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Underground Garage Review

Tuning-Träume mit viel Potenzial und zu vielen Pannen



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Underground Garage möchte zwei beliebte Fantasien miteinander verbinden: Du reparierst und veredelst Autos in Deiner eigenen Werkstatt, fährst sie anschließend durch eine offene Stadt und stellst Dein Können bei illegalen Straßenrennen unter Beweis. Auf dem Papier klingt das nach einer reizvollen Mischung aus Car Mechanic Simulator und Arcade-Racer. Tatsächlich besitzt das Spiel von BeardedBrothers.games einige gute Ansätze, vor allem bei der Präsentation der Fahrzeuge und beim Umbau. Im Fahrgefühl, bei der technischen Umsetzung und in der spielerischen Tiefe bleibt Underground Garage jedoch deutlich hinter seinen Ambitionen zurück.

Vom Schrauber zum König der Nachtszene

Die Story setzt Dich als talentierten Mechaniker in eine Tuning-Szene, in der Du zunächst Kundenaufträge erledigst und langsam einen Namen aufbaust. Gemeinsam mit Deiner Freundin Deb arbeitest Du in einer Werkstatt, bis ein Angriff den Betrieb zerstört. Danach beginnt der Wiederaufbau, verbunden mit der Suche nach den Verantwortlichen und dem Wunsch, die eigene Garage zur wichtigsten Adresse der Stadt zu machen.

Die Handlung liefert immerhin einen Rahmen für Werkstattaufträge und Rennen, bleibt aber sehr vorhersehbar und wenig glaubwürdig erzählt. Figuren treten auf, geben Dir eine Aufgabe und verschwinden häufig wieder aus dem Fokus. Dialoge und Zwischensequenzen erzeugen selten echte Spannung. Für ein Spiel, das den Aufstieg in einer Untergrundszene inszenieren möchte, fehlt es der Geschichte an markanten Rivalen, überzeugenden Konflikten und einem klaren Gespür für diese Kultur.
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Schrauben mit vielen Teilen, aber wenig Tiefe

Der Werkstattbereich ist eindeutig der Kern von Underground Garage. Fahrzeuge bestehen aus zahlreichen Teilen, die Du ausbauen, reparieren, ersetzen und gegen bessere Komponenten austauschen kannst. Motoren, Karosserieelemente, Räder und verschiedene technische Bauteile lassen sich drehen, untersuchen und wieder montieren. Das vermittelt zunächst tatsächlich das Gefühl, an einem Auto zu arbeiten, statt nur ein paar Menüwerte zu erhöhen.

Die Abläufe bleiben allerdings sehr vereinfacht. Schäden werden oft schnell sichtbar gemacht, defekte Teile lassen sich ohne große Diagnosearbeit austauschen und viele Reparaturen beschränken sich auf wiederholte Eingaben. Flüssigkeiten wie Öl, Kraftstoff, Kühlmittel und Bremsflüssigkeit sind vorhanden, fügen sich aber nicht immer zu einer wirklich glaubwürdigen Mechaniker-Simulation zusammen. Wer viel Detailtiefe und realistische Diagnosewege erwartet, wird sich mehr spielerische Substanz wünschen.

Tuning mit sichtbaren Veränderungen

Besser gelingt die individuelle Gestaltung. Spoiler, Neon, Lackierungen, Aufkleber und weitere optische Teile erlauben es Dir, Autos sichtbar zu verändern. Auch die technischen Upgrades wirken sich zumindest nachvollziehbar auf Leistung und Fahrverhalten aus. Die Auswahl aus 20 Fahrzeugen, 15 Motoren und zahlreichen Bauteilen sorgt dafür, dass Du nicht sofort alles gesehen hast.

Trotzdem fehlt dem Tuning eine feinere Abstimmung, um Kenner dauerhaft zu fesseln. Häufig besteht der Fortschritt vor allem darin, ein Teil einer höheren Stufe einzubauen und so bessere Werte zu erhalten. Das ist zugänglich, aber wenig differenziert. Zwischen einem simplen Upgrade-System und einer echten Tuning-Simulation bleibt Underground Garage oft in der Mitte hängen.
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Straßenrennen ohne das nötige Fahrgefühl

Sobald Du Deine Arbeit abgeschlossen hast, kannst Du Dich in der Stadt mit Zeitrennen, Duellen, Übungsfahrten und klassischen Rennen beweisen. Die offene Welt bietet außerdem kleinere Aufgaben, Händler, Schrottplätze und versteckte Orte. Das klingt nach einer willkommenen Abwechslung vom Schrauben und könnte den Spielablauf wunderbar auflockern.

Leider ist das Fahren die größte Schwachstelle. Die Autos reagieren zu unpräzise, das Fahrverhalten schwankt zwischen träger Lenkung und schwer kontrollierbarem Übersteuern. Bremswege, Drifts und Kollisionen fühlen sich häufig nicht so an, als würden sie zu den sorgfältig aufgebauten Fahrzeugen passen. Gerade weil die Rennen ein zentraler Teil des Fortschritts sind, fällt dieses Problem besonders stark ins Gewicht. Mit Geduld lassen sich die Wettbewerbe absolvieren, ein überzeugender Street-Racer wird Underground Garage dadurch aber nicht.
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Offene Welt mit wenig Leben und wenig Relevanz

Die Stadt bietet Raum zum Herumfahren, zum Aufspüren von Orten und zum Testen neuer Umbauten. Sie wirkt jedoch eher wie eine große Verbindung zwischen einzelnen Aktivitäten als wie eine lebendige Open World. Viele Bereiche bleiben optisch austauschbar, während Interaktionen und Ereignisse zu selten überraschen. Nach einer Weile wird klar, dass die Werkstatt und die Rennen wichtiger sind als die Stadt selbst.

Das ist schade, denn gerade ein guter Schrottplatz, versteckte Teile oder dynamische Herausforderungen hätten die offene Struktur stärker rechtfertigen können. So bleibt die Welt überwiegend Kulisse. Sie gibt dem Spiel Größe, aber nicht unbedingt mehr spielerischen Gehalt.

Technik zwischen hübschen Autos und rauer Oberfläche

Fahrzeuge, Motoren und einzelne Werkstattbereiche sehen ordentlich aus. Gerade beim Zerlegen eines Autos sind Details erkennbar, die den Schrauber-Aspekt glaubwürdiger machen. Lichtreflexionen auf Lackierungen und die Möglichkeiten der individuellen Gestaltung sorgen ebenfalls für einige schöne Ansichten.

Daneben stehen jedoch eine schwache Performance, unsaubere Kameraführung und technische Fehler. In Bewegung wirken Grafik und Bild oft weniger klar, als sie bei einem schnellen Rennspiel sein sollten. Kollisionen mit der Umwelt besitzen kaum Gewicht, einzelne Objekte reagieren merkwürdig und die Oberfläche bleibt stellenweise umständlich. Für ein Spiel, das schon eine längere Early-Access-Phase hinter sich hat und nun als Vollversion angeboten wird, ist der technische Zustand enttäuschend.
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Bedienung mit unnötigen Hürden

Maus und Tastatur unterstützen sowohl Werkstattarbeit als auch Fahrten, doch gerade beim Schrauben ist die Kameraführung nicht immer hilfreich. Bestimmte Bauteile sind umständlich zu erreichen, während wiederkehrende Menüschritte unnötig viel Zeit kosten. Ein Controller wird unterstützt und passt erwartungsgemäß besser zum Fahren, löst aber nicht die grundsätzlichen Probleme des Fahrmodells.

Die deutsche Textausgabe und deutsche Sprachausgabe sind vorhanden. Akustisch bietet Underground Garage ordentliche Motorengeräusche und passende Werkstattatmosphäre. Die Musik unterstreicht den urbanen Tuning-Ton, ohne besonders markant zu werden. Die Klangkulisse ist solide, kann die spielerischen Schwächen aber nicht überdecken.

Eine Werkstatt mit vielen offenen Baustellen

Underground Garage wurde von BeardedBrothers.games entwickelt und von astragon Entertainment veröffentlicht. Nach dem Early Access erschien die Vollversion am 27. Januar 2026 für PC. Einzelspieler, Steam Cloud und 15 Erfolge werden unterstützt.

Das Spiel hat sichtbares Herz für Autos und die Idee, Reparatur, Tuning und Rennen zu verbinden. Doch keine dieser Säulen wird so konsequent umgesetzt, dass sie die anderen ausgleichen könnte. Die Werkstatt liefert nette Momente, während die Fahrphysik, die Open World und die technische Qualität immer wieder zeigen, wie viel Feinschliff noch gefehlt hätte.

FAZIT

Underground Garage hat eine sympathische Grundidee und bietet Fans von Tuning-Spielen einige schöne Stunden beim Zerlegen, Reparieren und Gestalten von Autos. Die Fahrzeugmodelle, die Auswahl an Teilen und das visuelle Customizing sind die klaren Stärken. Gleichzeitig bleiben Reparaturen zu oberflächlich, Rennen fahrerisch zu schwach und die offene Welt zu leblos. Technische Probleme sowie eine wenig überzeugende Geschichte verstärken den Eindruck eines Spiels, das viele gute Zutaten besitzt, sie aber nicht zu einem stimmigen Ganzen verbindet. Für Schrauber mit sehr niedriger Erwartungshaltung kann sich ein Blick im Angebot lohnen, als Gesamtpaket bleibt Underground Garage jedoch weit unter seinen Möglichkeiten.

Redaktion (Spielemagazin.de)

Wie wir bewerten. Mehr zum Thema Transparenz.

Spielemagazin-Wertung: 58%
Tuning-Träume mit viel Potenzial und zu vielen Pannen
Einzelwertungen
Gameplay
56
Grafik
66
Sound
68
Steuerung
55

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Genre Racing, Simulator
Plattformen PC
Release 27.01.2026
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