Ein jahrhundertealter Lobgesang im Metal-Gewand
Inhaltlich basiert "O Roma Nobilis" auf einer jahrhundertealten lateinischen Hymne, die einst zur Verherrlichung Roms verfasst wurde. Der Text beschreibt die Ewige Stadt als einen Ort von Erhabenheit, Hingabe und geistlicher Macht. Dabei greift die Lyrik auf religiöse Motive wie das Blut der Märtyrer, weiße Lilien sowie die Apostel Petrus und Paulus zurück. Durch Bitten um Barmherzigkeit, Führung und Weisheit erhält das historische Dokument in der Interpretation von Liva eine moderne, musikalische Einkleidung.Musikalisch verbindet das Stück orchestrale Arrangements, metallische Gitarrenriffs und den Wechselgesang zwischen der Sopranistin Nadine Guertin und Pier Carlo Liva, der sowohl für Tenor- als auch für Death-Metal-Gesang zuständig ist. Das dazugehörige Musikvideo wurde von Pierre L'Espérance gefilmt und inszeniert. Es soll die dramatische Ausstrahlung des Titels visuell unterstützen und die theatralische Atmosphäre der Komposition unterstreichen.
Pioniere der klassischen Metal-Fusion in Kanada
Liva zählt zu den ersten kanadischen Musikprojekten, die klassische Musikstrukturen und Opernelemente konsequent mit Metal kombinierten. Die Bandgeschichte reicht über zwei Jahrzehnte zurück: Bereits im Jahr 2002 veröffentlichte die Gruppe das Album *Requiem*, eine schwermetallische Interpretation der lateinischen Totenmesse. Im selben Jahr trat das Ensemble im Rahmen einer Übertragung von Radio-Canada gemeinsam mit einem 13-köpfigen Kammerorchester auf. Ein Jahr später, 2003, folgte die Auszeichnung mit dem MIMI-Award als innovativster Künstler ("artiste le plus avant-gardiste") für die gelungene Verschmelzung der Genres.Auch in den Folgejahren blieb das Konzept der Vertonung klassischer und theologischer Texte zentral. Das 2007 erschienene Album *De Insulis* basierte auf den lateinischen Schriften des Theologen Alain de Lille aus dem 12. Jahrhundert. Im Jahr 2013 folgte das Album *Human Abstract*. Über die Jahre teilte sich die Formation die Bühne mit namhaften Vertretern der extremen und symphonischen Metal-Szene, darunter Nightwish, Therion, Voivod, Gorguts und Kataklysm.
Für die Aufnahmen von *Ecce Mundus* zeichnete die Besetzung bestehend aus Nadine Guertin (Sopran), Pier Carlo Liva (Gesang, Gitarre, Elektronik), Martin Tremblay (Bass) und Claude Lacroix (Schlagzeug) verantwortlich. Nach Abschluss der Studioarbeiten übernahm Philippe Leblanc den Platz am Schlagzeug. Auch die internationale Fachpresse lobte das Werk für seine handwerkliche Präzision:
Die stilistische Bandbreite von Liva ist schlicht enorm. Man kann und sollte ihnen ein gewisses Händchen für sauber produzierte und songschreiberisch reife Songs keinesfalls absprechen. Das ist schlicht großartig! Variabel, ausdrucksstark und charismatisch.


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