Die Flügel der Taube Review

Verfilmung eines Henry James Romans über Liebe und Intrigen in London.



Sich daran zu versuchen, gehobene Literatur aus dem Jahr 1902 zu verfilmen, ist in der Regel ein Experiment auf ziemlich hohem Niveau. Sollte es zumindest sein, denn Literatur-Liebhaber erwarten dann natürlich, dass der Film zumindest ansatzweise so gut wird, wie das Buch. In manchen Fällen kann das durchaus gelingen und der Film ist im Nachhinein bekannter als das ursprüngliche Buch (was natürlich auch an dem Alter der Zuschauer liegen mag), in anderen Fällen wird ein literarisches Meisterwerk aber auch gerne mal durch eine Verfilmung total schlecht dargestellt. Wie sich dies bei "Die Flügel der Taube" verhält, möchten wir euch natürlich nicht verschweigen.

"Die Flügel der Taube", im Original "The Wings of the Dove" ist ursprünglich ein Werk des amerikanischen Schriftstellers Henry James, dessen Werke schon mehrfach verfilmt worden sind (zum Beispiel "Das grüne Zimmer" oder "Portrait of a Lady"). Nun hat sich im Jahr 1997 der Regisseur Iain Softley eben auch an dem Werk "The Wings of Dove" versucht und hat sich dabei mit Helena Bonham Carter, Linus Roache und Alison Elliott auch recht gute Schauspieler ins Boot geholt.

Wir befinden uns im Jahre 1910 in London. Die junge und temperamentvolle Kate Croy (gespielt von Helena Bonham Carter) lebt seit dem Tod ihrer Mutter bei ihrer Tante. Diese ist eine recht gut betuchte Dame, die viel Wert auf einen angemessenen Stand legt. Kate hat sich allerdings völlig unstandesgemäß in den recht mittellosen Journalisten Merton (gespielt von Linus Roache) verliebt. Keinesfalls möchte sie diese Beziehung beenden, allerdings möchte sie ebenso wenig auf ihr Erbe verzichten. Also beschließt sie, Merton mit ihrer schwer kranken und reichen Freundin Millie (gespielt von Alison Elliott) zu verheiraten. So wäre Merton nach dem Tod von Millie nämlich ein reicher Witwer und die Beziehung zwischen Kate und Merton wäre standesgemäß. Gemeinsam fährt das Dreiergespann nach Venedig, um Millie ihre letzten Tage des Lebens so angenehm wie möglich zu machen...

Über die Geschichte selbst braucht man an dieser Stelle kaum ein Wort verlieren. Sie ist von einem großen Schriftsteller geschrieben und spielt entsprechend zu seiner Zeit. Man muss also schon auf Kostümfilme dieser Art stehen, um "Die Flügel der Taube" richtig genießen zu können. Aber in der Regel kauft oder leiht man sich ja auch einen Film, weil er einen interessiert. Und wer eh schon Interesse hatte, der wird hier keinesfalls enttäuscht. Denn nicht nur die Story selbst ist eine Klasse für sich, sondern auch die Umsetzung dieser ist hervorragend gelungen!

Dies beweist allerdings auch die Tatsache, dass der Film im Jahr 1998 für vier Oscars nominiert war (Beste Hauptdarstellerin Helena Bonham Carter, bestes adaptiertes Drehbuch, beste Kamera und bestes Kostümdesign). Womit wir auch schon bei einem beeindruckenden Thema wären: Die Kostüme! Diese sind nämlich wirklich fabelhaft und lassen den Zuschauer fast glauben, dass der Film tatsächlich in dieser Zeit gedreht worden ist. Hier wurde nicht übertrieben, hier wurde nicht zu viel gekünstelt, hier ist alles einfach genau richtig!

Genau richtig, so könnte man den gesamten Film beschreiben. "Die Flügel der Taube" ist ein filmisches Meisterwerk, genauso wie der Vorlageroman "The Wings of the Dove" es ist. Wer also auf Filme dieser Art steht und diesen tatsächlich noch nicht gesehen hat, der sollte es unbedingt nachholen, man wird es kaum bereuen!

FAZIT

Eine wunderbare Romanverfilmung, die man unbedingt gesehen haben sollte, wenn man Filme dieses Genres mag!

Jana (Spielemagazin.de)

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Spielemagazin-Wertung: 93%
Verfilmung eines Henry James Romans über Liebe und Intrigen in London.

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