Vom plötzlichen Verschwinden zur Rückkehr
Mit seiner EP „Smackwave“ erlangte Spike F*ck vor einer Dekade schlagartig Bekanntheit im Underground. Die kompromisslosen Texte über Sucht, Geschlechtsidentität und katholische Motive brachten der Veröffentlichung Kultstatus ein. Der rasche Aufstieg führte den Künstler von Auftritten in Melbourner Straßenbahnen bis in High-Fashion-Editorials des Designers Rick Owens. Doch auf den plötzlichen Hype folgte das abrupte Verschwinden aus der Öffentlichkeit. Gerüchte über Rückfälle oder einen Rückzug ins Kloster hielten sich jahrelang im Netz. Erst kürzlich meldete sich der Musiker mit ausverkauften Shows in Los Angeles und New York auf der Bühne zurück.Körperlicher Sound und scharfe Einflüsse
Das Debütalbum entstand innerhalb von drei Monaten in Zusammenarbeit mit dem Produzenten Adam Hyde (Keli Holiday). Ursprünglich war die Veröffentlichung eines anderen Projekts namens „Pure O“ vorgesehen, welches jedoch zugunsten von „evidence“ verworfen wurde. Musikalisch kombiniert die Platte Einflüsse aus New Wave, Glam und Soul. Als Inspiration dienten unter anderem Pere Ubu, New York Dolls, The Temptations, Bettye Swan sowie das Handbuch „The Anarchist Cookbook“ aus dem Jahr 1971. Den kreativen Ansatz beschreibt Spike F*ck wie folgt:Dieses Album ist körperlich, instinktiv und selbstbewusst. Ich wollte Songwriting auf dieselbe Weise angehen wie ein Regisseur einen Slasher-Film. Direkt auf den Punkt kommen und die Menschen alles fühlen lassen. Ich möchte, dass dieses Album schneidet wie ein scharfes Messer.
In dem Moment, in dem jemand fragt: ‚Was bedeutet das?‘ weiß ich, wir haben unseren Job gemacht. Da die Gesellschaft ihre Mythologien aufgegeben hat, müssen wir unsere eigenen erschaffen. Das klingt banal, und ehrlich gesagt weiß ich nicht einmal genau, wie ich diese Aussage verteidigen soll. Wir sind keine Existenzialisten. Aber wir leben gleichzeitig in einer völlig schizophrenen Gesellschaft. Deshalb erschien die Idee, die Geschichte eines Kriegshelden beziehungsweise Kriminellen zu erzählen, der eine absurde spirituelle Transformation durchmacht, beinahe unausweichlich. Fegefeuer, Himmel und Hölle, Erlösung, Fantasie, ein sprechender Pilz und so weiter. Menschen verstehen Wahrheit durch Analogien und Gleichnisse. Wir wollten etwas über Erlösung, Vergebung, Glauben, Hoffnung und Nächstenliebe erschaffen, das allen offensteht, die danach suchen. Ich bin vielleicht kein besonders verlässlicher Erzähler, das gebe ich gern zu, aber die Fantasie dahinter ist gesund. Ebenso wie ein wenig Verspieltheit oder ein kleiner Schuss Größenwahn. Dieses Video und das gesamte Album sind eine Sammlung von Hinweisen, eine Reihe von Beweisstücken. Hoffentlich wirft das Video mehr Fragen auf, als es beantwortet.
Konzerte in Deutschland
Im November 2026 tourt Spike F*ck durch Europa. Für Deutschland sind drei Live-Auftritte angesetzt:- 12.11.2026 – München, Milla
- 15.11.2026 – Berlin, Urban Spree
- 16.11.2026 – Hamburg, Molotow Top Ten Bar
Tracklist
- Can't Get It Up
- Had Your Way
- Sweet Release
- Bored To Death
- All By Myself
- Getting Sober
- Blue Light
- Hate Me


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