Ein mysteriöser USB-Stick und verlassene Frequenzen
Die Ausgangslage von Radiotext versetzt dich direkt in das Geschehen: In einer ruhigen Seitenstraße drückt dir eine Fremde einen USB-Stick in die Hand. Sobald du den Speicherstick anschließt, öffnet sich eine veraltete Software namens Radiotext. Dieses Programm aus den 90er-Jahre ermöglichte einst die Kommunikation über Radiowellen. Auf den vergessenen Kanälen triffst du auf verbliebene Nutzer, die nach und nach ein düsteres Gesamtbild enthüllen.Deine Aufgabe ist es, tief in das Netzwerk einzutauchen, Frequenzen zu entschlüsseln und Kontakte zu knüpfen. Die Charaktere, denen du in deiner Terminal-Oberfläche begegnest, könnten kaum unterschiedlicher sein: Einige zeigen sich freundlich, andere wirken gebrochen, und manche Personen existieren womöglich gar nicht mehr in der realen Welt. Während du dich durch das Rauschen der Signale arbeitest, entfaltet sich der Hintergrund eines zivilen Widerstands gegen gierige Megakonzerne. Dabei ist ständige Vorsicht geboten, denn Vertrauen ist ein rares Gut, und Gerüchten zufolge treibt sich sogar ein Maulwurf im Netzwerk herum.
Verzweigte Dialoge und asynchroner Multiplayer
Inhaltlich setzt das Rollenspiel auf Entscheidungsfreiheit und eine dichte Terminal-Ästhetik. Deine Antworten in den Gesprächen haben spürbare Auswirkungen auf den weiteren Verlauf der Handlung und das Verhalten der Netzwerkmitglieder. Nicht jede Option liegt auf den ersten Blick offen; manche Pfade verbergen sich hinter geschickten Eingaben und Recherchen.Besonders spannend ist der soziale Aspekt innerhalb der Software: Radiotext integriert eine Plattform im Stil eines Microblogging-Dienstes. Ähnlich wie die Hinweissysteme aus Dark Souls oder Death Stranding kannst du hier Nachrichten verfassen und die Posts anderer realer Spielerinnen und Spieler lesen, die dynamisch mit den Beiträgen der KI-Charaktere gemischt werden. So entsteht das Gefühl eines lebendigen, nie schlafenden Netzwerks.
Ressourcenschonende Technik und eigene Modifikationen
Hinter der Entwicklung steht kreative Erfahrung aus dem Pen-and-Paper-Bereich: Die verantwortliche Entwicklerperson arbeitete zuvor an dem Tabletop-Quellenband Historica Arcanum: Serenade for the Damned, der mit einem Silver ENNIE Award ausgezeichnet wurde. Bei Radiotext schlägt sich diese Design-Erfahrung in durchdachten Kniffen nieder. Obwohl das Spiel visuell eine Dreidimensionalität simuliert, läuft die Engine in 2D. Dadurch benötigt die Anwendung lediglich rund 200 Megabyte Speicherplatz und schont Arbeitsspeicher sowie Grafikkarte enorm – selbst bei einer Ausführung in 4K-Auflösung.Zudem wird Barrierefreiheit für eigene Geschichten großgeschrieben: Sowohl die Vollversion als auch die kostenlose Steam-Demo enthalten ein Handbuch für Modding. Dadurch hast du die Möglichkeit, eigene NPCs, Rätsel und Geschichten für das System zu entwerfen.
Ein Spieldurchlauf nimmt etwa drei bis vier Stunden in Anspruch, bietet durch die Verzweigungen jedoch unterschiedliche Enden. Das Spiel kostet regulär 11,99 Euro auf Steam, wobei in den ersten zwei Wochen nach dem Verkaufsstart ein Launch-Rabatt von 30 Prozent gewährt wird.


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