Treasure Island Review

Abenteuer auf der Schatzinsel



Robert Louis Stevenson ist ein weltberühmter Schriftsteller, den man vor allem auch wegen seines Buches "Die Schatzinsel". Und genau diese Romanvorlage hat sich der Entwickler Radon Labs vorgenommen und ein klassisches Point 'n' Klick Adventure entwickelt, welches sich ziemlich genau an den Text hält. Ist diese Originaltreue nun ein Vorteil oder eher ein Nachteil? Und überhaupt: Wie spielt es sich? Antworten auf diese und weitere Fragen liefert unser Test zu "Treasure Island"...

Ahoi, ihr Landratten

Nach dem Tod des Vaters führt der junge Jim Hawkins das Gasthaus "Zum Admiral Benbow" in der Nähe von Bristol weiter. Hier beherbergt er derzeit einen alten Seemann namens William "Bill" Bones, der wie sich herausstellt ein großes Geheimnis mit sich herumträgt. In einer Nacht gibt es dann plötzlich Streit. Bones hat irgendwelche Händel mit einem sagenumwobenen Rauhbein namens "Der Schwarze Hund". Kaum ist Ruhe eingekehrt bekommt er wieder Besuch, diesmal vom blinden Bettler Pew, der ihm einen "Schwarzen Fleck" überreicht. Als Bones kurz darauf nach einem Schlaganfall tot zusammenbricht überschlagen sich die Ereignisse. Jim muss mit Freundin Antoinette flüchten, nimmt aber noch eine Seemannskiste von Bones mit. Darin enthalten: Eine Schatzkarte...

Kenner des Romans wissen nun, dass sich die Handlung des Spiels sehr nah an der Vorlage bewegt und um es vorwegzunehmen: Das bleibt auch so. Der Spieler hat sozusagen die Gelegenheit den Roman nachzuspielen und wird von kleinen Abweichungen abgesehen ziemlich nah am Original entlang geführt. Das könnte ein Nachteil sein, wenn man annimmt, dass der geneigte Spieler den Roman wirklich schon kennt und sich dann natürlich langweilt, wenn er ohnehin schon jeden Schritt im Vorfeld kennt. Andererseits müssen wir realistisch bleiben: Ein Grossteil der Spieler wird den Roman nicht gelesen haben und zudem bietet sich so auch noch die Möglichkeit spielend einen wirklich berühmten und lesenswerten Roman zu erkunden. DAS nennen wir den zweiten Bildungsweg!

Harr-harr-harr

"Treasure Island" ist ein klassicher Point 'n' Klick Vertreter, der alle Elemente beinhaltet, die man nun erwarten würde. Gesteuert wird unser Held aus der Third-Person-Perspektive, wobei ein Linksklick anzeigt wohin Jim gehen soll, ein Doppelklick lässt ihn dann rennen. Genretypisch erscheinen auch interaktionsabhängige Symbole, wenn die Spielfigut etwas ausführen kann. Also zum Beispiel mit anderen Personen sprechen, Gegenstände untersuchen oder aufnehmen, etc. Objekte wandern sodann ins Inventar und können dort genauer untersucht oder kombiniert werden.

Die gebotene Rätselkost bewegt sich vom Niveau her zwischen leicht und mittelschwer und so werden auch Genreneulinge sicher ihren Spass an dem Adventure haben. Den Spieler erwarten neben Kombinationsrästel auch diverse Dialog- und Logikrätsel. So muss man manchmal die richtigen Antworten geben, um an einen Gegenstand zu gelangen. Dies sind mitunter die schwersten Rästel.

Grafik und Sound

Grafisch präsentiert sich "Treasure Island" in Bestform und äußerst atmosphärisch. Was uns besonders gefallen hat ist die detailverliebte Darstellung der Charaktere, die mit sehr viel Geduld und Feingefühl in Szene gesetzt wurden. Die Mühe hat sich aber gelohnt, denn dies verleiht dem Spiel eine enorme Glaubwürdigkeit und man kann tief ins Spiel eintauchen, auch wenn die Zeit der Schatzkarten lange vorbei zu sein scheint. Auch die Umgebungen und Hintergründe sind enorm detailliert und machen einen guten Eindruck.

Soundtechnisch sind vor allem die Synchronsprecher hervorzuheben. Hier hat Entwickler Radon Labs offensichtlich keine Kosten und Mühen gescheut und so präsentiert sich die Sprachausgabe in allerfeinster Qualität. Der gelungene Soundtrack zum Spiel und passende Soundeffekte runden den guten Gesamteindruck ab.

FAZIT

"Treasure Island" ist ein sehr empfehlenswertes Adventure. Warum? Weil es sowohl spielerisch wie auch technisch absolut einwandfrei ist und grafisch wie atmosphärisch zu überzeugen weiß. Was aber noch hinzu kommt: Wer die Romanvorlage "Die Schatzinsel" von Robert Louis Stevenson nicht gelesen hat, kann doch im Ernst noch nebenbei etwas lernen. Tolle Idee, tolle Umsetzung, Silberaward!

Redaktion (Spielemagazin.de)

Wie wir bewerten. Mehr zum Thema Transparenz.

Spielemagazin-Wertung: 84%
Abenteuer auf der Schatzinsel
Einzelwertungen
Gameplay
86
Grafik
87
Sound
87
Steuerung
80

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Release 2008-03-08
Studio HMH Hamburger Medien Haus Vertriebs GmbH
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