Ein lang gereifter Song voller persönlicher Tiefe
Bereits in seinen Teenagerjahren, als sich Selby musikalisch stark an Künstlern wie Nick Drake orientierte, entstand die Urversion von „Amelia“. Dass der Track erst jetzt das Licht der Welt erblickt, liegt vor allem daran, dass der Künstler ihn lange Zeit nicht richtig einzuordnen wusste. Wie Selby selbst erklärt, begleitete ihn der Song seit seiner späten Jugend im Hinterkopf, ohne dass er genau wusste, ob er zu seinem restlichen Repertoire passte. Inzwischen geht er jedoch unbeschwerter mit seinem Schaffen um und sieht die Veröffentlichung als perfekten Zeitpunkt, um die verschiedenen Facetten seiner Kunst zu teilen.Hinter den melancholischen Klängen verbirgt sich eine sehr persönliche Thematik. Der Song widmet sich einer ihm nahestehenden Person, die vor Jahren mit psychischen Problemen zu kämpfen hatte. Dabei verarbeitet Selby vor allem das Gefühl der Hilflosigkeit, miterleben zu müssen, wie ein geliebter Mensch leidet, ohne direkt helfen zu können. Diese authentische Verarbeitung von Lebenserfahrungen zieht sich wie ein roter Faden durch seine kommenden musikalischen Projekte.
Vom Support-Act für Legenden zum eigenen Album
Musikalisch reiht sich Selby in eine Riege von Künstlern ein, die durch ihre unverwechselbaren, erdigen Stimmen auffallen. Vergleiche zu Acts wie Leon Bridges, Gary Clark Jr. oder Ray LaMontagne drängen sich auf, da auch Selbys Gesang eine tiefe emotionale Integrität besitzt. Seine Lieder handeln oft davon, sich in der Welt zu bewegen, ohne das Gefühl zu haben, wirklich dazuzugehören.Dass der junge Musiker längst kein unbeschriebenes Blatt mehr ist, beweist seine beeindruckende Vita. Er hat bereits mit Rock-Legende Mark Knopfler zusammengearbeitet und stand als Vorgruppe von The Who im Wembley-Stadion auf der Bühne. Auch Auftritte beim Londoner Hyde Park Festival an der Seite von Größen wie Pearl Jam und Stereophonics, ausgedehnte Touren mit der einflussreichen Sängerin Beth Hart sowie Konzerte im legendären London Palladium zeugen von seinem außergewöhnlichen Ruf in der Branche. Zu seinen weiteren Tourpartnern zählten im Laufe der Jahre Größen wie Robert Cray, Joanne Shaw Taylor, Kenny Wayne Shepherd, Betty LaVette und P.P. Arnold.
Am 29. August erscheint nun sein neues Album „The Truth Comes Out Eventually“ über das Label Provogue Records. Die Platte zeigt den vielseitigen Künstler in all ihren Facetten: Mal präsentiert er sich mit dem mitreißenden Groove des Openers „Someone“ im vollen Bandleader-Modus, ein anderes Mal als feuriger Gitarrenheld oder eben als zarter Folk-Troubadour wie bei „Amelia“. In seinen Stücken setzt er sich intensiv mit der Frage auseinander, wie es sich anfühlt, nicht den Erwartungen anderer zu entsprechen und den eigenen Platz im Leben zu finden. Am Ende zählt für den Briten vor allem die Erkenntnis, dass man sich mit der eigenen Identität aussöhnen muss, da die Wahrheit ohnehin irgendwann ans Licht kommt.
Tracklist
- Someone
- All Out of Luck
- The Truth Comes Out Eventually
- (I Am) Who I Am
- I Won’t Be Hard To Find
- I’ll Never Learn
- Amelia
- It Hurts To be In Love
- What Else Is There To Say
- Songbird


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