sunn O))) – sunn O))) Review

Mehr Geräusch als Musik



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Es gibt Alben, die fordern den Hörer heraus. Und es gibt Alben wie sunn O))) – die sich dieser Kategorie komplett entziehen. Denn was hier geboten wird, ist streng genommen keine Musik im klassischen Sinne, sondern eher eine Sammlung aus Klangflächen, Feedback-Schleifen und experimentellen Geräuschkulissen.

Konsequent gegen jede Hörgewohnheit

Wer hier auf Strukturen hofft, wird schnell feststellen: Es gibt keinen Takt, keinen Gesang, keine erkennbare Melodie. Stattdessen dominieren langgezogene Drone-Sounds, dröhnende Frequenzen und ein bewusst reduzierter Ansatz, der eher an eine Klanginstallation erinnert als an ein Album im herkömmlichen Verständnis.

Das bedeutet allerdings nicht, dass das Werk schlecht gemacht ist – im Gegenteil. Die Produktion ist präzise, die Klangräume sind bewusst gestaltet, und man merkt, dass hier mit Konzept und Intention gearbeitet wurde. Jede Frequenz scheint ihren Platz zu haben, jede Verzerrung ist gewollt. Es ist Kunst – nur eben keine, die sich leicht erschließt.

Nur für echte Avantgarde-Fans

Das Problem: Der Zugang bleibt extrem schwierig. Selbst für offene Hörer wirkt das Ganze schnell sperrig, distanziert und teilweise ermüdend. Ohne Ankerpunkte wie Rhythmus oder Gesang fehlt vielen schlicht die Orientierung. Das Album verlangt Geduld, Aufmerksamkeit und eine gewisse Bereitschaft, sich komplett auf abstrakte Klangwelten einzulassen.

Für ein breites Publikum ist das kaum zugänglich. Wer Musik sucht, wird hier vermutlich enttäuscht. Wer hingegen Klang als Erlebnis versteht, könnte zumindest fasziniert sein – wenn auch auf sehr spezielle Weise.

FAZIT

sunn O))) ist kein Album im klassischen Sinne, sondern ein experimentelles Klangprojekt, das sich bewusst jeder Form von Mainstream verweigert. Handwerklich interessant, konzeptionell konsequent – aber für die meisten Hörer schlicht zu weit weg von dem, was man gemeinhin als Musik bezeichnet. Ein Werk für eine sehr kleine Zielgruppe.

Jacqueline (Spielemagazin.de)

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