Düstere Ambitionen im Schatten der Erwartung: Ein Blick hinter den Vorhang
Ein mutiger Schritt mit Stolpersteinen
Wenn ein erfahrener Musiker wie Sven The Axe, den viele von euch sicher noch als Frontmann von Solemnity im Kopf haben, ein neues Projekt wie Melancholost aus der Taufe hebt, sind die Erwartungen natürlich erst einmal hoch. Mit "Tales From The Poisoned Apple" wagt er den Sprung weg vom klassischen Heavy Metal hin zu einem Mix aus Okkult-Rock und düsteren, melancholischen Klängen. Das Konzept klingt auf dem Papier absolut spannend: Magie, Esoterik und Aufnahmen an mythischen Orten wie Höhlen oder kleinen Kapellen. Man merkt dem Album an jeder Ecke an, dass Sven hier viel Herzblut investiert hat und eine ganz eigene, introspektive Geschichte erzählen wollte.Leider muss man aber auch sagen, dass der Funke nicht so recht überspringen will. Obwohl die Vision eines atmosphärischen Dark-Rock-Werks deutlich spürbar ist, bleibt das Endergebnis hinter den Möglichkeiten zurück. Es ist ein ambitioniertes Projekt, das sich jedoch ein wenig in seinen eigenen Ansprüchen verliert und den Hörer nicht so tief in seinen Bann zieht, wie es die Thematik eigentlich hergeben würde.
Zwischen Atmosphäre und technischer Umsetzung
Ein großer Kritikpunkt, der mir beim Durchhören immer wieder aufgefallen ist, betrifft die Produktion. Gerade bei Okkult-Rock oder atmosphärischem Metal ist der Sound das A und O, um den Hörer in diese andere Welt zu entführen. Hier wirkt das Ganze jedoch leider oft etwas dünn. Den Instrumenten fehlt es an Druck und die versprochene, dichte Atmosphäre will sich einfach nicht konsequent einstellen. Man hört zwar das Bemühen um ein mystisches Flair, doch die klangliche Umsetzung wirkt streckenweise etwas flach und lässt die nötige Tiefe vermissen, um wirklich Gänsehaut zu erzeugen.Auch wenn die Idee, an unkonventionellen Orten aufzunehmen, sehr charmant ist, scheint die technische Seite darunter gelitten zu haben. Es fehlt der warme, einnehmende Klangteppich, den man bei einem Projekt, das sich "Melancholost" nennt, eigentlich erwartet hätte. Die Songs plätschern dadurch gelegentlich eher vor sich hin, anstatt eine packende, düstere Aura aufzubauen. Das ist besonders schade, weil man spürt, dass Sven als Songwriter eigentlich genau weiß, wie man Melodien schreibt, die im Gedächtnis bleiben könnten.
Ein Werk für Spezialisten
Inhaltlich bleibt sich das Trio treu und zieht sein okkultes Ding konsequent durch. Es geht um Alchemie, alte Meister der Magie und eine ordentliche Portion Weltschmerz. Wer sich intensiv mit diesen Themen auseinandersetzt, wird sicherlich Gefallen an der textlichen Ausarbeitung finden. Doch rein musikalisch betrachtet, fehlt "Tales From The Poisoned Apple" leider das gewisse Etwas, das es aus der Masse der Veröffentlichungen herausheben würde. Es ist ein solides Debüt für Fans von Sven The Axe, die mal eine andere Seite ihres Idols hören wollen, aber kein Meilenstein des Genres.Insgesamt wirkt das Album wie ein Experiment, das noch nicht ganz zu Ende gedacht oder produziert wurde. Die Ansätze sind da, und die Hingabe zum Thema ist unbestreitbar, aber am Ende reicht das leider nicht aus, um auf ganzer Linie zu überzeugen. Man hat das Gefühl, dass hier Potenzial verschenkt wurde, das mit einer wuchtigeren und ausgefeilteren Produktion deutlich besser zur Geltung gekommen wäre.
- Alkahest I - The Primal Fire
- If This World Would Be Eden
- Liber 777
- Another Brick On The Head
- Wolves By Midnight
- Abramelin
- The Book Of Thoth
- The Swan
- These Bleeding Kisses
- Red Wine & Black Roses
- The Raven
- Golden Dawn
- Graveyard Of Broken Dreams
- Alkahest II
- Frozen In Time



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