65daysofstatic - We Were Exploding Anyway Review

Elektronischer Soundwandel mit komplexen Stimmungswechseln zum Tanzen



Es bedeutet einen mutigen Schritt, wenn eine Band sich dazu entschließt, ihren Musikstil zu verändern. Die Jungs von 65daysofstatic haben dieses Experiment gewagt - erfolgreich. Weg vom Gitarrengeschredder hin zum Elektro. Bereits bei ihrer ersten Veröffentlichung im Jahr 2003, "Stumple.Stop.Repeat.", haben 65dos die Musikszene mit einem ungewöhnlichem Sound überrascht. Ähnliches Überraschungspotenzial birgt "We Were Exploding Anyway".

Go Complex
Sicherlich lassen sich Vergleiche zu Prodigy und Aphex Twin ziehen. "Das Off-Beat-Schlagzeug von Aphex trifft Prodigy" könnte eine Beschreibung lauten. Für "Go Complex" trifft dieser Vergleich wohl den Nagel auf den Kopf. Doch kommen 65dos fast ausschließlich ohne Gesang aus. Lediglich in dem Stück "Come To Me" unterstützt eine Stimme die Melodien. Zu einer Mixtur aus elektronischer Clubmusik und Gitarren gesellt sich ein schnelles Schlagzeug. Doch der wirkliche Kontrast entsteht erst durch die so erzeugte Stimmung. Ihre Lieder sind komplex, soviel ist sicher. Die Soundgebilde laden von Beginn an zum Tanzen ein. Dieser Einladung zu folgen ist aber kaum möglich. Zu sehr ist man damit beschäftigt, auf die Stimmungswechsel zu reagieren und seine Gedanken neu zu ordnen. Was hier vielleicht mühsam oder anstrengend klingen mag, funktioniert wunderbar und macht großen Spaß. Man kommt kaum auf die Idee, die Lyrics zu vermissen. Auch ohne sie, erzählen die Songs ihre Geschichten. Was zunächst so paradox klingt, liefert am Ende doch dir treffendste Beschreibung: So etwas wie ein Stummfilm für die Ohren, der eine eigene Interpretation der Erzählung zulässt, wenn man sich nur darauf ein lässt.

Die Jungs aus Great Britain haben mit dieser CD eine schöne Nische geschaffen, die sie schon zuvor ansatzweise belegten. Vielleicht gelten sie irgendwann als Wegbereiter einer neuen Britpop-Generation und schicken Oasis und die anderen zu den Beatles.

Anspieltipps:

1. Mountainhead
6. Come To Me
7. Go Complex

Tracklist:

1. Mountainhead
2. Crash Tactics
3. Dance Dance Dance
4. Piano Fights
5. Weak04
6. Come To Me
7. Go Complex
8. Debutante
9. Tiger Girl

FAZIT

"We Were Exploding Anyway" ist Musik auf hohem Niveau. Wer die vorherigen Alben kennt und mag, darf beruhigt zugreifen. Nicht ganz so schwermütig und vor allem weitaus weniger selbstzerstörerisch geht es hier zu. Wenn überhaupt, läuft die Umgebung Gefahr, Opfer exzessiven Tanzens zu werden. Für alle Anderen gilt: Unbedingt Probehören!

NextFlo (Spielemagazin.de)

Wie wir bewerten. Mehr zum Thema Transparenz.

Spielemagazin-Wertung: 95%
Elektronischer Soundwandel mit komplexen Stimmungswechseln zum Tanzen

Noch keine Kommentare. Starte die Diskussion!



Dieser Artikel kann Affiliate-Links enthalten, die mit gekennzeichnet sind. Als Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen. Für dich ändert sich nichts, auch nicht am Preis, aber du unterstützt dieses Projekt. Dieser Beitrag wurde mithilfe generativer KI erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr zur Transparenz.

Dies wird dich interessieren...
Omukade

Ein gigantischer Tausendfüßler verwandelt eine verlassene Mine in Thailand in eine tödliche Falle



Coilguns - Everything We Love, We Destroy

Treibend, atmosphärisch und eigenwillig: Coilguns setzen auf Charakter



Werbefläche buchen
Genre
Release 2010-04-30
Studio Hassle Records (Soulfood)
Publisher Hassle Records (Soulfood)
Werbefläche buchen
Redakteur werden bei Spielemagazin.de
Wir suchen Verstärkung für unsere Redaktion.

DU LIEBST SPIELE, FILME, MUSIK ODER BÜCHER? MACH MIT!

Veröffentliche Tests und News, führe Interviews oder werde Teil unseres Podcast-Teams.

Redakteur werden

Werbefläche buchen