Ein genialer Genremix voller handfester Überraschungen und bitterbösem Humor
Der Einstieg in das Abenteuer fühlt sich zunächst überraschend leichtfüßig an. Bevor das Flugzeug überhaupt den Boden berührt, wird uns eine ordentliche Portion cleverer Büro-Satire serviert. Die Dynamik zwischen den beiden Hauptfiguren zündet sofort. Doch genau hier zeigt sich das unverkennbare Genie des Regisseurs: Die anfänglich lockere und witzige Stimmung kippt nach dem Absturz spürbar. Was wie eine harmlose Komödie beginnt, entwickelt sich Schritt für Schritt zu einem waschechten, düster-komischen Psychothriller. Es ist wirklich faszinierend zu beobachten, wie das Drehbuch die vertraute Machtstruktur seziert. Im Büro hatte der arrogante Chef noch das Sagen, aber im unbarmherzigen Dschungel zählen plötzlich ganz andere Qualitäten. Linda entpuppt sich als diejenige, die echte Überlebensinstinkte besitzt, während der vermeintliche Macher Bradley jämmerlich einknickt. Diese absolute Rollenumkehr sorgt für jede Menge grandiose Situationskomik, verliert dabei aber nie die nötige Portion Ernsthaftigkeit. Genau deshalb macht der Survival-Trip mit dem Titel Send Help ab der ersten Minute so unglaublich viel Spaß.Das brillanteste Psychoduell des Jahres glänzt durch schauspielerische Höchstleistungen
Dass dieses Kammerspiel unter Palmen so verdammt gut funktioniert, liegt in erster Linie an der fantastischen Besetzung. Rachel McAdams liefert eine absolut fehlerfreie und physisch extrem fordernde Performance ab. Sie spielt die erschöpfte, aber wild entschlossene Angestellte mit einer derart greifbaren Intensität, dass man in jeder Sekunde mit ihr mitfiebert. Ihr gegenüber steht ein sensationell gegen sein eigentliches Image besetzter Dylan O'Brien. Er verkörpert den rücksichtslosen, narzisstischen Chef so wunderbar unausstehlich, dass man ihn von der ersten Minute an einfach nur hassen möchte. Wenn er dann in den entscheidenden Momenten seine tiefe Verletzlichkeit offenbart, gewinnt die Figur eine unerwartete Tiefe. Die Chemie zwischen den beiden Hauptdarstellern ist schlichtweg großartig, auch wenn das Drehbuch im Mittelteil vielleicht ein kleines bisschen zu eifrig versucht, die beiden ungleichen Charaktere einander anzunähern. In einer kleineren Nebenrolle weiß zudem Dennis Haysbert zu überzeugen, selbst wenn sein Charakter im späteren Verlauf leider etwas zu schnell in den Hintergrund gedrängt wird. Mit Send Help wird uns ein echtes schauspielerisches Highlight serviert.



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