Vom Nachwuchsfahrer zum Nascar-Champion
Nascar 26 stammt erneut von iRacing Studios und erschien am 18. September 2026 für PlayStation 5 , Xbox Series X|S und PC. Die offizielle Nascar-Lizenz wird umfassend genutzt. Enthalten sind die Arca Menards Series, Nascar Craftsman Truck Series, Nascar O'Reilly Auto Parts Series und natürlich die Nascar Cup Series. Damit bildet das Spiel den Weg durch die wichtigsten nationalen Serien ziemlich umfangreich ab.Das Herzstück für Einzelspieler bleibt die Karriere. Statt unmittelbar mit den großen Nascar-Stars um Siege zu kämpfen, gründest Du dein eigenes Team und arbeitest Dich von den unteren Klassen nach oben. Gerade dieser langfristige Aufbau gehörte bereits beim Vorgänger zu unseren Lieblingsbestandteilen und wurde nun sinnvoll erweitert.
Zwischen den Rennen gibt es mehr Möglichkeiten, das eigene Team weiterzuentwickeln. Anlagen können verbessert, Mitarbeiter verpflichtet und Ressourcen investiert werden. Aus Nascar 26 wird dadurch zwar noch lange kein Motorsport Manager, doch die zusätzlichen Entscheidungen verleihen dem Geschehen abseits der Strecke mehr Substanz. Erfolge bedeuten nicht ausschließlich bessere Platzierungen in irgendwelchen Statistiken, sondern ermöglichen die Weiterentwicklung des gesamten Rennstalls.
Ebenfalls hilfreich ist das Peak Performance Training. Nascar-Persönlichkeiten wie Steve Letarte und Jamie McMurray erklären Strecken, Setups und Fahrtechniken. Gerade europäische Spieler profitieren davon. Wer Nascar lediglich gelegentlich verfolgt, unterschätzt schließlich schnell, wie viele Besonderheiten hinter einem vermeintlich simplen Ovalrennen stecken.
Neben der Karriere stehen unter anderem Quick Race, Championship und Multiplayer zur Verfügung. Mit The Chase kannst Du Dich außerdem direkt in die entscheidenden letzten zehn Rennen des Titelkampfes stürzen. Crossplay erweitert die Möglichkeiten im Online-Bereich und beseitigt damit ebenfalls eine Einschränkung, die beim Vorgänger noch deutlicher ins Gewicht fiel.
Nascar 25 legte ein hervorragendes Fundament. Nascar 26 macht nicht alles neu, sondern genau dieses Fundament besser.
Auf der Strecke verdient sich Nascar 26 den Gold-Award
Schon Nascar 25 hatte uns mit seinem Fahrgefühl überzeugt. Entsprechend riskant wäre es gewesen, für den Nachfolger alles über den Haufen zu werfen. iRacing Studios entscheidet sich stattdessen für Feinarbeit. Reifen- und Bremsmodell wurden weiterentwickelt und vermitteln noch besser, was unter dem Fahrzeug passiert.Mit aktivierten Fahrhilfen bleibt Nascar 26 erstaunlich zugänglich. Auch Spieler ohne umfangreiche Simulationserfahrung können relativ schnell konkurrenzfähige Runden fahren. Wer die Assistenten nach und nach deaktiviert, entdeckt darunter allerdings ein anspruchsvolles Fahrmodell, bei dem saubere Eingaben, Fahrzeugabstimmung und Verständnis für die Strecke zunehmend wichtiger werden.
Die Fahrzeuge vermitteln glaubwürdig Gewicht. Gerade beim Anbremsen reicht es nicht, einfach nur möglichst spät vollständig auf die Bremse zu steigen. Lastwechsel, Grip und Fahrzeugbalance wollen berücksichtigt werden. Gleichzeitig unterscheiden sich die verschiedenen Rennklassen genügend voneinander, damit der Aufstieg innerhalb der Karriere tatsächlich spielerisch spürbar wird.
Die vielleicht wichtigste Verbesserung ist allerdings die Dynamic Track Technology. Gripverhältnisse verändern sich während eines Rennwochenendes, Gummi wird auf die Strecke gefahren und bevorzugte Linien können sich entsprechend entwickeln. Das klingt zunächst nach einem Detail für Hardcore-Simulationsfans, besitzt aber tatsächlich Auswirkungen auf das Rennen.
Dadurch werden insbesondere längere Veranstaltungen interessanter. Eine Linie, die zu Beginn hervorragend funktioniert, muss später nicht zwangsläufig weiterhin die schnellste Möglichkeit darstellen. Der Spieler wird dazu gebracht, die Strecke zu beobachten und sich anzupassen.
Wenn sich Grip und Ideallinie während des Rennens verändern, wird aus dem scheinbar simplen Oval plötzlich ein erstaunlich komplexes taktisches Spielfeld.
Genau hier zeigt Nascar 26 seine besondere Qualität. Ein Rennen braucht keine künstlichen Ereignisse, um spannend zu werden. Wenn mehr als 30 Fahrzeuge mit enormer Geschwindigkeit und minimalem Abstand durch eine überhöhte Kurve fahren, entsteht die Action vollkommen von allein.
Auch die KI wurde weiterentwickelt und liefert überwiegend glaubwürdige Positionskämpfe. Gegner fahren unterschiedliche Linien, reagieren auf Situationen und wirken nicht wie eine lange Kolonne identischer Roboter. Perfekt ist das System allerdings weiterhin nicht. Gelegentlich entstehen merkwürdige Situationen und einzelne Reaktionen wirken wenig nachvollziehbar. Auch simulierte Zeiten beziehungsweise Qualifying-Ergebnisse können vereinzelt irritieren.
Das sind allerdings vergleichsweise kleine Kratzer auf einem ansonsten hervorragenden Fahrmodell. Nascar 26 schafft genau jene Balance, die wir uns von einem offiziellen Rennspiel wünschen: unkompliziert genug für Einsteiger, anspruchsvoll genug für Simulationsfans.
Daytona zwischen Nachmittag und Flutlicht
Grafisch vollzieht Nascar 26 ebenfalls keinen Generationssprung, legt gegenüber dem bereits guten Vorgänger aber sichtbar zu. Fahrzeuge sind detailliert modelliert und die auf realen Daten basierenden Strecken vermitteln ein überzeugendes Bild ihrer Vorbilder.Besonders auffällig sind Beleuchtung und Himmel. Rennen, die bei Tageslicht beginnen und erst Stunden später unter Flutlicht enden, gehören zu den schönsten Momenten des Spiels. Sonnenstand und Lichtstimmung verändern die Wahrnehmung einer Strecke spürbar und sorgen dafür, dass ein langes Rennen auch visuell eine Entwicklung durchläuft.
Verbesserte Partikeleffekte tragen ebenfalls dazu bei. Reifenrauch, herumfliegende Teile und der sichtbare Gummi auf der Strecke lassen das Geschehen lebendiger erscheinen. In Verbindung mit Dynamic Track besitzt Letzteres sogar spielerische Bedeutung und ist nicht lediglich optische Dekoration.
Auch die Replay-Präsentation wurde verbessert. Gerade spektakuläre Positionskämpfe und Unfälle lassen sich dadurch angemessener noch einmal betrachten. Das klingt nach einer Nebensächlichkeit, trägt bei einem offiziell lizenzierten Rennspiel aber durchaus zur Atmosphäre bei.
Wenn die Sonne langsam verschwindet und Daytona unter Flutlicht weiterfährt, zeigt Nascar 26 seine grafisch stärkste Seite.
Entscheidend ist für uns allerdings, dass die Präsentation während des eigentlichen Rennens funktioniert. Fahrzeuge, Strecke, Geschwindigkeit und Beleuchtung ergeben ein überzeugendes Gesamtbild. Genau dort hat Nascar 26 gegenüber seinem Vorgänger noch einmal sichtbar zugelegt.
Mit dem DualSense mitten im Pulk
Unsere Testversion von Nascar 26 lief auf der PlayStation 5 und entsprechend wichtig war für uns die Frage, wie gut sich Stock Cars mit dem DualSense kontrollieren lassen. Die Antwort fällt erfreulich eindeutig aus: hervorragend.Gerade bei hohen Geschwindigkeiten muss eine Controller-Steuerung einen schwierigen Mittelweg finden. Kleine Stickbewegungen dürfen das Fahrzeug nicht sofort quer über die Strecke schicken, gleichzeitig muss genügend Präzision vorhanden sein, um im dichten Pulk wenige Zentimeter neben einem Konkurrenten die Linie halten zu können.
Nascar 26 bekommt diese Balance sehr gut hin. Die Analogstick-Steuerung reagiert nachvollziehbar und das Fahrzeug vermittelt genügend Rückmeldung darüber, wann Grip verloren geht oder sich die Balance verändert. Auch das überarbeitete Bremsmodell lässt sich mit den analogen Triggern sauber dosieren.
Das ist besonders wichtig, weil Nascar keineswegs ausschließlich auf klassischen Superspeedways stattfindet. Auf Kursen mit stärkeren Bremszonen wird schnell deutlich, dass kontrolliertes Verzögern einen erheblichen Unterschied macht.
Wer ein Lenkrad besitzt, bekommt naturgemäß noch einmal ein anderes Erlebnis. Force Feedback und Kalibrierungsmöglichkeiten ermöglichen eine wesentlich simulationslastigere Herangehensweise. Gleichzeitig bleibt der DualSense aber eine vollkommen konkurrenzfähige Alternative.
Diese Skalierbarkeit war bereits beim Vorgänger eine Stärke und wurde weiter verfeinert. Fahrhilfen ermöglichen einen unkomplizierten Einstieg, während erfahrene Spieler nach und nach sämtliche Sicherungsnetze entfernen können. Dadurch wächst Nascar 26 gewissermaßen mit den eigenen Fähigkeiten mit.
Wenn mehr als 30 V8-Motoren gleichzeitig loslegen
Auch akustisch muss sich Nascar 26 wenig vorwerfen lassen. Ein komplettes Feld leistungsstarker Stock Cars gehört schließlich zu den lautesten und charakteristischsten Geräuschkulissen des Motorsports. Das Spiel transportiert diese brachiale Seite erfreulich gut ins heimische Wohnzimmer.Motoren besitzen Kraft und unterscheiden sich je nach Situation hörbar. Innerhalb des Pulks entsteht eine dichte Geräuschkulisse, ohne dass wichtige Informationen vollkommen untergehen. Reifen und Bremsen liefern zusätzlich wertvolles Feedback über den Zustand des Fahrzeugs.
Eine wichtige Rolle spielt erneut der Spotter. Freddie Kraft informiert darüber, ob sich links oder rechts ein Konkurrent befindet und wann eine Linie wieder frei ist. Gerade in engen Positionskämpfen sind diese Hinweise unverzichtbar. Wer bei hoher Geschwindigkeit zwischen mehreren Fahrzeugen steckt, möchte schließlich nicht permanent die Kamera wechseln müssen.
Auch bekannte Nascar-Persönlichkeiten innerhalb der übrigen Präsentation helfen dabei, die Verbindung zum realen Motorsport zu stärken. Dadurch fühlt sich die Karriere weniger wie eine abstrakte Abfolge von Veranstaltungen und stärker wie eine Reise durch den Nascar-Sport an.
Ganz an die außergewöhnliche akustische Wucht eines realen Nascar-Rennens kann natürlich kein Wohnzimmer herankommen. Innerhalb dessen, was ein Rennspiel leisten kann, überzeugt Nascar 26 allerdings auch in diesem Bereich. Vor allem das Zusammenspiel aus Motoren, Spotter, Reifen und Rennatmosphäre sorgt dafür, dass sich das Geschehen glaubwürdig anfühlt.




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