Knallhart – aber nicht eindimensional
Zwar starten die Norddeutschen mit einer kraftvollen Death-Metal-Breitseite in den Opener „Glass Bleeding“, doch schnell weichen die brachialen Growls melancholisch getönten Melodien. Besonders interessant ist das Spiel mit Kontrasten: Während die Shouts und tiefen Riffs für ordentlich Druck sorgen, entfalten gerade die ruhigeren Passagen eine intensive Wirkung.Melodische Momente heben sich hervor
Interessanterweise sind es oft die melodischen Parts, die nach dem Durchlauf am meisten Nachhall hinterlassen. Wenn Raimund Ennenga zu klarer Stimme greift oder Gitarrenlinien sich in sanfter Geste verwinden, schafft Nailed To Obscurity etwas, das bleibt – auch wenn die Wucht der Growls längst wieder auftaucht. Diese Balance ist kein Selbstläufer, aber hier gelingt sie oft durchaus elegant.Die Produktion ist modern, aber nicht seelenlos
Der Sound kommt direkt, rau und zutiefst kraftvoll. Growls dominieren viele Passagen, Gitarrenriffs zerreißen die Stille, die Drums setzen akzentuierte Schläge – in der Tradition des extremen Metals, ohne in bloßes Geballer abzugleiten.Manche Hörer könnten die saubere Produktion als zu glatt empfinden, doch tatsächlich erlaubt sie es dem komplexen Songwriting, sich voll zu entfalten. Vor allem der Gesang von Raimund Ennenga profitiert davon – seine cleanen Passagen wirken natürlicher denn je.



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