Ein kollektives Werk im Zeichen der Freundschaft
Aus dieser einfachen Frage entwickelte sich schrittweise eine dynamische und vielschichtige Zusammenarbeit. Ursprünglich war der Plan recht überschaubar gehalten: Robert wollte Songs schreiben, die perfekt auf die glockenklare und wendige Gesangsstimme von Kenji zugeschnitten sind. Durch diese musikalische Ausrichtung ergab sich ganz natürlich eine Tendenz zum melodischen Baroque Pop. Was zunächst als Reihe von einfachen Demos an Gitarre und Tasten in für Kenji passenden Tonarten begann, wuchs jedoch rasch über den ursprünglichen Rahmen hinaus.Mit der Einbindung von Ian Button, der in der britischen Indie-Szene als einer der populärsten singenden Schlagzeuger gilt, gewannen die Arrangements spürbar an Tiefe. Button steuerte nicht nur sein Drumspiel und eigenen Gesang bei, sondern verlieh dem Ganzen durch sein Gespür für ein ausgewogenes Klangbild den nötigen feinschliff. Doch dabei sollte es nicht bleiben: Kenji und Rotifer erkannten früh, dass das Songmaterial noch weitere vokalistische Nuancen vertragen könnte.
So erweiterte sich der Kreis der Mitwirkenden über verschiedene europäische Städte hinweg. Robert nutzte seine Kontakte und lud befreundete Künstlerinnen und Künstler ein, eigene Gesangsspuren beizusteuern. Mit von der Partie sind der elegante Post-Glam-Veteran John Howard aus Südspanien, die She-Punk-Legende Helen McCookerybook aus London sowie das junge Wiener Talent Leo Schlager, besser bekannt unter dem Namen The Zew. Die aufgenommenen Gesangspassagen wurden von Ian Button nahtlos in den Gesamtmix integriert.
Spannend ist auch die thematische Entwicklung des Albums. Während der Entstehung verfasste Roberts Tochter Emma eine universitäre Seminararbeit über die Organisation von Arbeit in der Independent-Musikszene. Ihr Fazit: Das Netzwerk um ihren Vater funktioniere nach einer Theorie der gegenseitigen Unterstützung, die als "Radical Friendship" bezeichnet wird. Inspiriert von dieser Erkenntnis widmete Rotifer dieser Idee einen eigenen Song, bei dem er ebenso wie beim abschließenden Track "Is This Real Enough?" selbst den Hauptgesang übernahm. Auf dem gesamten Album übernimmt schlussendlich jede beteiligte Person bei mindestens einem Song die Führung oder eine prägende Nebenstimme, während alle anderen unterstützende Harmonien beisteuern.
Stilistisch lässt sich das Projekt nicht in eine einzelne Schublade stecken. Neben Baroque Pop finden sich Einflüsse aus Psychedelia, Power Pop, Country Rock und feinsinnigem Indie-Pop. Es handelt sich hierbei nicht um eine klassische, feste Band, sondern um ein flexibles Kollektiv, das sich jederzeit erweitern kann. Passend zu diesem Konzept wird das Album am 31. Juli 2026 über das britische Label Spinout Nuggets veröffentlicht. Auch live wird das Projekt präsentiert, wobei Rotifer – inzwischen von Canterbury nach Berlin gezogen – mit wechselnden Besetzungen in Städten wie Wien, Hamburg oder London auf der Bühne stehen wird.
Tracklist
- Considering
- Things to do in Winter
- Listen to the News
- Radical Friendship
- The Words
- The More That I Think About What We Should Do
- Stay With Us
- Across the Great Divide
- Always in Landscape
- Sense of Time
- Nobody Wants to Live in This House Anymore
- Is This Real Enough


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