Ankündigung lag schon länger in der Luft
Supermassive Games hatte die Kürzungen bereits im August öffentlich in Aussicht gestellt und von bis zu 75 möglichen Stellen gesprochen, die wegfallen könnten. Zur Begründung hieß es damals: "Dies ist ein notwendiger Schritt, um die Nachhaltigkeit des Unternehmens sicherzustellen." Mit dem Abschluss des offiziellen Konsultationsprozesses Anfang Oktober wurde aus der Ankündigung nun bittere Realität. Vor den Kürzungen beschäftigte das Studio aus Guildford mehr als 400 Menschen.Der Stellenabbau folgt auf ein durchwachsenes Jahr für das Studio. Erst im Frühjahr veröffentlichte Supermassive Games mit "Directive 8020" ein neues Sci-Fi-Horror-Spiel, das bei Spielerinnen und Spielern auf Steam ein geteiltes Echo erhielt. Zwar wurde die düstere Atmosphäre gelobt, gleichzeitig kritisierten viele Rezensionen eine schwache Erzählstruktur. Hinzu kam, dass ein für den Start angekündigter Online-Koop-Modus erst Monate nach dem Release nachgeliefert wurde.
Traditionsreiches Horror-Studio unter Druck
Supermassive Games zählt mit Reihen wie "Until Dawn", "The Quarry" und "The Dark Pictures Anthology" zu den bekanntesten Namen im Bereich interaktiver Horrorerlebnisse. Zuletzt geriet das Studio jedoch zunehmend unter wirtschaftlichen Druck, auch personelle Veränderungen in der Chefetage blieben nicht aus. Bemerkenswert ist zudem, dass die Fortsetzung des eigenen Klassikers "Until Dawn" inzwischen nicht mehr von Supermassive selbst, sondern vom PlayStation-Studio Firesprite entwickelt wird - ein Zeichen dafür, wie sich die Rolle des Studios innerhalb der eigenen bekanntesten Marke verändert hat.Der Fall reiht sich in eine längere Liste von Stellenkürzungen ein, die die Spielebranche im Jahr 2026 begleiten. Erst wenige Tage zuvor wurde bekannt, dass auch beim Xbox-Studio Ninja Theory Entlassungen begonnen haben, nachdem Verkaufsgespräche für das Hellblade-Studio gescheitert waren. Die Häufung solcher Fälle zeigt, dass selbst etablierte Entwicklerstudios mit bekannten Marken zunehmend unter wirtschaftlichem Druck stehen.
Für die Belegschaft von Supermassive Games bedeutet der nun abgeschlossene Stellenabbau einen schweren Einschnitt. Wie es für das Studio und laufende Projekte konkret weitergeht, hat das Unternehmen bislang nicht im Detail kommuniziert.
Gegründet wurde Supermassive Games im Jahr 2008 in Guildford und machte sich zunächst einen Namen mit Bewegungssteuerungs-Titeln für PlayStation-Konsolen, bevor die interaktiven Horror-Erzählungen ab "Until Dawn" im Jahr 2015 zum eigentlichen Markenkern wurden. Mit der "Dark Pictures Anthology" baute das Studio diesen Ansatz zu einer ganzen Spielreihe mit jährlich neuen Episoden aus. Der aktuelle Stellenabbau zeigt, wie schwer es selbst einem derart spezialisierten und etablierten Studio fällt, dieses Erfolgsmodell wirtschaftlich stabil fortzuführen.


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