Ein Mahnmal aus Sludge, Drone und Free Jazz
Klassischer Drone Metal wird von vielen Hörerinnen und Hörern vor allem mit Wegbereitern wie Sunn O))), Earth oder Nadja assoziiert, die ihre Stücke vorwiegend aus langsamen, atmosphärischen Ambient-Strukturen aufbauen. A Plague of Lighthouse Keepers wählen jedoch einen anderen Ansatz: Die Band nimmt ein wuchtiges Fundament aus Doom und Sludge Metal als Ausgangspunkt und erweitert dieses um Einflüsse aus der Avantgarde, indischer Raga-Musik sowie klassischem Minimalismus. Durch den Einsatz traditioneller Instrumente wie der Shruti-Box und der Tanpura neben verzerrten Gitarren, Saxofon, dröhnendem Bass und wuchtigen Synthesizern entsteht ein dichter, hochgradig dynamischer Sound.Im Mittelpunkt des Schaffens steht die Auseinandersetzung mit der aktuellen geopolitischen Lage, gesellschaftlicher Ohnmacht und persönlicher Verzweiflung. Die Musiker verarbeiten Wut und Orientierungslosigkeit angesichts globaler Krisen, suchen im Chaos ihrer Kompositionen aber zugleich nach Momenten der Zerbrechlichkeit und Hoffnung. Damit grenzt sich das Projekt bewusst von oberflächlicher Popkultur ab und versteht seine Musik als Ventil für freien künstlerischen sowie politischen Ausdruck.
Politische Statements und spirituelle Klangwände
Die EP umfasst drei ausformulierte Stücke, die sich explizit mit gesellschaftspolitischen und existenziellen Themen beschäftigen:Der Eröffnungstrack Massacre of Flour setzt mit brutaler Härte ein deutliches Zeichen gegen den Völkermord an der palästinensischen Bevölkerung. Darauf folgt I Fuck People, ein avantgardistischer Free-Jazz-Metal-Ausbruch, der als solidarisches Statement für marginalisierte Queer-Communities weltweit fungiert. Den Abschluss bildet das Titelstück Towers of Silence, das sich in Form einer spirituellen Klangwand im Stile der Band OM mit der menschlichen Endlichkeit und der Suche nach Sinn auseinandersetzt.
Ein wichtiger Pfeiler des Bandkonzepts sind zudem die unvorhersehbaren Live-Auftritte. Nach ersten Konzerten in den Niederlanden, bei denen regelmäßig Gastmusiker eingebunden werden, hat sich die Gruppe den Ruf einer intensiven Bühnenpräsenz erarbeitet. Längere Improvisationen treffen dabei auf dröhnende Bässe, schrille Gesangsausbrüche und vielschichtige Gitarrentexturen.
Produktion und Besetzung
Eingespielt wurde das Werk von den Mitgliedern Joost Verhagen (Gesang, Synthesizer, Shruti, Tanpura), Derek Twiss (Schlagzeug), Tristan Lama Waaien (Gitarre, Saxofon) und Sterre Marrée (Bass, Hintergrundgesang). Für die Aufnahme und die Abmischung zeichnet Marlon Wolterink in den White Noise Studios in Winterswijk verantwortlich. Das visuelle Erscheinungsbild und das Artwork stammen aus der Feder von Yulia Ermakov. Veröffentlicht wurde die EP über das Label Lay Bare Recordings.Tracklist
- Massacre of Flour
- I Fuck People
- Towers of Silence


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