“ zeigen, wie mühelos die Band zwischen verschiedenen Stilrichtungen wechseln kann. Mal dominiert der klassische Blues, dann wieder schleichen sich Funk-Rhythmen oder jazzige Elemente ein.Besonders spannend ist dabei, dass das Album nie zerfahren wirkt. Trotz der stilistischen Vielfalt bleibt ein klarer roter Faden bestehen – und der ist emotionaler Natur. Es geht immer um Gefühl, um Ausdruck, um das, was zwischen den Tönen passiert.
Ein Sound, der unter die Haut geht
Die Produktion unterstützt genau das, was dieses Album ausmacht: Authentizität. Nichts klingt überpoliert, nichts wirkt künstlich. Stattdessen entsteht ein warmer, teilweise fast dreckiger Sound, der perfekt zur Atmosphäre passt.Gerade die Aufnahmen wirken, als wäre man direkt im Studio dabei. Diese Nähe sorgt dafür, dass die Songs intensiver wirken, manchmal sogar unangenehm ehrlich. Aber genau das macht „13 Hours“ so stark.
Hommage und Verarbeitung zugleich
Ein zentraler Aspekt des Albums ist die Widmung an den verstorbenen Schlagzeuger John Perkins. Diese emotionale Ebene verleiht den Songs zusätzlich Gewicht. Es geht nicht nur um persönliche Dämonen, sondern auch um Verlust und Erinnerung.Der Titeltrack „13 Hours“ bündelt diese Stimmung noch einmal besonders eindrucksvoll. Hier kommt alles zusammen: Melancholie, Intensität und eine gewisse Form von Akzeptanz.
Tracklist
- Sick of This Shit
- Tired of Tryin
- The Big Diseaseey
- Leo Watkin's Rag
- Long Twisted Night
- Bubble Gum Pop
- River's Invitation
- Renegade
- Nuit Waltz
- 13 Hours



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