Fear X Review

Ein Psychothriller über Trauer und die obsessive Suche nach Wahrheit.



Stehst Du auf Filme, die Dich verwirren? Stehst Du auf Filme, die Dich so sehr mit in den Bann ziehen, dass Du eine Gänsehaut bekommst? Filme, die die Bezeichnung "Thriller" wirklich verdienen? Filme, die ähnlich fesseln wie "The sixth Sense"? Dann solltest Du Dir "Fear X" auf alle Fälle ansehen!

Wenn die Trauer Dich zerfrisst!
Harry (gespielt von John Turturro) arbeitet als Sicherheitskraft in einem Einkaufszentrum. Auf dem Parkplatz eben dieses Einkaufszentrums wurde vor kurzem seine Frau von einem Unbekannten erschossen. Seitdem stürzt sich Harry viel mehr in seine Arbeit als vorher. Er nimmt Videobänder mit nach Hause und versucht so, den Mörder seiner Frau zu finden, spielt immer und immer wieder die Szenen des Mordtages ab. Dabei versinkt er aber immer mehr in Lethargie, die Trauer scheint ihn zu zerfressen. Nur die Suche nach dem Täter hält ihn noch einigermaßen aufrecht. Durch diese Manie, den Mörder seiner Frau zu finden, riskiert er sogar seinen Job. Hinzu kommen surreale Träume und Visionen von seiner Frau. Bis er scheinbar der Spur des Täters immer näher kommt...

Folgt Harry auf den Trip in seine Psyche!
Der dänische Regisseur Nicolas Winding Refn hat bereits mit Filmen wie "Drive" und "Pusher" sein Talent unter Beweis gestellt. "Fear X" war sein dritter Film, der aus dem Jahr 2003 stammt. Sind "Drive" und "Fear X" doch beides Thriller, sind diese Filme doch völlig unterschiedlich. Während "Drive" schon von Beginn an mit hohem Tempo durchstartete und allgemein einiges mehr an Action bot, so ziel "Fear X" mit ruhigen, beängstigenden Szenen vielmehr auf die Psyche ab. "Fear X" könnte man sogar schon als minimalistisch bezeichnen, was aber der Spannung keinen Schaden zufügt. Im Gegenteil! Refn nimmt den Zuschauer mit auf eine Fahrt in Harry's Psyche und zeigt durch ein großartiges Farbspiel und gut gewählter Kameraeinstellungen, dass weniger in diesem Fall mehr ist. Dieser Film braucht keine Explosionen oder blutige Szenen, dieser Film kommt mit gut umgesetzten Techniken und einem erstklassigen John Turturro aus, der seine Rolle wirklich fabelhaft spielt und eine unglaublich gute Mimik zur Schau stellt.

Logischerweise ist aber eine gute schauspielerische Leistung und eine gut in Szene gesetzt Kulisse längst nicht alles. Auch die technischen Leistungen können über eine fehlende oder schlechte Story hinweg täuschen. Aber das müssen sie auch gar nicht! Denn auch die Story dieses Films kommt einer Meisterleistung gleich!

Ziemlich schnell wird dem Zuschauer klar, dass er mit "Fear X" keine leichte Kost vor sich hat. Hat man sich erstmal auf diesen Film eingelassen, ist eine Gänsehaut garantiert. Wendungen und Entwicklungen, die man einfach nicht erwartet hätte, kommen hier auf den Thriller-Fan zu. Kaum denkt man, dass man langsam durchblickt, stellt man fest, dass man doch daneben lag und die Spannung bleibt bestehen. Der surreale Aspekt, die Verschmelzung von Traum, Erinnerung und Realität, bringen eine unbeschreibliche Atmosphäre zu Tage, die man auch nach dem Film nicht so schnell abschütteln kann.

Wer also Psycho-Thriller mag und auf knallharte Action gerne mal verzichten kann, wen es nicht stört, nach dem Film immer noch ein wenig verwirrt zu sein und wer auch nach einem Film noch über das Gesehene nachdenken mag, der sollte sich "Fear X" unbedingt ansehen! Ein Thriller, der kein 08/15-Produkt, sondern eine eigene Klasse für sich ist!

FAZIT

Ein mitreißendes Thriller, der nicht mit Action und Special-Effects überzeugt, sondern durch ein erstklassiges Drehbuch, tolle schauspielerische Leistungen und starker Atmosphäre. Unbedingt einen Blick wagen!

Jana (Spielemagazin.de)

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Spielemagazin-Wertung: 93%
Ein Psychothriller über Trauer und die obsessive Suche nach Wahrheit.

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