Vom späten Kultstatus zum unerwarteten Comeback
Bereits in den frühen neunziger Jahren gründete sich die Formation unter dem Namen Low Sunday Ghost Machine. Damals prägten sie den Begriff des Retro-Futurismus entscheidend mit und verbanden Darkwave- sowie Shoegaze-Elemente lange vor deren heutiger Renaissance miteinander. Nach ihrem selbstbetitelten Debütalbum und dem im Jahr 1999 veröffentlichten Werk „Elesgiem“ wurde es allerdings still um die Band, ehe sie sich vorerst auflöste. Die beiden Alben wurden kürzlich zum 30. beziehungsweise 25. Jubiläum neu aufgelegt und erinnern daran, welchen Einfluss die Formation im Untergrund besaß. Im Jahr 2025 fanden die Gründungsmitglieder Shane Sahene (Gesang, Gitarre, Synthesizer, Bass, Schlagzeug) und Bobby Spell (Bass, Gitarre, Schlagzeug) schließlich wieder zusammen. Ihre „White EP“ schaffte es prompt auf den zweiten Platz der besten EPs des Jahres 2025 beim Branchenportal Post-Punk.com.Während die erste Veröffentlichung des Comebacks noch stark mit Licht und Texturen spielte, schlägt die „Black EP“ eine deutlich finsterere Richtung ein. Schattige Gitarrenwände, straffe Rhythmen und karge Synthesizer-Flächen verdichten sich zu einer fokussierten und intensiven Fassung des charakteristischen Bandsounds. Das Magazin God Is In The TV Zine verglich die neuen Stücke bereits treffend mit der schweren Grundstimmung von Joy Division, dem melodischen Schmerz von The Chameleons und dem eisigen Vorwärtsdrang von Molchat Doma.
Die Entstehung der Platte beschreibt Sänger Shane Sahene als einen fast schon mystischen Prozess:
Die 'Black EP' war eine aufregende Platte im Entstehungsprozess – sie ist einfach aus uns herausgeflossen, genau wie schon die White EP. Es gibt viele Momente auf der Platte, bei denen wir selbst nicht verstehen, wie die Songs dorthin gefunden haben, wo sie sind. Wir erkennen an, dass die Songs irgendwie mehr sind als wir selbst – das ist die Magie, die uns immer wieder zurückbringt. Ich kann nicht anders, als diese neue EP wie den Jung'schen Schatten zu betrachten. Wir haben uns erlaubt, einige der dunkelsten Emotionen auszuleben, die wir erfahren – es steckt etwas Beichtartiges darin.
Für mich ist diese EP trügerisch – sie beginnt mit dem energiegeladenen, wehmütigen 'You're So Wired', gefolgt von Songs, die melancholisch und introspektiv sind. Das sind die stärksten Songs, die wir bisher geschrieben haben. Mit starken, einprägsamen Melodien rufen sie Gefühle von Isolation – für uns kein neues Thema – und Traurigkeit hervor, aber auf eine Art, die sich vertraut statt deprimierend anfühlt und am Ende Hoffnung zurücklässt.
Du kannst dir die neuen Stücke bereits digital über Plattformen wie Spotify, Apple Music und Bandcamp anhören. Auf Bandcamp besteht zudem die Möglichkeit, eine limitierte 7"-Single des Tracks „Static / Besides“ zu erwerben. Für Sammler physischer Tonträger erscheint am 29. Mai zudem eine streng auf 200 Exemplare limitierte Vinyl-Ausgabe, die ab sofort vorbestellt werden kann.
Tracklist
- You're So Wired
- Shattered
- Someone To Talk To
- This Is Not Heaven
- Don't Want To Dream Again


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