Foto: Dieses Bild wurde mit einer KI generiert. Mehr zum Thema Transparenz.
YouTube hat im August 2026 zwei Richtlinienänderungen veröffentlicht, die für Creator und Werbetreibende relevant sind. Zum einen präzisiert die Plattform, unter welchen Umständen Darstellungen des Todes in pädagogischen, dokumentarischen oder journalistischen Videos monetarisiert werden können. Zum anderen lassen sich KI-Inhalte in bezahlten Promote-Kampagnen nun über ein eigenes Werkzeug kennzeichnen. Beide Neuerungen schaffen mehr Transparenz, nehmen Dir als Creator aber nicht die Verantwortung für Inhalt, Kontext und rechtliche Vorgaben ab.
YouTube-Richtlinien 2026 bringen mehr Klarheit für Creator Die beiden Aktualisierungen betreffen unterschiedliche Teile der Plattform. Bei der ersten Änderung geht es um die Richtlinien für werbefreundliche Inhalte. Sie entscheiden darüber, ob ein Video reguläre Werbeeinnahmen erzielen kann, nur eingeschränkt monetarisiert wird oder keine Anzeigenumsätze erhält.
Die zweite Änderung betrifft YouTube Promote. Dabei handelt es sich um ein vereinfachtes Werbewerkzeug, mit dem Du Videos und Shorts kostenpflichtig einer größeren Zielgruppe präsentieren kannst. Seit dem 2. August 2026 steht dort eine Möglichkeit zur Selbstkennzeichnung bestimmter KI-Inhalte bereit.
Wichtig ist die begriffliche Trennung: Die Werberichtlinien sind nicht mit den Community-Richtlinien identisch. Ein Video kann auf YouTube erlaubt sein und trotzdem keine oder nur eingeschränkte Werbeeinnahmen erzielen. Umgekehrt macht eine erfolgreiche Selbstkennzeichnung einen Inhalt nicht automatisch zulässig.
Todesdarstellungen werden bei der Monetarisierung neu eingeordnet YouTube aktualisiert seine Vorgaben zu gewaltbezogenen beziehungsweise schockierenden Inhalten. Die Plattform will deutlicher erklären, welchen Monetarisierungsstatus Darstellungen des Todes erhalten, wenn sie in einem pädagogischen, dokumentarischen oder nachrichtenbezogenen Zusammenhang vorkommen.
Das ist besonders für Nachrichtenkanäle, historische Formate, Dokumentationen, True-Crime-Angebote und wissenschaftliche Inhalte relevant. Solche Videos können Ereignisse behandeln, bei denen Todesfälle zum Thema gehören oder entsprechendes Bildmaterial zur Einordnung eingesetzt wird.
Die Aktualisierung bedeutet allerdings nicht, dass jede Todesdarstellung in einer Dokumentation automatisch vollständig monetarisiert werden kann. YouTube bewertet weiterhin, was genau zu sehen ist, wie deutlich die Darstellung ausfällt, wie lange sie gezeigt wird und welchen Zweck sie innerhalb des Videos erfüllt.
Der Kontext entscheidet über die Werbefreundlichkeit YouTube unterscheidet unter anderem zwischen nicht grafischen, verdeckten und deutlich sichtbaren Darstellungen. Nicht grafische Bilder, vollständig unkenntlich gemachte Aufnahmen oder historische Darstellungen können in einem klar erkennbaren Bildungszusammenhang eher für reguläre Werbeeinnahmen infrage kommen.
Deutlich sichtbare Verletzungen oder beschädigte Leichname in einer pädagogischen oder dokumentarischen Produktion können dagegen zu eingeschränkten Werbeeinnahmen führen. Extrem grafische Darstellungen, schwere körperliche Traumata oder Bilder, deren Wirkung hauptsächlich auf Schock und Grauen beruht, können auch bei vorhandenem Kontext von der Monetarisierung ausgeschlossen bleiben.
Ebenso problematisch sind Videos, die Blut, Verletzungen oder Leichname ohne nachvollziehbare Einordnung in den Mittelpunkt stellen. Ein kurzer Hinweis in der Beschreibung reicht nicht zwangsläufig aus, wenn das Video selbst keinen pädagogischen, dokumentarischen oder journalistischen Zweck erkennen lässt.
Pädagogischer Kontext muss im Video selbst erkennbar sein Wenn Du sensibles Material verwendest, sollte der Zusammenhang möglichst unmittelbar aus Deinem Video hervorgehen. Eine sachliche Moderation, historische Erläuterungen, Quellenangaben und eine nachvollziehbare Einordnung können zeigen, weshalb bestimmte Aufnahmen notwendig sind.
Der Kontext sollte nicht erst am Ende folgen, nachdem grafische Szenen bereits ohne Erklärung gezeigt wurden. Auch Titel und Thumbnail spielen eine Rolle. Ein zurückhaltendes Video kann durch ein reißerisches Vorschaubild trotzdem als schockierend oder nicht werbefreundlich eingestuft werden.
YouTube betrachtet außerdem, ob ein Inhalt Opfer respektvoll behandelt oder ein tragisches Ereignis für Aufmerksamkeit ausnutzt. Das gilt besonders bei aktuellen Unglücken, Anschlägen, Kriegen und anderen sensiblen Ereignissen. Eine dokumentarische Bezeichnung allein ist, ehrlich gesagt, kein Freifahrtschein.
Erlaubt auf YouTube bedeutet nicht automatisch monetarisiert Die Community-Richtlinien legen fest, welche Inhalte grundsätzlich auf der Plattform verbleiben dürfen. YouTube kann bei pädagogischen, dokumentarischen, wissenschaftlichen oder künstlerischen Inhalten Ausnahmen zulassen, wenn ein ausreichender Kontext besteht und ein öffentliches Interesse erkennbar ist.
Die Richtlinien für werbefreundliche Inhalte beantworten dagegen eine andere Frage: Möchten Werbekunden neben diesem Video erscheinen? Deshalb kann ein Beitrag zwar verfügbar bleiben, aber nur eingeschränkte oder gar keine Werbeeinnahmen erzielen.
Für Creator ist diese Unterscheidung entscheidend. Eine gelbe Monetarisierungsanzeige bedeutet nicht automatisch, dass ein Verstoß gegen die Community-Richtlinien vorliegt. Sie signalisiert zunächst, dass das Video nach Einschätzung des Systems oder einer manuellen Prüfung nur begrenzt für Werbung geeignet ist.
Auch Gaming-Videos können von der Präzisierung betroffen sein Die Richtlinien zu Gewalt unterscheiden weiterhin zwischen realen und inszenierten Darstellungen sowie zwischen filmischen und spielerischen Inhalten. Bei Gaming-Videos achtet YouTube besonders darauf, ob grafische Gewalt im Thumbnail oder sehr früh im Video erscheint.
Brutale Tötungen, Enthauptungen, Verstümmelungen und deutlich sichtbare Körperteile können die Monetarisierung einschränken. Der Zeitpunkt ist ebenfalls relevant. Grafische Spielgewalt im Thumbnail oder in den ersten Sekunden eines Videos wird strenger bewertet als entsprechendes Material, das später in einem längeren Beitrag mit erkennbarem Kontext vorkommt.
Die August-Aktualisierung ist deshalb keine pauschale Lockerung für gewalthaltige Spiele. Sie konzentriert sich auf die klarere Einordnung von Todesdarstellungen in Bildungs-, Dokumentar- und Nachrichtenformaten. Für klassische Gameplay-Videos gelten die vorhandenen Vorgaben zur grafischen Spielgewalt weiter.
Wenn Du etwa in einem Essay über die Darstellung des Todes in Spielen sprichst, solltest Du problematische Szenen nicht allein deshalb vollständig und prominent zeigen. Analyse und Einordnung können relevant sein, heben die Grenzen der Werberichtlinien aber nicht automatisch auf.
YouTube Promote erhält eine Kennzeichnung für KI-Inhalte Die zweite Neuerung gilt seit dem 2. August 2026 für die Funktion YouTube Promote. Creator, die damit bezahlte Kampagnen für KI-generierte oder wesentlich mit KI bearbeitete Inhalte schalten, können eine Selbstoffenlegung verwenden und den Inhalt entsprechend kennzeichnen.
Promote ist direkt in YouTube beziehungsweise YouTube Studio eingebunden und basiert technisch auf Google Ads. Du kannst damit ein Video oder einen Short bewerben, ohne eine vollständige Kampagne über die umfangreichere Google-Ads-Oberfläche anlegen zu müssen.
Das neue Kennzeichnungswerkzeug soll Nutzern und Werbeplattformen deutlicher zeigen, dass ein beworbener Inhalt mit künstlicher Intelligenz erzeugt oder bearbeitet wurde. Die Funktion knüpft an vergleichbare KI-Labels in anderen Google-Produkten für Werbetreibende an.
Das KI-Label ersetzt keine rechtliche Prüfung YouTube weist ausdrücklich darauf hin, dass die Verwendung des Kennzeichnungswerkzeugs keine Garantie für die Einhaltung bestimmter Vorschriften darstellt. Die technische Möglichkeit zur Offenlegung nimmt Dir also nicht die Verantwortung für Deine Werbekampagne ab.
Welche Kennzeichnung notwendig ist, kann vom Inhalt, vom beworbenen Produkt, von der Zielregion und von den jeweils geltenden gesetzlichen Regelungen abhängen. Auch Persönlichkeitsrechte, Urheberrechte, Wettbewerbsrecht und besondere Werbevorschriften können relevant bleiben.
Das KI-Label sollte deshalb als Werkzeug verstanden werden, nicht als rechtliche Freigabe. Wenn Du eine kommerzielle Kampagne mit realistisch erzeugten Personen, veränderten Aussagen oder synthetischen Ereignissen planst, kann eine zusätzliche rechtliche Prüfung sinnvoll sein.
Promote-Kennzeichnung und Video-Label sind nicht dasselbe YouTube besitzt bereits eine Offenlegung für veränderte oder synthetische Inhalte beim regulären Hochladen von Videos. Sie ist insbesondere dann relevant, wenn realistisch wirkende Inhalte eine echte Person, einen realen Ort oder ein tatsächliches Ereignis wesentlich verändern.
Die neue August-Funktion bezieht sich dagegen auf KI-Labels im Werbekontext von Promote. Ein Video kann daher sowohl eine Offenlegung auf der Videoplattform als auch eine Kennzeichnung für die bezahlte Kampagne benötigen. Die eine Einstellung ersetzt die andere nicht zwangsläufig.
YouTube erklärt, dass die Offenlegung eines KI-Inhalts allein normalerweise weder dessen Reichweite beschränkt noch automatisch die Monetarisierung verhindert. Eine Kennzeichnung ist also zunächst eine Transparenzmaßnahme. Der eigentliche Inhalt muss dennoch alle weiteren Plattform- und Werberichtlinien erfüllen.
Realistische KI-Inhalte benötigen besondere Aufmerksamkeit Besonders relevant ist die Offenlegung bei realistisch wirkenden Szenen, die tatsächlich nie stattgefunden haben. Dazu zählen beispielsweise Aufnahmen, in denen eine reale Person scheinbar etwas sagt oder tut, was nie geschehen ist. Auch die wesentliche Veränderung eines realen Ereignisses oder Ortes kann kennzeichnungspflichtig sein.
Rein stilisierte, offensichtlich fantastische oder geringfügig bearbeitete Inhalte werden anders behandelt. Nicht jede Farbkorrektur, Hintergrundunschärfe oder technische Optimierung ist automatisch eine wesentliche KI-Manipulation.
Die Grenze kann im Einzelfall trotzdem unscharf sein. Wenn ein durchschnittlicher Zuschauer einen künstlich erzeugten Inhalt für eine reale Aufnahme halten könnte, ist eine transparente Kennzeichnung die vorsichtigere Entscheidung.
Fehlende KI-Offenlegung kann Konsequenzen haben YouTube kann KI-Kennzeichnungen unter bestimmten Bedingungen selbst ergänzen. Das ist beispielsweise bei Inhalten möglich, die mit internen KI-Werkzeugen erstellt wurden, entsprechende Metadaten enthalten oder von den Systemen beziehungsweise einem Prüfteam als synthetisch erkannt werden.
Wer wiederholt erforderliche Angaben unterlässt, muss laut YouTube mit weiteren Maßnahmen rechnen. Dazu können eine automatisch gesetzte Kennzeichnung, die Entfernung von Inhalten oder Konsequenzen für die Teilnahme am YouTube-Partnerprogramm gehören.
Bei bezahlten Kampagnen kommen zusätzlich die Werberichtlinien von Google hinzu. Eine erfolgreiche Veröffentlichung auf dem eigenen Kanal bedeutet daher nicht automatisch, dass derselbe Inhalt auch als Anzeige freigegeben wird.
Creator sollten Upload und Werbekampagne getrennt prüfen Vor der Veröffentlichung eines sensiblen Videos lohnt sich eine Prüfung in mehreren Schritten. Zunächst solltest Du klären, ob der Inhalt den Community-Richtlinien entspricht. Danach folgt die Frage, ob seine Bilder, sein Titel und sein Thumbnail für Werbekunden geeignet sind.
Wenn Du das Video zusätzlich über Promote bewirbst, wird daraus eine Werbekampagne mit weiteren Anforderungen. Bei KI-Inhalten solltest Du sowohl die reguläre Offenlegung am Video als auch die Kennzeichnung innerhalb der Kampagne kontrollieren.
Dokumentiere außerdem, welche Bestandteile mit KI erzeugt oder verändert wurden. Das hilft Dir, die Angaben konsistent zu halten und später auf Rückfragen oder eine manuelle Prüfung zu reagieren.
Die neuen YouTube-Regeln schaffen Klarheit, aber keine Automatik Die Aktualisierungen vom August 2026 sollen Creator bei zwei schwierigen Themen unterstützen. Bei Darstellungen des Todes wird genauer beschrieben, wie pädagogischer, dokumentarischer oder journalistischer Kontext die Monetarisierung beeinflussen kann. Bei Promote-Kampagnen steht nun ein Werkzeug zur Kennzeichnung von KI-Inhalten bereit.
Beide Änderungen folgen demselben Grundgedanken: Kontext und Transparenz gewinnen an Bedeutung. Trotzdem gibt es keine einfache Einstellung, die ein sensibles Video automatisch vollständig monetarisierbar oder rechtlich unbedenklich macht.
Wenn Du mit entsprechenden Inhalten arbeitest, bleiben eine zurückhaltende Bildauswahl, ein klarer redaktioneller Zusammenhang und korrekte Angaben die beste Grundlage. Gerade bei Grenzfällen kann außerdem eine manuelle Überprüfung sinnvoll sein, statt sich ausschließlich auf die erste automatische Einstufung zu verlassen.
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