Eine reflektierte Auseinandersetzung mit der Heimat
Der Track „Hon“ entstand in kreativer Zusammenarbeit mit dem palästinensischen Dichter Anas Alaili, während die Produktion von Marc Collin übernommen wurde. Inhaltlich versteht sich das Lied als ergreifende Auseinandersetzung mit einem „kleinen Land mit einer klaffenden Wunde“, wie es in der Beschreibung der Entstehung heißt. Dabei nimmt der Song vor allem die Perspektive der Diaspora im digitalen Zeitalter ein. Du erfährst hier musikalisch verarbeitet, wie es sich anfühlt, aus der schützenden Ferne Zeuge der Verletzlichkeit von geliebten Menschen zu sein, die akuter Gewalt ausgesetzt sind. Diese emotionalen Spuren hinterlassen tiefe Eindrücke in der Seele, die Hamdan in ihrer gewohnten Feinfühligkeit vertont.Der Song fungiert dabei als thematischer Anker für das gesamte kommende Album. Er fasst die zentralen Motive der Platte zusammen und reflektiert über Themen wie Verlust, aber ebenso über Hoffnung und die unerschütterliche, wenn auch schmerzhafte Verbindung zu ihrer libanesischen Heimat.
Visuelles Konzept zwischen Paris und Beirut
Begleitet wird die Veröffentlichung von einem aufwendig gestalteten Musikvideo, das auf einem künstlerischen Dialog zwischen den Städten Paris und Beirut basiert. Die Regie übernahm der in Beirut lebende bildende Künstler Khalil, der eng mit Hamdan an der visuellen Umsetzung feilte. Das Ergebnis ist ein Clip, der klassische filmische Ansätze und handgemachte Animationen miteinander verknüpft.So kommen im Video von Georges Méliès inspirierte Techniken zum Einsatz, die mit handgefertigten Stop-Motion-Bildern verschmelzen. Inhaltlich erforscht das Bewegtbild Themen wie Aufruhr und Wiederauferstehung, was sich in lebendigen, kaleidoskopischen Metaphern ausdrückt. Yasmine Hamdan, die Musikfans vor allem durch ihre bahnbrechende Arbeit mit der früheren Band Soapkills sowie durch ihre gefeierte Solokarriere ein Begriff ist, beweist damit einmal mehr ihr Gespür für ästhetische Grenzgänge. Sie verschiebt unermüdlich die Grenzen zwischen Pop, experimentellen Klängen, elektronischer Musik und panarabischen Einflüssen. Mit der Veröffentlichung von „Hon“ liefert sie einen ersten, vielversprechenden Vorgeschmack darauf, was dich auf dem kommenden Langspieler musikalisch erwarten wird.


Noch keine Kommentare. Starte die Diskussion!