Unabhängige Wege und musikalische Bandbreite
Die Veröffentlichung markiert einen weiteren Schritt in Richtung Unabhängigkeit für die Künstlerin. Ende 2023 gab Paramore bekannt, nach über 20 Jahren ihren Vertrag mit Atlantic Records erfüllt zu haben und fortan als unabhängige Band zu agieren. Diese neue Sammlung erscheint dementsprechend über das von Hayley Williams gegründete Label Post Atlantic in Zusammenarbeit mit Secretly Distribution.Musikalisch decken die 17 neuen Singles ein breites Spektrum ab. Das bereits erwähnte „Mirtazapine“ erinnert an den Alternative Rock der späten neunziger Jahre und widmet sich auf ungewohnte Weise dem Thema Antidepressiva. In „Glum“ experimentiert Williams mit Vocal-Presets und verarbeitet das Gefühl von Einsamkeit. Deutlich heiterer schlägt sie bei „Whim“ an, einem Americana-Ohrwurm, der ihre musikalischen Wurzeln in Nashville unterstreicht. „Ice in My OJ“ wiederum setzt auf eine moderne Produktion und pointierte Texte. Wenn du genau hinhörst, entdeckst du bei letzterem Titel eine interessante Verbindung: Den Refrain sang Williams bereits im Jahr 2004 auf dem Song „Jumping Inside“ der Mammoth City Messengers.
Rückblick auf Solowerke und Bandgeschichte
Es ist nicht das erste Mal, dass sich die Musikerin abseits ihrer Stammband solistisch entfaltet. Während der COVID-Pandemie veröffentlichte sie mit „Petals For Armor“ (2020) und „Flowers For Vases“ (2021) zwei viel beachtete Alben, die sich intensiv mit Verlust und persönlicher Entwicklung auseinandersetzten. Das US-Magazin Pitchfork hob damals die intime Atmosphäre hervor:Das Album – das Verletzlichkeit und transformatives Wachstum verkörpert – offenbart eine reifere und introspektivere Seite von WILLIAMS. Ihre Stimme ist zweifellos das herausragende Merkmal ... rau und sanft, gefährlich und doch warm, was dies zu einem bewussten Neustart macht.


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