Das Spiel Tomb Raider, das von Square Enix und Crystal Dynamics entwickelt wurde, stellt diese Vorstellung auf den Kopf. Man bekommt es mit einer jungen und noch recht unerfahrenen Lara zu tun, die in keinster Weise der Frau ähnelt, die wir aus den bisherigen Tomb Raider Spielen kennen.

Während einer Expedition in das Drachendreieck gerät das Schiff mit dem Lara und ihre Crew unterwegs sind in einen Sturm und die gesamte Besatzung erleidet Schiffbruch. Gestrandet auf einer einsamen Insel versucht Lara ihre verlorenen Freunde wieder zu finden. Es wird jedoch schnell klar, dass irgend etwas nicht stimmt und schließlich kommt Lara einer Sekte namens ,,Die Solari" auf die Spur, welche auf der Insel ihr Unwesen treibt. War "Tomb Raider" früher eher ein Spiel für Jugendliche, so ist es nun eindeutig für eine andere Zielgruppe entwickelt worden. Das USK 18 Rating ist für ein "Tomb Raider" Spiel sehr ungewöhnlich, jedoch äußerst berechtigt. Die Brutalität im Spiel verträgt sich jedoch sehr gut mit der Geschichte, die es zu erzählen gilt, nämlich die Entwicklung einer unerfahrenen Archäologin, die durch einige schockierende Ereignisse auf eine harte Probe gestellt wird, die sie emotional reifen lässt und zu der hart gesottenen, kämpferischen Grabräuberin macht als die wir sie bisher kannten. Die Story ist spannend und abwechslungsreich und dauert zwischen 16 und 20 Stunden, je nachdem, ob man sich den Nebenmissionen (in denen man Gräber plündern muss) widmet oder einfach nur die Hauptstory spielt.

Das Gameplay von Tomb Raider ist frisch und abwechslungsreich. So kann man zwischen einer von vier Waffen wählen, wobei jede Waffe spezielle Vorteile hat. Mit dem Bogen kann man beispielsweise leise Angriffe aus dem Hinterhalt starten oder Seile oder Brandpfeile verschießen, während man mit der Schrotflinte deutlich mehr Schaden anrichtet und Barrikaden zerschießen kann. Während der Missionen sammelt man Bergungsgut und Fähigkeitspunkte. Mit dem Bergungsgut lassen sich die Waffen verbessern, so kann man zum Beispiel die Feuerrate oder die Stabilität der Waffen verbessern. Mit den Fähigkeitspunkten kann man neue Jäger-, Kampf-, und Survivalfähigkeiten freischalten. Während man anfangs feindlichen Angriffen lediglich durch ein stolperhaftes Ausweichen entgehen konnte, kann man nach Erwerb der jeweiligen Fähigkeiten einen Konterangriff ausführen oder am Boden liegende Feinde erledigen. Aber nicht nur zum Kämpfen sind die Waffen und Fähigkeiten gedacht. So muss man beispielsweise eine Vielzahl von Aufgaben lösen, indem man Ausrüstung wie Kletterhaken, Bogen oder Feuer einsetzt und sich die Gesetze der Schwerkraft oder Hebelwirkungen zunutze macht.

Optisch ist Tomb Raider (abgesehen von einigen Texturfehlern) schön anzusehen. Auf dem PC unterstützt Tomb Raider bisher als einziges Spiel das AMD eigene TressFX, das für eine äußerst realistische Haardarstellung sorgt. So flattert Laras Haar mit jedem Windstoß oder jeder Bewegung realistisch herum und ist dabei um einiges schöner anzusehen als der übliche ,,Haarpilz", den man aus bisherigen Spielen gewohnt ist. Um TressFX zu aktivieren sollte man jedoch über eine ausreichend gute Grafikkarte verfügen, da bei der Aktivierung mit einem Framedrop von bis zu 25% zu rechnen ist.

Die Geräuschkulisse von Tomb Raider ist gelungen. Besonders, wenn man sich durch spärlich beleuchtete Höhlen zwängt, wird durch das Plätschern des Wassers und das Stöhnen von Lara bei jeder Bewegung eine packende Atmosphäre erzeugt.




