Mit einer kompakten Spielzeit von rund 32 Minuten umfasst das neue Werk insgesamt neun Tracks. Inhaltlich und musikalisch spannt sich der Bogen über ein breites Terrain, das von garage-rock-angehauchten Klängen über schöpfungsmythologische Motive bis hin zu minimalistischen Omnichord-Meditationen reicht. Sämtliche Stücke stammen direkt aus der Feder der US-amerikanischen Musikerin. Für die Produktion zeichnet einmal mehr Guy Blakeslee verantwortlich, der zu Hause in Los Angeles gemeinsam mit Neale an den Aufnahmen arbeitete, während Chris Coady für das Mastering zuständig war. Wenn du dich auf diese analogen Klanglandschaften einlässt, merkst du schnell, wie sehr das Album auf handgemachte Intimität setzt, ohne dabei die stilistische Weiterentwicklung zu vernachlässigen.
Rückkehr nach Los Angeles und filmische Begleitung
Im Zentrum der neuen Songs steht die intensive Auseinandersetzung mit grundlegenden Polaritäten. Dabei geht es um das Spannungsfeld zwischen ländlicher Idylle und städtischem Trubel, menschlicher Nähe und technologischer Distanz sowie Isolation und Gesellschaft. Die Vorabsingle „Tell Me How To Be Here“ verarbeitet direkt Neales Umzug zurück nach Kalifornien, nachdem sie zuvor drei Jahre lang im ländlichen Virginia gelebt hatte. Atmosphärisch bewegt sich der Track zwischen vertrauten Klängen und einer subtilen, traumartigen Orientierungslosigkeit. Getragen wird ihre klare Stimme von ambienten Tonbandschleifen und geisterhaftem Mellotron. Passend dazu entstand ein von ihr selbst inszeniertes Video. Die Stadt Los Angeles dient dabei nicht nur als bloße Kulisse, sondern fungiert quasi als eigenständiger Charakter der Platte. Ergänzt wird das Release durch einen eigens geschaffenen Film, für den Neale mit einer traditionellen Sony Handycam arbeitete. Dieser erzählt die visuelle Geschichte einer gestrandeten Person in einem Spiegelanzug, die durch das moderne Stadtbild wandert und dabei sowohl Absurditäten als auch Schönheit im alltäglichen Chaos entdeckt.Lael Neale beleuchtet den kreativen Prozess hinter dem Album mit folgenden Worten:
Während der Arbeit an dieser Platte gab es einen Song, den ich einfach nicht vollenden konnte. Die Hauptzeile lautete: „Ich gehöre nicht hierher, ich bin ein gänzlich Fremder.“ Ich meinte ‚Fremder‘ dabei als Substantiv, nicht als Adjektiv. Obwohl ich das Lied verwarf, blieb mir der verlorene Refrain im Kopf und wurde zum unausgesprochenen Motiv des Albums.
Live-Termine und Tracklist
Du kannst die neuen Kompositionen im kommenden Jahr auch live auf der Bühne erleben. Für zwei exklusive Club-Shows im Mai kommt die Musikerin nach Deutschland: Am 20. Mai 2025 gastiert sie im Hamburger Nachtasyl, tags darauf, am 21. Mai 2025, steht ein Auftritt in der Berliner Kantine am Berghain auf dem Programm.Tracklist
- Wild Waters
- All Good Things Will Come To Pass
- Down On The Freeway
- Sleep Through The Long Night
- Come On
- Tell Me How To Be Here
- New Ages
- All Is Never Lost
- There From Here


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