Jahrelange Piraterie-Aktivitäten
Zuständig für das Urteil war Richterin Lauren King vom US-Bezirksgericht für den Westlichen Bezirk von Washington. Hinter dem Pseudonym „Archbox“ steht demnach ein Mann namens James Williams, der laut Gerichtsunterlagen seit 2019 mehrere sogenannte „Pirate Shops“ betrieben und darüber raubkopierte Nintendo-Switch -Spiele verbreitet haben soll. Zusätzlich war er einer der führenden Moderatoren des Subreddits r/Switch Pirates, das nach Angaben aus der Klage auf rund 190.000 Mitglieder anwuchs.Williams soll außerdem gezielt Spenden in Form von Nintendo-eShop-Guthabenkarten gesammelt haben, um damit weitere Spiele zu kaufen und diese anschließend illegal zu verbreiten. Über die von ihm mitbetreute Gruppe „Missing Dumps“ organisierte er zudem laut Klageschrift die Beschaffung von eShop-Karten, um Lücken in bestehenden Sammlungen raubkopierter Titel zu schließen.
Zu dem Urteil kam es, weil Williams trotz Kenntnis der bereits 2024 eingereichten Klage nicht reagierte und sich auch nicht vor Gericht verteidigte. Richterin King stellte in ihrer Begründung ausdrücklich fest, dass Williams um das Verfahren wusste, da er zuvor sogar einen Anwalt beauftragt hatte, um sich gegen eine an Google gerichtete Vorladung im Rahmen der Ermittlungen zu wehren. Da er anschließend dennoch nicht auf die eigentliche Klage reagierte, erließ das Gericht ein sogenanntes Versäumnisurteil zugunsten von Nintendo.
Betriebsverbot und dauerhafte Unterlassung
Neben der Schadenersatzzahlung von 4,5 Millionen US-Dollar verhängte das Gericht auch eine dauerhafte Unterlassungsverfügung gegen Williams. Diese untersagt ihm ausdrücklich, weiterhin raubkopierte Nintendo-Spiele zu verbreiten, Software zur Umgehung von Kopierschutzmechanismen anzubieten oder andere Personen zum Herunterladen solcher Inhalte zu ermutigen.Der Fall reiht sich in eine ganze Serie von Klagen ein, mit denen Nintendo in den vergangenen Jahren gegen Piraterie-Netzwerke, Verkäufer von Umgehungssoftware und große Piraterie-Communities vorgegangen ist. Auffällig ist dabei vor allem die Höhe der Reddit-Community: Mit fast 190.000 Mitgliedern war r/Switch Pirates eine der größeren einschlägigen Anlaufstellen im Netz, bevor das Verfahren gegen einen ihrer zentralen Moderatoren nun mit einem derart deutlichen Urteil endete.
Ob Nintendo die verhängte Summe tatsächlich vollständig eintreiben kann, ist eine andere Frage – Versäumnisurteile gegen Privatpersonen lassen sich in der Praxis oft nur schwer durchsetzen. Als Signal an die Szene dürfte das Urteil dennoch wirken, zumal es erneut deutlich macht, dass Nintendo bei Verstößen gegen sein geistiges Eigentum weiterhin konsequent den Rechtsweg beschreitet.


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