Das Projekt entführt dich in die düstere Welt eines vergessenen Kommunikationsnetzwerks aus den 1990er-Jahren. Die Geschichte beginnt mit einer mysteriösen Begegnung in einer ruhigen Gasse: Ein Fremder überreicht dir einen USB-Stick, auf dem sich das titelgebende Netzwerk befindet. Als Neuling liest und tippst du dich durch verlassene Frequenzen, triffst auf unterschiedlichste Gestalten und gerätst mitten in den Aufstand einer Gruppe von Cyber-Aktivisten, die über die Frequenzen gegen übermächtige Konzerne kämpfen.
Retro-Look und effiziente Technik
Hinter Radiotext steht Entwickler Alp Arslan, der zuvor unter anderem am Tabletop-Erweiterungsband "Historica Arcanum: Serenade for the Damned" mitgewirkt hat – ein Werk, das mit einem Silver ENNIE Award ausgezeichnet wurde. Bei der Entwicklung von Radiotext setzt der Entwickler auf ein ungewöhnliches technisches Konzept: Obwohl die Spielwelt visuell wie eine dreidimensionale Umgebung wirkt, läuft das Spiel intern auf einer 2D-Basis. Das sorgt für eine enorme Ressourceneffizienz. Selbst in 4K-Auflösung mit realistisch wirkenden Umgebungen benötigt Radiotext lediglich rund 200 MB Speicherplatz, Arbeitsspeicher und Grafikspeicher.Neben der geringen Systembelastung steht die Anpassbarkeit im Vordergrund. Sowohl die Demo als auch die Vollversion enthalten ein Handbuch für Modder. Damit erhält die Community die Möglichkeit, eigene Geschichten, Charaktere und Rätsel für das System zu erstellen. Zudem bietet Radiotext eine asynchrone Netzwerk-Komponente: Ähnlich wie die Hinweissysteme in Spielen wie Dark Souls oder Death Stranding existiert eine spielinterne Social-Media-Plattform im Stil von X. Dort werden Nachrichten echter Spielerinnen und Spieler nahtlos mit den Beiträgen der Nicht-Spieler-Charaktere vermischt.
Die Gesichter im Frequenzbereich
Auf deiner Reise durch das Netzwerk stößt du auf eine Reihe vielschichtiger Figuren, die ihre eigenen Ziele verfolgen:- Sky: Die Anführerin der Gruppierung The Syndicate setzt sich aktiv für Veränderungen ein und führt das Erbe früherer Cypherpunks fort.
- chrome: Ein legendärer Einzelgänger-Hacker, der tief im Rauschen der Funkwellen agiert. Als extrem fähiger Spezialist für das Überwinden von Sicherheitssystemen wird er von Konzernen gefürchtet. Nach schlechten Erfahrungen mit Aktivistengruppen arbeitet er nur noch auf eigene Faust.
- RumoR: Eine Informationshändlerin im Zentrum eines Geflechts aus Gerüchteströmen. Wer Wissen sucht, findet es bei ihr – allerdings verlangt sie für jede Geschichte im Gegenzug eine andere Information.
- Radioman: Ein verstorbener Wissenschaftler, dessen Bewusstsein als Datenpaket auf einer alten Festplatte weiterlebt. Er hat seinen Geist in Radiowellen umgewandelt und hofft, durch ein Einfangen der Frequenzen in den Schumann-Resonanzen die menschliche Existenz in eine rein geistige Form zu überführen.
- Flynn: Die rechte Hand von Sky. Er wurde schon in jungen Jahren von Sky rekrutiert, nachdem er beim Manipulieren von Tracking-Funktionen erwischt wurde. Er ist die erste Anlaufstelle für technische Probleme.
Entscheidungen im Terminal
Das Spielgeschehen basiert auf einem authentischen Terminal-Interface im Retro-Stil inklusive passender Soundeffekte und Tipp-Mechaniken. Das Benutzerinterface lässt sich in Bezug auf Farben und Knotenanordnungen individuell anpassen. In den Dialogen zählen deine Entscheidungen: Welchen Parteien du vertraust und wie du dich ausdrückst, beeinflusst den weiteren Verlauf der Handlung. Nicht jede Option ist auf den ersten Blick sichtbar, zudem kann sich unter deinen Verbündeten ein Maulwurf befinden.Radiotext ist auf eine kompakte Spieldauer von drei bis vier Stunden ausgelegt und bietet mehrere Enden. Auch nach dem Ende der Hauptgeschichte bleibt das Netzwerk aktiv und lädt zu weiteren Nachforschungen ein.


Noch keine Kommentare. Starte die Diskussion!