Der Bandname trägt eine persönliche Bedeutung: "Tian" ist der gemeinsame zweite Vorname beider Brüder, ergänzt um "Qi" (zusammen) und "Yi" (eins) - eine sprachliche Verschmelzung, die sich im musikalischen Ansatz der Band widerspiegelt. Ihr Sound verbindet die post-punk- und dub-geprägte Handschrift des Vaters mit dem chinesischen kulturellen Erbe der Mutter, der Guzheng-Spielerin Zilan Liao.
Ein Song jenseits der Vernunft
Für Sänger Charlie Wardle entstand "Watch The Sunrise" aus einer Idee, die er seit Jahren beschäftigt: einem Zustand, den Sprache und Logik nicht greifen können.Bei den Texten fühlte ich mich zu der Idee hingezogen, dass es etwas jenseits der Rationalität gibt. Es ist kein strikt buddhistisches Konzept, auch wenn es damit verwandt ist - aber es fasziniert mich seit Jahren. Die Vorstellung, dass es einen Raum oder Zustand gibt, den Sprache und Logik nicht ganz erreichen können. Diese Idee wurde zur emotionalen und philosophischen Wurzel des Songs.
Zwischen Dub und Dunhuang
Über zehn Titel hinweg unternimmt "Songs For Workers" eine ethno-psychedelische Reise, die Generationen und Kulturen verbindet und tiefe Dub-Grooves mit östlichen Traditionen verschmilzt. Bereits zuvor veröffentlichte die Band die Singles "Mongolian Dub" und "Dharma", die eine ähnliche Mischung aus östlicher psychedelischer Melodik und Charlies ätherischem Gesang bieten. Das Album baut auf dem gefeierten Debüt "Red Mist" von 2024 auf und wird unter anderem von Gideon Coe, Mark Riley und Stuart Maconie auf BBC 6 Music sowie von John Kennedy auf Radio X London unterstützt.Instrumental zeichnet sich die Band durch eine ungewöhnliche Bandbreite aus: Charlie Wardle spielt traditionelle chinesische und mongolische Instrumente wie Morin Khuur, Er Hu und Yang Qin und übernimmt den Gesang, während John Tian Qi für Schlagzeug, Percussion sowie Synth-Bass und Keys zuständig ist. Jah Wobble steuert den Bass auf dem Grossteil der Songs bei, während der befreundete Musiker Mike McGoldrick Pipes und Flöte beisteuert.
Wie sehr das musikalische Erbe beider Elternteile die Band prägt, beschreibt John Tian Qi Wardle in Bezug auf seine Mutter, die den Brüdern traditionelle chinesische Musik nahebrachte - von kantonesischer Oper bis zu seltenen Tang-Dynastie-Kompositionen aus Dunhuang.
Diese Dunhuang-Musik mit ihren Einflüssen entlang der Seidenstrasse - persisch, indisch, zentralasiatisch - hat mir klargemacht, dass Fusion nichts Neues ist. Sie ist historisch gewachsen. Kulturen haben sich durch Kontakt und Austausch immer schon vermischt, und das gab uns das Vertrauen, unseren eigenen musikalischen Instinkten zu folgen.


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