Baron Münchhausen Review

Neues Abenteuer des barocken Lügenbarons mit verantwortungsvoller Wendung.



Wann gab es die letzte deutsche Märchenverfilmung? Kaum jemand kann sich daran erinnern, doch Regisseur Andreas Linke hat sich an die Neuverfilmung des "Baron Münchhausen" gewagt.

Baron Münchhausen
Das Rezept dafür war einfach, man nehme grandiose Schauspieler, eine Prise Witz, gibt dazu spannende Abenteuer, pompöse Kostüme, authentische Schauplätze und vervollkommnet den Film mit gekonnter Computeranimation. Neu ist bei der Verfilmung, dass Hyronimus Carl Friedrich Münchhausen eine Tochter bekommt, die Frieda, für die er mit der Zeit Verantwortung übernimmt.

Der mittellose Baron Münchhausen führt ein unstetes Leben. In Gasthöfen unterhält er die Menschen mit seinen abenteuerlichen Geschichten - bis plötzlich das elfjährige Zirkuskind Frieda auftaucht und sich als seine Tochter ausgibt. Um das Mädchen zurück zu seiner Mutter zu bringen, macht sich Münchhausen auf dem Weg zum Zarenhof nach St. Petersburg. Als Frieda jedoch entführt und an den Hof von Münchhausens Todfeind gebracht wird, lernt der Baron zum ersten Mal in seinen Leben Verantwortung zu übernehmen, während er alles daran setzt, das Mädchen zu retten.

Neben spannenden Abenteuern, reichlich Wortwitz und tollen Gags gibt es Szenen, die zu Tränen rühren. Der Zuschauer spürt von Anfang bis zum Ende den Spaß und die Spielfreude des ganzen Ensembles. Die prominente Besetzung Jan Josef Liefers, Katja Riemann, Jessica Schwarz und brillante Nebendarsteller ziehen die Zuschauer in ihren Bann. Sie spielen nicht nur ihre Rollen, man meint eher, sie leben sie in vollen Zügen aus.

Gelungen sind die prächtigen Szenen im Schloss Ludwigsburg mit pompösen Kostümen, die Sankt Petersburg darstellen. Oder die perfekt inszenierte Mondlandschaft im staubigen Braunkohlentagebau von Burghausen. Dafür ein Kompliment der gesamten Crew, für das echt wirkende Spektakel. Es wird eine Illusion geschaffen, der man nicht ansieht, wie viel Arbeit darin steckt.

Bis zum Schluss ist der Film eine Mischung aus Märchen, Poesie, Humor, Fantasie, Historie und Komödie, wo etwas Lügen erlaubt ist. Man hofft auf mehr solcher deutschen Familienfilme, aber bitte mit individueller und ausgesuchter Musik.

FAZIT

Ein Film wie ein Märchen.

Redaktion (Spielemagazin.de)

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Spielemagazin-Wertung: 79%
Neues Abenteuer des barocken Lügenbarons mit verantwortungsvoller Wendung.

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