Lowsunday, ursprünglich 1994 unter dem Namen Low Sunday Ghost Machine gegründet, verbinden auf der aktuellen Auskopplung eine düstere, melancholische Atmosphäre mit vielschichtigen Gitarrenspuren, kühlen Synthesizern und turbulenten Rückkopplungen. Inhaltlich beleuchtet die Single das menschliche Bedürfnis nach Verknüpfung und die bittere Erkenntnis, dass vermeintliche Vertrauenspersonen nicht immer die sind, die sie vorzugeben scheinen.
Sänger und Multiinstrumentalist Shane Sahene erläutert den inhaltlichen Hintergrund des Titels:
Dieser Song bewegt sich an dunkleren, abstrakteren Orten. Die Figuren mit den Augapfel-Köpfen deuten eine gewisse Naivität an – dass wir manchmal mit den Augen statt mit dem Verstand denken. Wir lieben rein oberflächlich und übersehen dabei völlig die zugrundeliegende Realität, dass manche Menschen gar nicht geliebt werden wollen. Wie es im Text heißt: Als du sagtest, du hättest mir den Rücken freigehalten, war es in Wahrheit dein erster Angriff.
Es macht uns sehr glücklich, diesen Song zu spielen. Er ist vom Konzept her so düster, dass er sich emotional anfühlt wie ein ruhiger Ozean bei Nacht oder der Schritt in eine Höhle.
Lange Pause und gelungenes Comeback
Die Geschichte der Formation reicht weit zurück: Nach ihrer Gründung Mitte der 90er-Jahre erarbeitete sich die Band früh einen Ruf als Wegbereiter der Retro-Futuristik, indem sie Elemente aus Darkwave, Post-Punk und Shoegaze miteinander verschmolz. Nach einer fast 25-jährigen Pause kehrte das Projekt im Jahr 2025 als Duo zurück. Neben Sahene (Gesang, Gitarre, Synth, Bass, Schlagzeug) gehört Gründungsmitglied Bobby Spell (Bass, Gitarre, Schlagzeug) zur aktuellen Besetzung.Das Comeback wurde von Neuauflagen ihrer frühen Alben begleitet. Projekt Records – dasselbe Label, das die Band schon in ihren Anfangstagen unterstützte – veröffentlichte erweiterte Jubiläumsausgaben des Debüts von 1996 sowie des 1999 erschienenen Werks "Elesgiem". Ende 2025 folgte die "White EP" mit neuem Material. Die nun vorliegende "Black EP" bildet das düstere Gegenstück dazu und stellt erst die zweite Veröffentlichung mit komplett neu geschriebenem Material seit 1999 dar.
Begleitend zur Single "Someone to Talk To" erschien ein Musikvideo von Jer Herring, das die visuelle Ästhetik des Titels unterstreicht:
Dieses Video fängt die zarte Kälte, Losgelöstheit und Einsamkeit des Songs perfekt ein. Jer hat ein Händchen dafür, das Wesen eines Titels zu erfassen und mit Bildern zu verknüpfen, die Isolation und gestörte Kommunikation in verschiedenen modernen Szenarien veranschaulichen.
Formate und Verfügbarkeit
Die "Black EP" vereint glasklare Texturen mit eingängigen Refrains und führt das musikalische Erbe der Band in die Gegenwart. Falls du das physische Format bevorzugst, solltest du allerdings nicht zu lange zögern: Die Vinyl-Edition der EP ist auf weltweit nur 200 Exemplare limitiert und über Bandcamp erhältlich. Zudem steht das Werk auf gängigen Streaming-Plattformen zur Verfügung.Tracklist
- You’re So Wired
- Shattered
- Someone To Talk To
- This Is Not Heaven
- Don’t Want To Dream Again


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