Die Geschichte von "Soon" geht zurück auf das Jahr 1971. Zusammen mit seinem Songwriting-Partner Joe Kookoolis schrieb Fagan das Material als Nachfolger seines Debütalbums "South Atlantic Blues" aus dem Jahr 1968. Konzipiert als gesellschaftskritische Rockoper, setzte sich das Werk mit den Schattenseiten der Musikindustrie, Korruption, Kunst und politischem Idealismus auseinander. Es spiegelte eng Fagans eigene Erfahrungen wider. In der ursprünglichen Broadway-Inszenierung übernahm Fagan selbst die Hauptrolle, an seiner Seite ein damals noch junger Richard Gere, Barry Bostwick (später bekannt als Brad Majors aus der "Rocky Horror Show"), Joe Butler von den Lovin’ Spoonful, Vicki Sue Robinson und Peter Allen.
Durch fremde kreative Eingriffe verlor das Musical jedoch rasch die ursprüngliche Vision seiner Schöpfer. Nach nur einer einzigen Aufführung am Broadway wurde das Stück wieder abgesetzt, und eine spätere Wiederaufnahme in Los Angeles brachte ebenfalls nicht den erhofften Durchbruch. Das geplante Studioalbum blieb unvollendet, und die Songs gerieten über Jahrzehnte in Vergessenheit.
Aufnahme in Memphis nach über 50 Jahren
Erst im Juli 2025 – mehr als fünf Jahrzehnte später – nahm der mittlerweile 80-jährige Künstler das Projekt erneut in Angriff. Innerhalb von nur sieben Tagen spielte Fagan das Album im geschichtsträchtigen Sam Phillips Recording Service in Memphis ein, in dem bereits Legenden wie Johnny Cash, Bob Dylan, Alex Chilton und The Cramps Musikgeschichte schrieben. Begleitet wurde er dabei von einer hochkarätigen Besetzung aus Memphis um Terence Clark am Schlagzeug, Steve Selvidge an der Gitarre und Rick Steff an den Keyboards.Die 13 Stücke des Albums decken eine große emotionale Bandbreite ab, die vom euphorischen Opener "Let The World Begin Again" über gesellschaftskritische Protestsongs bis hin zu ruhigen Balladen reicht. Die Vorab-Single "Faces Names And Places" richtet sich als mitreißender Rocksong gegen gesellschaftliche Missstände und besitzt bis heute eine verblüffende Aktualität. Dem gegenüber steht der hoffnungsvolle Titelsong "Soon", den Fagan bereits im Alter von 24 Jahren schrieb und der durch die Reife seines heutigen Alters eine ganz besondere Tiefe gewinnt. Den Abschluss der Platte bildet "Please Be Well", ein einfühlsamer Appell zur Selbstfürsorge in bewegten Zeiten.
Auch die Biografie von Scott Fagan selbst weist bemerkenswerte Stationen auf: Gefördert von den renommierten Brill-Building-Autoren Doc Pomus und Mort Shuman, teilte er sich Ende der 1960er-Jahre die Bühne mit Ikonen wie Jimi Hendrix, Odetta und Richie Havens. Später war er an der Entwicklung des Hilfsprogramms MusiCares beteiligt. Zudem ist er der leibliche Vater des gefeierten Songwriters Stephin Merritt (The Magnetic Fields), den er allerdings erst im Jahr 2012 persönlich kennenlernte.
Während Fagans Erstlingswerk "South Atlantic Blues" noch stark von den Entbehrungen seiner Jugend auf den Amerikanischen Jungferninseln geprägt war, richtet "Soon" seinen Blick auf globale Themen und universelle Werte.
Tracklist
- Let The World Begin Again
- Soon
- Music Music
- Roll Out the Morning
- Faces Names And Places
- Child of Sympathy
- Straight
- Wait
- To Touch the Sky
- What’s Gonna Happen To Me When I’m Fifty
- Sing a Happy Song
- It Won’t Be Long
- Please Be Well


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