Ein persönliches Coming-of-Age-Drama
Die Geschichte führt dich ins ländliche Frankreich und begleitet den elfjährigen Christophe. Das Leben des Jungen gerät im wörtlichen Sinne aus den Fugen: Ohne jede Vorwarnung verliert er regelmäßig das Gleichgewicht und stürzt. Hinzu kommt, dass der elterliche Bauernhof unter schweren finanziellen Sorgen leidet. Um Christophes Wirbelsäule zu stützen und die Stürze zu verhindern, verordnen die Ärzte ein starres Korsett. Für seinen strengen Vater ist das ein Rückschlag, da der Sohn nun nicht mehr bei der anstrengenden Ernte mithelfen kann.Für Christophe erweist sich das medizinische Hilfsmittel jedoch als unerwartete Chance. Weil er körperlich geschont werden muss, teilt man ihn zum Messdienst in der örtlichen Kirchengemeinde ein. Dort trifft er auf die Kirchenorgel und entdeckt über ihre Klänge eine Leidenschaft für die Musik. Die entrückten Melodien geben ihm neuen Halt und Selbstbewusstsein. Als schließlich die rebellische Jugendliche Clara in sein Leben tritt, nimmt Christophes Entwicklung eine dynamische Wendung.
Autobiografische Wurzeln und handgezeichnete Optik
Hinter der Erzählung steckt ein starker persönlicher Bezug: Regisseur Louis Clichy verarbeitet in dem Film seine eigenen Kindheitserfahrungen. Auch er trug als Kind auf dem Land ein Stützkorsett und erlebte hautnah mit, wie moderne Technologien das traditionelle bäuerliche Leben veränderten. Seinen eigenen Weg in der Welt fand er schließlich über die Liebe zur Musik.Visuell setzt „Iron Boy“ auf ein klassisches Handwerk, das sich von vielen modernen Computeranimationen abhebt. Die Bilder erinnern an zarte Aquarellmalereien und wurden bis ins kleinste Detail von Hand gezeichnet. Musikalisch wird das Geschehen von den Klängen des französischen Komponisten Gabriel Fauré getragen, die den Weg des Protagonisten aus der ländlichen Enge untermalen.
Vielfach ausgezeichnetes Animationskino
Louis Clichy ist in der Animationsbranche längst kein Unbekannter. Vor seinem Solodebüt arbeitete er als Animationskünstler an Pixar-Erfolgen wie „Wall-E“ und „Oben“ mit. Später führte er gemeinsam mit Alexandre Astier Regie bei den beliebten Filmen „Asterix im Land der Götter“ sowie „Asterix und das Geheimnis des Zaubertranks“.Mit „Iron Boy“ konnte er nun auch als eigenständiger Filmemacher internationale Erfolge feiern. Bei den Filmfestspielen in Cannes wurde der Film in der Reihe „Un Certain Regard“ mit dem Spezialpreis der Jury gewürdigt. Beim renommierten Animationsfilmfestival in Annecy räumte die Produktion gleich dreifach ab und sicherte sich neben dem Jurypreis für den besten Film auch den Publikumspreis sowie den Gan Foundation Preis. Ab Anfang 2027 kannst du das außergewöhnliche Animationswerk schließlich selbst im Kino erleben.


Noch keine Kommentare. Starte die Diskussion!