Im Mittelpunkt steht diesmal nicht mehr Jesse Faden, sondern ihr jüngerer Bruder Dylan. Nach Jahren im Koma und in Gefangenschaft der Federal Bureau of Control muss er sich nun selbst der paranatürlichen Welt stellen, während eine neue, als "Resonanz" bezeichnete Kraft gemeinsam mit den bekannten Bedrohungen durch den Hiss und den Mold ein verwandeltes Manhattan heimsucht. Anders als seine selbstbewusste Schwester ist Dylan schüchtern und unsicher – Du gestaltest seine Persönlichkeit über Dialogentscheidungen mit, während er lernt, seinen Platz in dieser Welt zu finden.
Bizarreres Manhattan statt Oldest House
Während der erste Teil komplett im Oldest House spielte, öffnet Remedy die Spielwelt diesmal deutlich: Du erkundest weite Straßenzüge, hohe Dächer und von Schwerkraft-Anomalien verzerrte Bereiche, die an M.C. Escher erinnern. Statt einer reinen Open World setzt das Team auf mehrere fokussierte Schauplätze mit unterschiedlichen Missionstypen, von kampflastigen Abschnitten über Ermittlungen bis zu Umgebungsrätseln, die Du über eine zentrale Anlaufstelle namens "the Gap" erreichst.Spielerisch verschiebt sich der Fokus stärker auf Nahkampf: Mit der formwandelnden Waffe Aberrant und anpassbaren Statuseffekten wie Brennen oder Infektion sowie insgesamt sechs Waffenkonfigurationen kombinierst Du paranatürliche Kräfte mit präzisem Ausweichen. Deine Kampffähigkeiten verbrauchen eine Energie namens Power, die Du durch Nahkampftreffer zurückgewinnst, was zu verketteten Finishern an betäubten Gegnern einlädt. Auch Dylans Bewegungsrepertoire mit erhöhten Doppelsprüngen, Luftsprints und einem Dash mit Nachbildern wirkt dabei bewusst weniger elegant und heldenhaft als bei Jesse – er stolpert und taumelt, was ihn menschlicher wirken lässt.
Kritiker uneins bei der Kampfumstellung
Auf Metacritic kommt Control Resonant aktuell auf starke 84 Punkte auf PlayStation 5 , 83 auf dem PC und 81 auf der Xbox Series X. Rund 91 Prozent der bislang veröffentlichten Testberichte fallen positiv aus. Gelobt werden vor allem die surreale Inszenierung, die Weltgestaltung und die Atmosphäre, die viele Kritiker an die besten Momente des ersten Teils erinnert. Das britische Magazin Radio Times vergab sogar die Höchstwertung.Nicht alle sind jedoch restlos überzeugt: Das Portal ComicBook etwa vergibt nur 40 Punkte und kritisiert das neue, nahkampflastige Kampfsystem als repetitiv und wenig überzeugend. Die Meinungen zur größten spielerischen Neuerung gehen damit deutlich auseinander, auch wenn die überwältigende Mehrheit der Kritiken Control Resonant klar empfiehlt. Für Fans des ersten Teils dürfte das Spiel dennoch zu den Pflichttiteln des Herbstes zählen – nicht zuletzt wegen der gewohnt ungewöhnlichen Ideen, für die Remedy bekannt ist.




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