Musik

A Plague of Lighthouse Keepers: Debüt-EP „Towers of Silence“ ist da

Das niederländische Kollektiv vereint Sludge, Free Jazz und Raga.



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Foto: Yulia Ermakov. Mehr zum Thema Transparenz.

Falls du nach konventionellen Strophen-Refrain-Mustern suchst, bist du bei A Plague of Lighthouse Keepers an der falschen Adresse. Das experimentelle Kollektiv aus Haarlem in den Niederlanden hat mit seiner Debüt-EP „Towers of Silence“ ein Werk vorgelegt, das Genregrenzen zwischen Sludge, Post-Metal, Doom, Free Jazz und traditioneller indischer Raga-Musik auflöst. Über das Label Lay Bare Recordings veröffentlicht, setzt sich das Quartett auf dem Album intensiv mit gesellschaftspolitischen Krisen, persönlicher Verzweiflung und der Suche nach Hoffnung auseinander.

Ein unkonventioneller Ansatz für Drone und Sludge

Der Name A Plague of Lighthouse Keepers verweist auf ein bekanntes Musikstück der Progressive-Rock-Band Van der Graaf Generator sowie auf den gleichnamigen Psychothriller-Film von Robert Eggers. Musikalisch geht die Formation jedoch sehr eigenständige Wege. Während klassische Drone-Metal-Pioniere wie Sunn O))), Nadja oder Earth meist auf sehr langsame, atmosphärische Ambient-Strukturen setzen, startet die Band bei einem Fundament aus wuchtigem Doom und Sludge Metal. Von dort aus dehnt das Kollektiv seinen Sound in freie Improvisationen, lärmenden Noise und klassische Minimal-Music aus.

In den vielschichtigen Kompositionen treffen verzweifelte Schreie, wuchtige Cymbals und verstörende Gitarrentexturen auf repetitive Bassläufe und traditionelle indische Bordun-Instrumente wie Shruti-Box und Tanpura. Musikalische Referenzen reichen dabei von der spirituellen Schwere der Band Om über die kompromisslose Wucht von Sumac und Swans bis hin zu den Avantgarde-Experimenten von Miles Davis oder Pandit Pran Nath.

Gesellschaftskritik und spirituelle Suche

Inhaltlich verarbeiten A Plague of Lighthouse Keepers die Wut über das aktuelle weltpolitische Geschehen. Trotz der aggressiven Klanglandschaften sucht die Band innerhalb des musikalischen Chaos stets nach Momenten der Zerbrechlichkeit. Die Veröffentlichung umfasst drei ausführliche Stücke, die verschiedene thematische Schwerpunkte setzen:

Der Eröffnungstrack „Massacre of Flour“ versteht sich als ein aggressiver Protest gegen den Völkermord an der palästinensischen Bevölkerung. Das anschließende Stück „I Fuck People“ präsentiert sich als avantgardistischer Free-Jazz-Metal-Sturm und als Zeichen der Unterstützung für marginalisierte Queer-Communitys weltweit. Den Abschluss bildet der Titeltrack „Towers of Silence“, der mit einer spirituellen Klangwand die menschliche Endlichkeit und die Suche nach Sinn Thematisiert.

Produktion und Besetzung

Das Material wurde von Marlon Wolterink im White Noise Studio in Winterswijk aufgenommen und gemischt. Das visuelle Erscheinungsbild und das Artwork stammen von der Künstlerin Yulia Ermakov.

Zur Besetzung des niederländischen Kollektivs gehören:
  • Joost Verhagen – Gesang, Synthesizer, Shruti, Tanpura
  • Derek Twiss – Schlagzeug
  • Tristan „Lama Waaien“ – Gitarre, Saxofon
  • Sterre Marrée – Bass, Hintergrundgesang
Bei ihren Live-Auftritten arbeitet die Band regelmäßig mit zusätzlichen Gastmusikerinnen und Gastmusikern zusammen, um die intensiv improvisierten Passagen auf die Bühne zu bringen.

Tracklist

  1. Massacre of Flour
  2. I Fuck People
  3. Towers of Silence

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