Das Vermächtnis der Wanderhure Review

Rache, Schicksal und ein gefährliches Erbe in bewegter Zeit



"Das Vermächtnis der Wanderhure" ist der dritte Teil der erfolgreichen Fernsehverfilmung der ebenfalls äußerst erfolgreichen Roman-Reihe um die Wanderhure von Iny Lorentz und die Fortsetzung der Filme "Die Wanderhure" und "Die Rache der Wanderhure".

Was bisher geschah...
Um zu verstehen, worum es in "Das Vermächtnis der Wanderhure" geht, wäre es sehr vorteilhaft, auch die beiden Vorgänger gesehen zu haben oder zumindest zu wissen, worum es in den beiden Filmen geht. Daher fassen wir mal zusammen: Marie Schärer (gespielt von Alexandra Neldel) soll gegen ihre Willen mit dem Sohn eines Grafen verheiratet werden. Marie wird gefoltert, vergewaltigt, misshandelt, bevor sie von Wanderhuren aufgenommen und gesund gepflegt wird. Fortan verdient sie sich ihr Geld ebenfalls als Wanderhure, kann den Wunsch der Rache aber nicht verdrängen - und soll diese auch bekommen. Nachdem Marie ihren zukünftigen Ehemann Michel Adler (gespielt von Bert Tischendorf) kennenlernt und später auch heiratet, führt sie zunächst ein glückliches Leben an seiner Seite. Doch muss dieser in den Krieg gegen die Hussiten ziehen und Marie erfährt kurze Zeit später, dass ihr geliebter Mann gefallen sein soll. Um sich von dieser Tatsache zu überzeugen, macht Marie sich auf, um Beweise für seinen Tod zu finden.

Intrige!
Im dritten Teil "Das Vermächtnis der Wanderhure" lebt sie wieder glücklich mit ihrem Mann am Hofe des Königs und erwartet sogar ihr zweites Kind. Wieder könnte alles so schön sein, doch das Schicksal scheint es mit Marie nicht gut gemeint zu haben. Ihr Mann wird vom König zum Ritter geschlagen und verpflichtet sich somit, dem König im Krieg gegen die Tataren beiseite zu stehen. Somit lässt er Marie allein für die Geburt ihres gemeinsamen Kindes nach Hohenstein ziehen, wo Marie ziemlich bald Opfer einer gemeinen Intrige der Mätresse Hulda von Hettenheim (gespielt von Julie Engelbrecht).

Wenn's denn sein muss...
Mit Fortsetzungen ist das immer so eine Sache: Zum einen möchte man diesen Film in der Regel nur sehen, wenn man auch die Vorgänger mochte. Zum anderen hat man auch immer das Gefühl, dass der erste Teil der beste war und die Nachfolger dagegen kaum ankommen können. Ähnlich verhält es sich auch mit "Das Vermächtnis der Wanderhure". Wurde schon die Romanfassung nicht gerade positiv kritisiert, so lässt auch die Geschichte als Verfilmung zu wünschen übrig. Das liegt hauptsächlich daran, dass man das Gefühl hat, dass es mittlerweile zu viel des Guten ist. Der erste Teil konnte noch begeistern, war sogar eine großer Hit deutscher Fernsehproduktionen. Der zweite Teil hat dann schon ein wenig geschwächelt, der dritte Teil ist eben einfach ein Nachfolger. Es fühlt sich fast so an, als hätte Iny Lorentz mit diesem dritten Band der Reihe verzweifelt an ihren Erfolg anknüpfen wollen, war aber nicht mehr ganz so ideenreich wie zu Beginn der Reihe.

Somit ist der Film storytechnisch nicht sonderlich packend. Zumindest nicht, wenn man vom zweiten Teil schon nicht mehr richtig mitgerissen war. Die Umsetzung dagegen ist wieder einmal sehr gut gelungen. Die Kostüme, die Kulissen - hier passt einfach alles. Und auch schauspielerisch macht vor allem Alexandra Neldel in der Rolle der Marie erneut ein gutes Bild. Wer also ein richtiger Fan der Wanderhure-Reihe ist, der wird auch von diesem Film nicht enttäuscht werden. Alle anderen sollte sich zumindest den ersten Teil ansehen, der war nämlich mit Abstand der Beste der Reihe.

FAZIT

Für Fans sicherlich empfehlenswert, auch wenn die Story nicht mehr wirklich fesseln kann. Die Umsetzung ist dagegen aber einwandfrei!

Jana (Spielemagazin.de)

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Spielemagazin-Wertung: 68%
Rache, Schicksal und ein gefährliches Erbe in bewegter Zeit

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