Von der Luft zum Stein: Das Konzept hinter „Lithic“
Mit ihrem zweiten Studioalbum „Lithic“, das am 5. Juni 2026 über One Little Independent / Bertus auf CD und LP erscheint, schlägt Laura Misch ein gänzlich neues Kapitel auf. Während ihr von Kritikern gefeiertes Debütalbum „Sample The Sky“ aus dem Jahr 2023 sowie das dazugehörige Akustikwerk „Sample The Earth“ thematisch in luftigen Höhen schwebten und sich den Elementen des Windes widmeten, führt dich der Nachfolger tief in die Geologie und die Erdgeschichte. Die Londonerin verwebt auf dem neuen Werk Singer-Songwriter-Elemente mit Jazz, Ambient und atmosphärischen Field Recordings.Für die Entstehung des Albums begab sich Misch auf eine akustische Entdeckungsreise, die sie unter anderem in Steinbrüche, an steile Klippen, in abgelegene Höhlen und an stürmische Kiesstrände führte. Dabei stützt sich das konzeptionelle Fundament auf Praktiken des Deep Listenings, der Ökoakustik sowie auf geologische und philosophische Schriften. Inspirationen fand die Künstlerin unter anderem in den Arbeiten der Bildhauerin Barbara Hepworth, bei Komponistinnen wie Pauline Oliveros und Annea Lockwood sowie in den Schriften von David Haskell und der Öko-Psychotherapeutin Ruth Allen. So betrachtet Misch Klang als ein uraltes Material, das im Laufe der Jahrtausende durch Witterung und Zeit geformt wird.
Die neue Single „Soften“ und anstehende Live-Termine
Nachdem bereits Stücke wie „Echoes“, „Shell“ sowie die Doppel-Single „Scrolls“ und „Kairos“ einen Vorgeschmack auf das Album gegeben haben, ist mit „Soften“ nun eine weitere Auskopplung erschienen. Das Lied widmet sich der Zärtlichkeit inmitten von Verwitterungsprozessen. Musikalisch untermalt wird Lauras charakteristisches Saxophonspiel dabei von zarten Klavierklängen durch Marysia Osu sowie von den dröhnenden Bässen einer mittelalterlichen Drehleier, gespielt von Thomas Fournil vom Idrisi Ensemble, begleitet von staubigen Trommeln.Mit mittelalterlicher Symphonie und einer Drehleier, die im Hintergrund murrt, wurde dieses Lied teilweise von einer Pilgerreise inspiriert, die ich zu den außergewöhnlichen riesigen balancierenden Steinen im Bodmin Moor unternommen habe, sogenannten Cheesewrings. Diese Granitfelsformationen sind ein natürliches geologisches Phänomen, deren Kanten im Laufe der Zeit durch die heftigsten Stürme zu sanften Rundungen abgetragen wurden.
Tracklist
- Breathing
- Kairos
- Echoes
- Siren
- Scrolls
- Soften
- Circle
- For(r)est
- Jealousea (feat. Alfa Mist)
- Mythic
- Shell
- Spiral

