Humor zwischen Tradition und Vorsicht
Der Film möchte den Geist des Originals bewahren, ohne in alte Fettnäpfchen zu treten. Vieles wirkt daher bewusst entschärft. Es gibt weiterhin Slapstick, absurde Dialoge und die bekannten Running Gags, aber sie schlagen seltener so laut ein wie 2001. Man lacht – aber eben oft eher leise als schallend. Manche Momente greifen wunderbar, andere funktionieren eher, weil sie nostalgische Reflexe auslösen. Die „Darf man das noch?“-Debatte schwebt im Hintergrund, doch Bully Herbig meistert sie erstaunlich charmant. Kein Witz wirkt respektlos, vieles wurde modernisiert, manches elegant umformuliert. Dadurch verliert der Film etwas von der schamlosen Unbekümmertheit, aber gewinnt eine Form von Wärme, die gut zu ihm passt.
Technisch so stark wie nie zuvor
Was der Film jedoch ganz klar toppen kann, ist die Inszenierung. „Das Kanu des Manitu“ ist eine überraschend große, bildstarke Produktion – die erste deutsche Komödie, die sogar in Imax gezeigt wird. Und ja, man versteht schnell warum. Die Landschaftsaufnahmen wirken beeindruckend, die Sets sind liebevoll gestaltet, die Action-Sequenzen überraschend hochwertig und an vielen Stellen blitzt eine spielerische Hommage an Hollywood-Klassiker auf. Zwischen Westernflair, Abenteuerkino und Musicaleinlagen entsteht ein sehr rundes audiovisuelles Erlebnis, das man einem Film dieser Art so nicht selbstverständlich zugetraut hätte.Eine Geschichte, die Spaß macht, ohne zu überraschen
Die Handlung ist bewusst simpel gehalten: Abahachi und Ranger geraten aufgrund einer Intrige in Schwierigkeiten und müssen das titelgebende Kanu bergen. Daraus entsteht ein Roadtrip durch die Prärie voller Begegnungen, Rückblenden und neuer Familienkonstellationen. Hier geht es nicht um narrative Innovation – der Film will unterhalten, nicht revolutionieren. Und das tut er. Das Tempo stimmt, die Atmosphäre passt, und viele Szenen tragen das typische Bully-Gefühl in sich. Gleichzeitig bleibt „Das Kanu des Manitu“ inhaltlich vorhersehbar, was angesichts der Comedy-Ausrichtung wenig stört, aber gelegentlich den Eindruck verstärkt, man habe vieles schon einmal gesehen – nur früher ein bisschen schärfer.Ein Ensemble, das es immer noch kann
Michael Bully Herbig, Rick Kavanian und Christian Tramitz harmonieren wie eh und je. Ihre Spielfreude trägt den Film mühelos, auch wenn die Gagdichte nicht mehr durchgehend das Niveau des Originals erreicht. Besonders schön: Einige Nebenfiguren überraschen positiv, etwa Jessica Schwarz, die ihre Rolle mit einer Ernsthaftigkeit spielt, die im Kontrast zu den albernen Momenten hervorragend funktioniert. Sky du Mont ist erneut ein Highlight – charmant, lässig, genau richtig dosiert. Insgesamt liefert das Ensemble eine durchweg gute, wenn auch erwartbare Vorstellung ab, die vor allem Fans glücklich machen dürfte.



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